Test auf Autobahnen Warnsignale von der Baustelle

Autofahrer sollen künftig schneller und genauer über Baustellen informiert werden. Dazu wird in einem länderübergreifenden Projekt die Infrastruktur auf Autobahnen elektronisch vernetzt. 2015 beginnt die Testphase.

Stau auf der Autobahn: Baustellen sollen mit High-Tech ausgestattet werden
dpa

Stau auf der Autobahn: Baustellen sollen mit High-Tech ausgestattet werden


Autofahrer sollen in Zukunft in Echtzeit erfahren, ob auf der Autobahn eine Spur gesperrt wird und Staugefahr droht. Das Bundesverkehrsministerium will dazu die mobilen Warnanhänger vor Baustellen elektronisch vernetzen, damit sie entsprechende Signale direkt an die Fahrzeuge senden. Außerdem sollen die neuen Telematiksysteme die Geschwindigkeit von Autos erfassen können und daraus Rückschlüsse auf die Verkehrslage ziehen.

Die Technik wird also alles leisten, was mit modernen Navigationssystemen heute schon möglich ist - nur "präziser, effizienter und schneller", wie es in einer Mitteilung des Ministeriums heißt.

In den kommenden Jahren wird die intelligente Infrastruktur mit der Bezeichnung C-ITS (Cooperative Intelligent Transport Systems) in einem grenzüberschreitenden Korridor zwischen Rotterdam, Frankfurt und Wien getestet. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und seine Amtskolleginnen Doris Bures aus Österreich und Melanie Schultz aus den Niederlanden haben dazu am Montag am Rande eines Treffens der EU-Verkehrsminister eine gemeinsame Absichterklärung unterzeichnet.

Die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Infrastruktur soll über WLAN-und Mobilfunknetze funktionieren. Laut dem Plan des Verkehrsministeriums wird die Einführung in einzelnen Schritten erfolgen.

  • Zunächst wird in Hessen das technische System entwickelt und erprobt. Erste Ergebnisse aus den Entwicklungsprojekten werden für Mitte 2014 erwartet.

  • Die Autohersteller BMW, Mercedes, Ford, Opel und Volkswagen haben sich nach Angaben des Ministeriums dazu verpflichtet, ab 2015 einen Teil ihrer Fahrzeugflotte mit den Systemen auszurüsten und für die Tests zur Verfügung zu stellen. Unter anderem senden die Autos dann Daten wie etwa die Geschwindigkeit an die Empfänger der Baustellenanhänger.

  • Ab 2015 werden Baustellenwarnanhänger auf den Autobahnen im Korridor Rotterdam - Frankfurt am Main - Wien mit der Technik ausgestattet, bis 2016 sollen alle Anlagen in Betrieb sein. In Deutschland geschieht das auf Autobahnen in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern. Im Anschluss an den grenzüberschreitenden Test soll das Autobahnnetz deutschlandweit mit der neuen Technik ausgerüstet werden.

Was passiert mit den gesammelten Daten?

Das System wird bereits seit einiger Zeit im Rahmen des Versuchsprojekts Sichere Intelligente Mobilität Testfeld Deutschland (simTD) erprobt. In der Umgebung von Frankfurt wird dabei sogenannte Car-to-X-Kommunikation getestet, also der ständige Datenaustausch zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur sowie Autos untereinander. An dem Projekt sind unter der Koordination der Daimler AG mehrere Autohersteller und Behörden beteiligt.

Laut Daimler-Sprecher Benjamin Oberkersch hat sich die geplante Technik im Rahmen von simTD bewährt. "In den Testfahrzeugen werden die genauen Standorte von Autobahnbaustellen schon weit im Voraus angezeigt, und die Fahrer wissen genau, wie viele Spuren dort gesperrt sind." Durch die Erfassung der Geschwindigkeiten der Autos ist es den Verkehrszentralen seinen Angaben zufolge auch gelungen, früh Überlastungen zu erkennen und den Verkehrsfluss entsprechend umzuleiten.

Einen "gläsernen Autofahrer" gibt es bei dem derzeitigen Test laut Oberkersch trotzdem nicht. "Den an dem Versuch teilnehmenden Autos ist eine IP-Adresse ähnlich wie bei Computern zugeteilt", sagt er, "sie ist aber anonymisiert und wird nicht einem Kennzeichen zugeordnet." Theoretisch wäre das aber machbar, räumt er ein.

"Wie mit den durch die Telematiksysteme gesammelten Daten umgegangen wird, ist Sache des Bundes und der Kommunen", sagt Oberkersch. Dass sie zum Beispiel für Geschwindigkeitskontrollen genutzt werden, hält er jedoch für unwahrscheinlich: "Da wäre der Aufschrei in der Öffentlichkeit zu groß."

"Das Kennzeichen ist nicht relevant"

Im Bundesverkehrsministerium heißt es dazu, "die Meldung bestimmter Informationen (…) wird im Einklang mit geltenden datenschutzrechtlichen Bestimmungen erfolgen". Eine konkrete Entscheidung zur Anonymisierung der Daten gibt es laut Angaben eines Ministeriumssprechers für die geplanten Tests in dem Korridor noch nicht - er weist allerdings darauf hin, "dass das Kennzeichen der Autos nicht relevant ist, um Informationen zum Verkehrsfluss zu ermitteln".

Bis die geplanten Technologien im Massenmarkt angekommen sind, wird es laut der Einschätzung von Daimler-Sprecher Oberkersch noch einige Jahre dauern. Zumindest der Autoindustrie wird deshalb daran gelegen sein, dass mit den Daten sensibel umgegangen wird. Denn sollten die Behörden mit Hilfe der Systeme nicht nur vor Baustellen warnen, sondern auch Knöllchen ausstellen, wird die Car-to-X-Kommunikation wohl kaum ein Verkaufsschlager.



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Seite 1
franko_potente 10.06.2013
1.
Zitat von sysopdpaAutofahrer sollen künftig schneller und genauer über Baustellen informiert werden. Dazu wird in einem länderübergreifenden Projekt die Infrastruktur auf Autobahnen elektronisch vernetzt. 2015 beginnt die Testphase. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/test-mit-telematiksystem-c-ist-zwischen-rotterdam-frankfurt-und-wien-a-904878.html
Kein Mensch braucht mehr Technik, wenn es so einfach sein kann: 1) Fahrschule: Das Prinzip des Reissverschlußsystems wird Prüfungsrelavant und muss praktisch nachgewiesen werden 2) Der Schutzmann zieht konsequent Spurspringer und "vorhereinscherer" aus dem Verkehr und bedenkt sie mit einer 30min Penalty beim nächsten Parkplatz 3) Das Prinzip Rettungsgasse wird nochmals wiederholt, zeichnet sich ein Stau ab, handeln ALLE Autofahrer_innen der Vorschrift entsprechend und halten die Rettungsgasse sofort frei. 4) Der Schutzmann...... 5) Im Stau wird auf den Vordermann möglichst eng aufgefahren 6) DEr Schutzmann 7) Bei Stop and Go wird sinnvoll versucht, die Schlange aus KFZ rollend zu halten 8) DIE BAUSTELLENPLANER denken EINMAL zu Ende. Eine 3spurige Autobahn sofort auf eine Spur zu verjüngen und in dieser Spur auch noch eine Auffahrt zu führen MUSS zum Stau führen. Sinnvollerweise 5km vorher von 3 auf 2 Spuren ( Reissverschluß geht auch mit 120, liebe Renter, Sonntagsfahrer, Frauen und sonstige Randgruppen), dann von 2 auf 1 Spur und die Auffhart sperren, oder als soclhe auf dem Standstreifen einrichten 9) Baustellenbegrenzungen von 60kmh abschaffen 10) Der Schutzmann...
live11 10.06.2013
2.
Zitat von franko_potenteKein Mensch braucht mehr Technik, wenn es so einfach sein kann: 1) Fahrschule: Das Prinzip des Reissverschlußsystems wird Prüfungsrelavant und muss praktisch nachgewiesen werden 2) Der Schutzmann zieht konsequent Spurspringer und "vorhereinscherer" aus dem Verkehr und bedenkt sie mit einer 30min Penalty beim nächsten Parkplatz 3) Das Prinzip Rettungsgasse wird nochmals wiederholt, zeichnet sich ein Stau ab, handeln ALLE Autofahrer_innen der Vorschrift entsprechend und halten die Rettungsgasse sofort frei. 4) Der Schutzmann...... 5) Im Stau wird auf den Vordermann möglichst eng aufgefahren 6) DEr Schutzmann 7) Bei Stop and Go wird sinnvoll versucht, die Schlange aus KFZ rollend zu halten 8) DIE BAUSTELLENPLANER denken EINMAL zu Ende. Eine 3spurige Autobahn sofort auf eine Spur zu verjüngen und in dieser Spur auch noch eine Auffahrt zu führen MUSS zum Stau führen. Sinnvollerweise 5km vorher von 3 auf 2 Spuren ( Reissverschluß geht auch mit 120, liebe Renter, Sonntagsfahrer, Frauen und sonstige Randgruppen), dann von 2 auf 1 Spur und die Auffhart sperren, oder als soclhe auf dem Standstreifen einrichten 9) Baustellenbegrenzungen von 60kmh abschaffen 10) Der Schutzmann...
das stimmt, diese regel ist vielen völlig unbekannt. zieht man bei einem notorischen nicht-platzmacher langsam auf die rechte spur nach dem motto "mach platz oder fahr mir in die seite", wird man im rückspiegel noch blöd angemacht. was ist ein schutzmann??? das funktioniert hier eigentlich sehr gut und was soll das bringen ausser das ich seine abgase schnüffle und ich kaum mehr ausweichen kann wenn ein blaulicht durch will? es wäre schonmal ein anfang wenn sich die planer absprechen würden und realitische zeitpläne kommunizieren. hier auf der A3 bei idstein war jetzt fast ein jahr die fahrbahn verengt, weil völlig überaschend der winter vor der tür stand. jetzt ist dasselbe stück wieder verengt weil irgendwas anders geschafft wird? auch sollte nicht permanent der billigste anbieter genommen werden sondern auch mal die benötigte zeit gegengerechnet werden.... hier beobachte ich starke unterschiede in den einzelnen ländern. hier in hessen wird selten mal ein 60 schild aufgestellt und wenn ist es auch absolut angebracht, 80-100 sind die regel. 3spurige abschnitte auf denen die markierung wegen erneuerung fehlt sind in der regel auch offen. ganz anders in den östlichen bundenländern, hier wird bei jedem pubs gleich ein 80 oder 100 schild auf gestellt, auch bei kerzengraden teilstücken wo auf dem standstreifen mal 2 warnbarken vergessen wurden, dazu blitzen die wie die papparazzi bei solchen stellen. auch abenteuerliche baustellenführungen mit 60 oder weniger begrenzung bei 3 spurigen ABs sind öfter zu sehen...
johann56 10.06.2013
3. wieder mal heiße Luft
Kommt mir irgendwie bekannt vor. Als Matthias Wissmann (FDP) von 1993 - 1998 Bundesverkehrsminister war, kündigte er als Abhilfe für die vielen Staus durch überlastete Autobahnen die 'intelligente Autobahn' mit elektronischen Verkehrsleitsystemen etc. an. Was ist im wesentlichen daraus geworden: NICHTS (Politiker- BlaBla eben). Heute ist weit verbreitet noch zu besichtigen: wenn ein Stau ist, fährt die Polizei zu einer Autobahnbrücke, hängt dort ein Transparent mit dem Text: 'Vorsicht Stau' und später wird das Transparent manuell wieder entfernt. High-Tech Land Deutschland 2013 ! Und das soll sich nun ändern ?
slap882 10.06.2013
4. Dem wird vermutlich kein Erfolg beschieden sein
Längst fahren 100.000de von Android Smartphones spazieren, aus denen Google bereits jetzt sehr genaue Verkehrslage-Informationen in seine Karten einblendet. Viel befahrene Strecken werden derzeit praktisch in Echtzeit abgebildet. Dises System wird noch sehr viel besser werden in den nächsten Monaten und Jahren. Es ist im übrigen kostenlos und mit jedem internet-fähigen SMartphone zugänglich.
dr. kaos 10.06.2013
5. Wie in Franzland:
Die Bahn wird nach und nach (siehe Post #1) auf eine BREITE Spur vermindert, in der auch ein LKW problemlos 80 oder 90 fahren kann, ohne Angst haben zu müssen, beim kleinsten Schlenker entweder die rechte Planke oder den linken Vorbeidrängler zu touchieren. Limit auf 90 km/h, das reicht. Schwupps, der Verkehr rollt. Und bei denen Geschwindigkeiten benötigt man dann keine 'Rettungsgasse', es sei denn, der Verkehr steht. Dann fahren die Rettungskräfte halt 'Geisterfahrer' zur Unfallstelle. Wenn nix entgegenkommen kann, kann auch nix passieren.
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