Model 3 Teslas 35.000-Dollar-Auto floppt

Tesla wollte mit der Basisversion des Model 3 zum Massenhersteller werden - verkaufte davon jedoch offenbar zu wenige. Der Hersteller setzt nun verstärkt auf teurere Varianten.

Tesla

Tesla nimmt die Basisversion seiner Mittelklasselimousine Model 3 zum Preis von 35.000 Dollar nach wenigen Wochen wieder aus dem Onlineangebot. Interessenten müssten sie im Laden oder per Telefon ordern, erklärte Tesla nun in einem Blogeintrag.

Damit degradiert Tesla seinen einstigen Hoffnungsträger für den Massenmarkt zu einer Randerscheinung in der Modellpalette. Offenbar fragen die Kunden den Wagen weit weniger nach als erwartet. Laut Tesla kaufen deutlich mehr Autofahrer teurere Versionen des Model 3.

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Autogramm Tesla Model 3: Das Raumschiff ist gelandet

Jedenfalls erklärt Tesla die Umstellung mit der Popularität der sogenannten Standard-Plus-Variante des Model 3. Deren Verkaufszahlen liegen dem Hersteller zufolge sechs Mal höher als die der Basisversion. Deshalb werde die Standardversion in Zukunft baugleich mit dem Standard-Plus-Modell sein - nur dass bei ihr die Reichweite per Software um rund zehn Prozent reduziert wird. Damit spart Tesla Kosten und vereinfacht die Produktion. Käufer könnten diese Softwaresperre jedoch auch nachträglich entfernen lassen.

Autopilot wird Standard

Der günstigste Tesla, den man in den USA online kaufen kann, kostet nunmehr 39.500 Dollar. Dafür bekommen Käufer allerdings auch mehr: Tesla integriert das Fahrassistenzsystem Autopilot standardmäßig. Bisher hatte die Standard-Plus-Variante 37.500 Dollar gekostet, und beim Buchen der Autopilot-Funktion wären noch einmal 3000 Dollar fällig geworden.

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Tesla hatte vor drei Jahren das Model 3 als "Elektroauto für alle" zum Preis ab 35.000 Dollar angekündigt. Zunächst wurden aber besser ausgerüstete teurere Versionen verkauft, um die hohen Kosten des langwierigen Produktionsanlaufs schneller einzuspielen. In Deutschland kostet die günstigste erhältliche Version des Model 3 derzeit 44.500 Euro.

Für Tesla ist das Model 3 trotz zahlreicher Schwierigkeiten in der Produktion ein Verkaufserfolg. So war der Wagen mit 138.000 Exemplaren das weltweit meistverkaufe E-Auto des Jahres 2018. In diesem Jahr wollen die Kalifornier die Produktion deutlich steigern.

Auch in Deutschland kurbelte das Modell Teslas Geschäft an. So lieferte der Hersteller im ersten Quartal des laufenden Jahres 3596 Fahrzeuge aus. Im gesamten Jahr zuvor waren es 1905 Autos.

ene/dpa



insgesamt 99 Beiträge
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Suzie 12.04.2019
1. ?
Tesla‘s Model 3 als "Flopp" zu bezeichnen ist mutig... Wenn ein Hersteller es schafft einen deutliche größeren Anteil an höher gepreisten Fahrzeugen (und profitableren!) abzusetzen als geplant, ist das für mich eher ein Signal für Erfolg des Unternehmens.
kangootom 12.04.2019
2. Wieso floppt?
Wenn die Kundschaft das Modell in der Basisausstattung nicht will, wieso ist es dann ein Flopp? Spiegel schreibt auch nicht, dass kaum jemand die kleinste Motorvariante des Golf kauft. Für den Hersteller ist der Verkauf der höherpreiseigen Ausstattungen in der Regel mit höherem Gewinn verbunden, also kommt ihm das Kaufverhalten entgegen. Die kleinen Linien werden nur angeboten um einen niedrigen Einstiegspreis anzubieten und damit Käufer zu locken.
Techniknerd 12.04.2019
3. Well,well,well....
Geschmack liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Ich persönlich finde das Interieur - für 65000€! - nicht innovativ sondern schlicht hässlich. Wo man hier eine zeitlose Linie erkennen soll, ist mir auch schleierhaft. Wers mag...
AdK 12.04.2019
4.
Gerne hätte ich mir ein Model 3 geholt, nur ist der Preis auf dem Deutschen Markt einfach zu hoch. Das ein Basismodell floor liegt nicht am Auto sondern daran das Käufer die sich ein 50k Auto leisten können meistens auch eines für 60-70k kaufen würden. Wäre das Model 3 für +-25.000 in Masse auf den Markt gekommen hätten sich viele Hersteller wohl Gedanken machen müssen.
orca20095 12.04.2019
5. Die Stunde der Wahrheit,
große Töne spucken und nun liegt das günstigste Modell in Deutschland bei 44.500 €. Was haben wir in vergangenen Monaten nicht alles für Preise gehört, so sieht also ein Massenmarkt-Einstiegsmodell aus? Dann sind die Straßen irgendwann staufrei.
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