Weniger Verkehrstote Stadt in Frankreich führt Tempo 30 ein - überall

Im französischen Bègles gilt ab heute eine flächendeckende Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Das soll helfen, Unfälle zu vermeiden, die Umwelt zu schonen - und den "Navi-Effekt" bekämpfen.

In Frankreich führt eine Gemeinde flächendeckend Tempo 30 ein
CHROMORANGE/ imago images

In Frankreich führt eine Gemeinde flächendeckend Tempo 30 ein


Überall Tempo 30: Darauf setzt die Stadt Bègles, als erste Kommune dieser Größe in Frankreich. In der 27.000-Einwohner-Gemeinde südlich von Bordeaux im Westen des Landes gilt das neue Tempolimit seit Montag. "Ziel ist, dass die Bewohner den öffentlichen Raum zurückgewinnen", sagte der grüne Bürgermeister Clément Rossignol Puech.

Die Stadtverwaltung hofft, dass durch die Maßnahme die Zahl der Verkehrstoten sinkt. "Bei Tempo 30 braucht man 14 Meter zum Anhalten statt 28" wie bei Tempo 50, betont Puech. Gleichzeitig soll es weniger Emissionen geben und die Lärmbelastung für die Bürger sinken.

Fotostrecke

7  Bilder
Fahrverbote und Co.: So kämpfen Europas Metropolen gegen Abgase

Zudem kämpft Bègles wie viele Orte gegen den "Navi-Effekt": Navigationssysteme geben die Kleinstadt als Alternative für die verstopften Ein- und Ausfallstraßen ins benachbarte Bordeaux aus und sorgen so für mehr Verkehr. Bis September haben die Autofahrer noch eine Gnadenfrist, um zu entschleunigen, wie Bürgermeister Puech sagt: Bis dahin soll es keine Kontrollen geben.

cfr/AFP

insgesamt 131 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Aleae iactae sunt 08.07.2019
1. generell Tempo 30 wird garantiert die Umwelt nicht schonen
generell Tempo 30 wird garantiert die Umwelt nicht schonen. Dann fahre alle sehr lange mit dem 4Gang im fast Leerlauf durch die Stadt. Anstatt mit 50km/h im 6ten Gang einigermassen in kurzer Zeit durch und raus.
larsmach 08.07.2019
2. Sicherheit - ja, Benzinsparen - nein (Verbrauch steigt!)
Im Sinne der Sicherheit sind Tempo 30-Zonen in Ortschaften sinnvoll, auch wenn sie in Deutschland dank der homöopathischen Zahl von Tempokontrollen regelmäßig missachtet werden. Für die Umwelt sind 30er Zonen ein Nachteil: Der Benzinverbrauch pro gefahrenem Kilometer steigt erheblich - Motoren laufen nicht im höchsten Gang und in höheren Drehzahlen als z.B. bei 70-80 (hier haben fast alle Pkw ihr Verbrauchsoptimum). Einem Verbrennungsmotor ist es egal, ob er bei 80 im 6. Gang mit 1200 U/Min läuft oder bei 30 im 3. Gang mit 1800 U/Min. Er verbraucht (und stellt Leistung zur Verfügung) gemäß der eingestellten Motordrehzahl.
hrboedefeld 08.07.2019
3. kommt hier auch!
der Durchschnitt der Bevölkerung fährt immer schlechter, vorausschauend fahren ist gar nicht mehr drin. Am Kreisverkehr wird grundsätzlich erstmal angehalten... Da ist es ja logisch, diese Fahrer müssen entlastet werden und die kommen natürlich bei niedrigem Tempo besser klar, der Kopf funktioniert ja auch nicht so schnell. Und das Prinzip wird dann auch Außerorts angewandt und statt nur uneinsichtige Kreuzungen mit einem Tempolimit zu belegen, ist gleich durchgehend 70. Ist ja auch sicherer. Nur blöd, dass die Schleicher im Halbschlaf dann auch mit 30 vor einem Kindergarten die unschuldigen Kids überfahren, weil die Politiker vergessen haben, dass zum Anhalteweg ja noch die Reaktionszeit dazu kommt. Und wenn die Trantüten am Steuer dann ewig brachen um zu reagieren steht die Karre doch viel später als bei einem aufmerksamen Fahrer, der schneller fährt...!
nadennmallos 08.07.2019
4. Sie können das mit Fakten untermauern?
Zitat von Aleae iactae suntgenerell Tempo 30 wird garantiert die Umwelt nicht schonen. Dann fahre alle sehr lange mit dem 4Gang im fast Leerlauf durch die Stadt. Anstatt mit 50km/h im 6ten Gang einigermassen in kurzer Zeit durch und raus.
Und haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, das mit 30 weniger schwere Unfälle passieren könnten? Und Ihre Vorschläge/ Vermutungen vom 4. und 6. Gang in Zusammenhang mit den von Ihnen genannten Geschwindigkeiten legt den Schluss nahe, das die Motoren dann recht untertourig gefahren werden. Das wiederum wäre nicht "sooo dolle" für den Motor.
skeptiker53 08.07.2019
5. Na ja...
Weil Bègles eher ein Stadtteil von Bordeaux als ein Vorort ist, hält sich der Effekt dieser Massnahme ohnehin in Grenzen : die Verkehrsteilnehmer stehen sowieso meistens im Stau, da merkt man nicht den Unterschied zwischen 30 und 50 km/h. Es muss wohl eher eingeschätzt werden als ein Versuch den Durchgangsverkehr abzuschrecken. Hoffentlich hat der Bürgermeister nicht auch noch der Autobahn A630 (die über den Ort geht) mit 30 km/h belegt....
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.