Brände beim Model S US-Verkehrsbehörde nimmt Tesla ins Visier

Das Tesla Model S galt bisher als Vorzeigefahrzeug. Bis drei davon nach Unfällen Feuer fingen. Firmenchef Elon Musk hat nun die Untersuchung der Brände selbst in Auftrag gegeben. Ein riskantes Unterfangen. Droht dem jungen Unternehmen eine Rückrufaktion?

Elon Musk: Der Tesla-Chef kämpft um das Image seines E-Autos
REUTERS

Elon Musk: Der Tesla-Chef kämpft um das Image seines E-Autos


Nach drei Bränden innerhalb weniger Wochen will die US- Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA das Elektroauto Tesla S genauestens prüfen. Die Behörde leitete eine Voruntersuchung ein, die zu einem Rückruf führen könnte. Tesla-Chef Elon Musk hatte eine freiwillige Serviceaktion des Herstellers noch vor wenigen Tagen kategorisch ausgeschlossen. Der mindestens 72.000 Euro teure Wagen wird seit kurzem auch in Deutschland verkauft.

Eine Rückrufaktion hätte für den jungen Autohersteller aus Kalifornien schwerwiegende Folgen. Technische Defekte schaden dem Image und kämen Tesla teuer zu stehen. Die bereits jetzt verkauften 19.000 Fahrzeuge müssten alle nachgebessert werden.

Tesla-Chef Elon Musk bleibt bei seiner bisherigen Argumentationsstrategie. Im Firmenblog bestritt er erneut, dass die Elektro-Sportlimousine besonders feuergefährdet sei. Gegenüber Autos mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren sei das Risiko sogar geringer, erklärte er und führte entsprechende Statistiken an. Es gebe "kein sichereres Auto auf der Straße als das Model S". Tatsächlich hatte die US-Verkehrssicherheitsbehörde dem Fahrzeug gute Noten nach einem simulierten Crash ausgestellt.

Metallteile drangen offenbar in das Batteriegehäuse ein

In der Realität fällt die Bilanz anders aus. Bei zwei Unfällen in den USA waren offenbar Metallgegenstände auf der Fahrbahn in den Unterboden des Fahrzeugs vorgedrungen und hatten die dort verbaute Batterie beschädigt. In einem dritten Fall in Mexiko löste eine heftige Kollision das Feuer aus. Alle drei Fahrer konnten die Wagen unverletzt verlassen.

Tesla-Chef Musk betonte, die NHTSA selbst um eine Untersuchung gebeten zu haben. Er wolle verhindern, dass sich "eine falsche Wahrnehmung der Sicherheit von Elektroautos festsetzt". Er kritisierte die Berichterstattung in den Medien, die die Vorfälle hochgespielt hätten.

Die verwendeten Lithium-Ionen-Batterien sorgten allerdings schon häufiger für Ärger, etwa in Laptops oder Mobiltelefonen. General Motors verbesserte die Konstruktion seines Elektroautos Chevrolet Volt, nachdem die Akkus erst Tage nach einem Crashtest in Flammen aufgegangen waren. Auch Boeing überarbeitete die Batteriekonstruktion in seinem "Dreamliner" nach Bränden und einem daraus resultierenden Flugverbot.

Um die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls zu senken, wird der Hersteller nun die Bodenfreiheit der luftgefederten Autos erhöhen. Tesla dehnt als vertrauensbildende Maßnahme zudem seine Garantie auf Feuer aus.

Die Brände hatten die Aktie des Börsenlieblings Tesla einbrechen lassen. Am Montag fiel der Kurs um weitere zehn Prozent. Seit seinem Höchststand von 194,50 Dollar vor anderthalb Monaten hat das Papier annähernd 40 Prozent an Wert eingebüßt.

Nach wie vor ist die Tesla-Aktie noch mehr als dreimal so teuer wie zu Jahresbeginn. Der Wagen fand besonders im wohlhabenden Silicon Valley viele Fans. In diesem Jahr will Tesla etwa 21.500 Stück bauen; ein neues günstigeres Modell soll die Verkäufe vervielfachen.

mhu, dpa



insgesamt 91 Beiträge
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williamcunningham1990 19.11.2013
1. Wenn man keine ahnung hat...
"In der Realität fällt die Bilanz anders aus." Falsch. Die Statistik die Musk anführt ist richtig. Die Realität ist: es sind 3 Autos von ca 19000 in Unfälle bei hoher Geschwindigkeit verwickelt gewesen. Dabei haben sich durch die Unterbodenplatte Metallteile in die Batterie gebohrt was (mit einer Verzögerung von einigen Minuten) zu einem Feuer geführt hat. Das Auto hat dem Betreffenden Fahrer mitgeteilt er solle bitte rechts ranfahren und aussteigen. DANACH begann das Feuer was aber auch nie die Fahrerkabine erreicht hat da diese abgeschirmt ist vom Motorraum. Die Statistiken belegen: es sind 3 Unfälle bei hoher Geschwindigkeit passiert, es gab NULL Verletze und 0 Tote. Im gegenzug dazu sterben täglich wieviele Menschen in Verbrennungsmotorwagen? Hier ein Auszug aus dem gestrigen Blog: "The degree to which this is outrageous is described well in the above-mentioned Automotive News article. There are now substantially more than the 19,000 Model S vehicles on the road that were reported in our Q3 shareholder letter for an average of one fire per at least 6,333 cars, compared to the rate for gasoline vehicles of one fire per 1,350 cars. By this metric, you are more than four and a half times more likely to experience a fire in a gasoline car than a Model S! Considering the odds in the absolute, you are more likely to be struck by lightning in your lifetime than experience even a non-injurious fire in a Tesla." wenn ihr schon schmuddel-journalismus betreiben wollt (warum auch immer... bezahlt euch big oil oder macht ihr das freiwillig?) dann lest wenigstens den blog richtig auf den ihr euch in euren artikeln bezieht. Ich möchte eins klarstellen, ich bin eigentlich ein ziemlicher Spiegel-Fan. Ihr seid fast meine einzige Quelle für normale News. aber was ich auf SPON über TESLA lese ist eher auf dem Niveau von Spiegel-TV als auf eurem...
fischer.mz 19.11.2013
2.
Könnt ihr eigentlich noch parteiischer und mit mehr negativem Unterton berichten? Rückrufaktionen bei etablierten Autoherstellern mit Zahlen in der Huntertausenden sind ja wohl andere Hausnummern als Brände nach Unfällen und 20.000 verkauften Autos. Sollte man auch mal im Verhältnis sehen.
leiboldson 19.11.2013
3.
Zitat von williamcunningham1990"In der Realität fällt die Bilanz anders aus." Falsch. Die Statistik die Musk anführt ist richtig. Die Realität ist: es sind 3 Autos von ca 19000 in Unfälle bei hoher Geschwindigkeit verwickelt gewesen. Dabei haben sich durch die Unterbodenplatte Metallteile in die Batterie gebohrt was (mit einer Verzögerung von einigen Minuten) zu einem Feuer geführt hat. Das Auto hat dem Betreffenden Fahrer mitgeteilt er solle bitte rechts ranfahren und aussteigen. DANACH begann das Feuer was aber auch nie die Fahrerkabine erreicht hat da diese abgeschirmt ist vom Motorraum. Die Statistiken belegen: es sind 3 Unfälle bei hoher Geschwindigkeit passiert, es gab NULL Verletze und 0 Tote. Im gegenzug dazu sterben täglich wieviele Menschen in Verbrennungsmotorwagen? Hier ein Auszug aus dem gestrigen Blog: "The degree to which this is outrageous is described well in the above-mentioned Automotive News article. There are now substantially more than the 19,000 Model S vehicles on the road that were reported in our Q3 shareholder letter for an average of one fire per at least 6,333 cars, compared to the rate for gasoline vehicles of one fire per 1,350 cars. By this metric, you are more than four and a half times more likely to experience a fire in a gasoline car than a Model S! Considering the odds in the absolute, you are more likely to be struck by lightning in your lifetime than experience even a non-injurious fire in a Tesla." wenn ihr schon schmuddel-journalismus betreiben wollt (warum auch immer... bezahlt euch big oil oder macht ihr das freiwillig?) dann lest wenigstens den blog richtig auf den ihr euch in euren artikeln bezieht. Ich möchte eins klarstellen, ich bin eigentlich ein ziemlicher Spiegel-Fan. Ihr seid fast meine einzige Quelle für normale News. aber was ich auf SPON über TESLA lese ist eher auf dem Niveau von Spiegel-TV als auf eurem...
Selbst wenn die Zahlen korrekt sein sollten und Sie vielleicht ein Fan von Tesla sind, sollte Ihnen doch nach nur kurzem Nachdenken einfallen, dass die Teslas fast alle brandneu ;) sind und eine hübsches Sümmchen kosten, während traditionelle Modelle im Durchschnitt deutlich älter und logischweise anfälliger sind.
hdudeck 19.11.2013
4. Sie uebersehen da leicht, das viele
Zitat von williamcunningham1990"In der Realität fällt die Bilanz anders aus." Falsch. Die Statistik die Musk anführt ist richtig. Die Realität ist: es sind 3 Autos von ca 19000 in Unfälle bei hoher Geschwindigkeit verwickelt gewesen. Dabei haben sich durch die Unterbodenplatte Metallteile in die Batterie gebohrt was (mit einer Verzögerung von einigen Minuten) zu einem Feuer geführt hat. Das Auto hat dem Betreffenden Fahrer mitgeteilt er solle bitte rechts ranfahren und aussteigen. DANACH begann das Feuer was aber auch nie die Fahrerkabine erreicht hat da diese abgeschirmt ist vom Motorraum. Die Statistiken belegen: es sind 3 Unfälle bei hoher Geschwindigkeit passiert, es gab NULL Verletze und 0 Tote. Im gegenzug dazu sterben täglich wieviele Menschen in Verbrennungsmotorwagen? Hier ein Auszug aus dem gestrigen Blog: "The degree to which this is outrageous is described well in the above-mentioned Automotive News article. There are now substantially more than the 19,000 Model S vehicles on the road that were reported in our Q3 shareholder letter for an average of one fire per at least 6,333 cars, compared to the rate for gasoline vehicles of one fire per 1,350 cars. By this metric, you are more than four and a half times more likely to experience a fire in a gasoline car than a Model S! Considering the odds in the absolute, you are more likely to be struck by lightning in your lifetime than experience even a non-injurious fire in a Tesla." wenn ihr schon schmuddel-journalismus betreiben wollt (warum auch immer... bezahlt euch big oil oder macht ihr das freiwillig?) dann lest wenigstens den blog richtig auf den ihr euch in euren artikeln bezieht. Ich möchte eins klarstellen, ich bin eigentlich ein ziemlicher Spiegel-Fan. Ihr seid fast meine einzige Quelle für normale News. aber was ich auf SPON über TESLA lese ist eher auf dem Niveau von Spiegel-TV als auf eurem...
Benziner nach "Reparaturen" von Laien in Flammen aufgehen, teilweise noch auf der Montagebuehne. Speziel Truck werden gerne selber repariert, da die Technik immer noch ziehmlich "einfach" ist. Auch das Nachfuellen von Betriebsmitteln fuehrt gerne zu Braenden (tropfendes Oel auf Abgaskruemmer). Bei den Beschaedigungen des Tesla's handelt es sich da ja wohl um eine andere Kategorie. Ein einfaches Metallteil auf der Strasse fuhert zum Totalverlust. Der Hinweis auf den Warnhinweis des Autos, das es in Flammen steht, kann mich nur belustigen. So ein Gadget ist nett, aber ein Feuer kann man auch so bemerken. Das alle Fahrer ohne Verletzung gebliegen sind ist der Natur der Unfaelle geschuldet, nicht der Konstruktion oder der Antriebsart des Fahrzeugs. Solange keine Person eingeklemmt ist laest der normale Fahrzeugbrand genug Zeit, das Fahrzeug anzuhalten und zu verlassen, mitsammt eventuell mitreisender Babies in deren Sitz.
williamcunningham1990 19.11.2013
5.
Zitat von leiboldsonSelbst wenn die Zahlen korrekt sein sollten und Sie vielleicht ein Fan von Tesla sind, sollte Ihnen doch nach nur kurzem Nachdenken einfallen, dass die Teslas fast alle brandneu ;) sind und eine hübsches Sümmchen kosten, während traditionelle Modelle im Durchschnitt deutlich älter und logischweise anfälliger sind.
Das lässt alle neuen Autos mit Verbrennungsmotor außen vor. Fakt ist dass die gespeicherte Energie in einer Li-Ionen-Batterie nur ein Bruchteil so groß ist, wie die Energie in einem Tank voller Super Plus... d.h. es kann sehr viel weniger schiefgehen. Die NHTSA hat den Tesla genau den gleichen Tests unterzogen wie alle anderen Autos auch, die neu auf den Markt kommen und NIE hat ein Auto besser abgeschnitten. Diese Fakten werden nur aus irgendwelchen Gründen von SPON und anderen Medien ignoriert, weil man so scheinbar mehr Klicks generieren kann. Ich finde es schade dass durch eine unsachliche Berichterstattung ein Auto wie das Model S beim Leser der sich wenig damit beschäftigt hat verunglimpft wird! So und jetzt überlasse ich den ganzen Anti-EV's die Show und lasse euch rumheulen und pöbeln. Alle die das hier lesen haben eh bereits eine Meinung vom Tesla oder von E-Autos generell und bewegen sich keinen Deut davon weg. Guten Abend!
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