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13. Juli 2016, 18:45 Uhr

Unfall auf Bergstraße

Tesla bestätigt weiteren Crash mit "Autopilot"-System

Erneut ist in den USA ein Fahrer eines Tesla verunglückt, während bei dem Wagen die Selbstlenk-Funktion aktiviert war. Nach Angaben des Autoherstellers ignorierte der Mann dabei mehrere Warnhinweise.

Tesla hat mitten in den Ermittlungen zum ersten tödlichen Crash mit seinem "Autopilot"-System einen weiteren Unfall mit dem Fahrassistenten bestätigt. Ein Model X sei am Wochenende bei eingeschalteter Selbstlenk-Funktion in der Nacht von einer Bergstraße abgekommen, erklärte der Elektroautohersteller am Mittwoch.

Der Wagen war in einen Graben gefahren, wie schon am Wochenende aus einem Bericht in einem Onlineforum von Tesla-Besitzern hervorging. Dabei wurde die Frontpartie beschädigt und ein Rad sprang ab. Der Fahrer und ein weiterer Passagier blieben dabei unverletzt.

Daten von Tesla zufolge hatte der Fahrer vor dem Unfall die Hände über zwei Minuten lang nicht am Steuer. Das verstoße gegen die Nutzungsbedingungen, die laut Tesla bei jedem Einschalten der Funktion angezeigt würden. Zudem habe das Auto den Fahrer alarmiert und dazu aufgefordert, die Hände ans Steuer zu nehmen.

Fahrer plaudert über den Unfallhergang

Der Fahrer des Model X sagte dem Nachrichtenportal "CNN Money", er sei sich nicht sicher, ob er für den Unfall verantwortlich sei oder die Technik des Wagens, da er nicht gewarnt worden sei. Gleichzeitig räumte er aber ein, dass die Spracheinstellung des Wagens auf Englisch gewählt war und er Mandarin spreche.

Teslas "Autopilot"-System wird von der US-Verkehrsbehörde NHTSA untersucht, nachdem Anfang Mai ein vom Computer gesteuerter Tesla-Wagen unter einen Lastwagenanhänger raste, der die Fahrbahn querte. Nach Tesla-Angaben hielt das System die weiße Seite des Anhängers für ein hochhängendes Autobahnschild. Am Dienstag wurde bekannt, dass die NHTSA von Tesla ausführliche Informationen zum "Autopilot"-System inklusive aller Unfallberichte und der Log-Dateien des Unglücksautos anforderte.

Der Besitzer eines weiteren Tesla-Wagens, der am 1. Juli von der Straße abkam, sagte der Polizei ebenfalls, dass er mit eingeschalteter "Autopilot"-Funktion unterwegs gewesen sei. Tesla erklärte dazu zunächst, man habe nicht die Daten, um diese Behauptung zu verifizieren.

Musk sieht Erklärungsbedarf beim "Autopilot"

Bisher wurde nicht bekannt, wie viele Unfälle mit "Autopilot" sich seit der Einführung des Systems im vergangenen Oktober ereigneten. Tesla erklärte dem "Wall Street Journal" vor einigen Tagen lediglich, es seien "einige" passiert.

Tesla-Chef Elon Musk betonte ungeachtet der Ermittlungen, das "Autopilot"-System werde weiterhin aktiviert bleiben. Den Fahrern solle in einem Blogeintrag aber besser erklärt werden, wie es funktioniere und wie sie sich dabei verhalten sollten, sagte Musk dem "Wall Street Journal" von Mittwoch. "Viele Leute verstehen nicht, was es ist und wie man es einschaltet." Tesla habe das System so schnell wie möglich auf den Markt bringen wollen, "weil wir wussten, dass es unterm Strich Leben retten wird", erklärte der Milliardär.

cst/dpa

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