Brennstoffzellenauto Toyota Mirai Schluss mit Zukunftsmusik

Toyota will sein Wasserstoffauto Mirai in den Mainstream drücken. Die Stückzahlen werden verzehnfacht, das futuristische Design bei der zweite Generation des Autos abgeschafft - so soll der Durchbruch gelingen.

Toyota

Die Zukunft sieht offenbar recht konservativ aus - zumindest bei Toyotas Designern. Deren Entwurf für die zweite Generation des Wasserstoffautos Mirai, dessen Name auf Japanisch "Zukunft" bedeutet, ist vor allem eines nicht: futuristisch. Während sich am Vorgänger mit seiner zerklüfteten Karosserie und den vor allem bei Dunkelheit spektakulären Rücklichtern die Geister schieden, kommt die zweite Generation von Toyotas Zukunft deutlich zurückgenommener daher.

"Der erste Mirai sollte auffallen und zeigen, dass er anders ist, wie zuvor der Prius", sagt Toyota-Sprecher Thomas Heidbrink. Das beim Prius perfektionierte Purpose-Design, das sich möglichst stark vom Gewohnten abheben soll, hat bei Toyotas Brennstoffzellenauto nun ausgedient.

Eine lange Haube für europäische Sehgewohnheiten

Das buckelige Dach und die kiemenartigen Lufteinlässe in der Front schafften den Sprung in die nächste Generation nicht. Schuld daran sind offenbar auch europäische Sehgewohnheiten: "Das One-Box-Design mit einer sehr kurzen Motorhaube und einem tropfenförmigen Fahrzeug polarisiert, weil das europäische Auge die Motorhaube stark priorisiert", erklärt der Toyota-Sprecher. Die Fronthaube brauche man bei elektrischen Antrieben zwar weniger, sie sei im klassischen Autoverständnis aber eben immer noch präsent - und schafft es so auch ohne Sechs-, Acht- oder Zwölfzylinder unter dem Deckel in die Zukunft.

Toyota möchte mit der zweiten Generation des Mirai im Mainstream ankommen und will statt nur rund 3000 Brennstoffzellenautos pro Jahr künftig rund 30.000 Exemplare bauen. Damit mache die Brennstoffzelle den Schritt zu einer Massentechnologie, sagt Toyota-Sprecher Heidbrink. "Das soll der Mirai widerspiegeln."

Ein SUV war offenbar keine Option

Dafür wäre vermutlich ein anderer Paradigmenwechsel geschickter gewesen - der zum SUV. Keine Fahrzeuggattung verkauft sich derzeit so gut wie die Möchtegerngeländewagen - zu denen auch das wichtigste Wasserstoff-Konkurrenzmodell Hyundai Nexo zählt. Das war für Toyota jedoch offenbar keine Option: "Wir sehen den Wasserstoff als Technologie für die Langstrecke, dort ist sie der Batterie überlegen. Deshalb wurde der Mirai als Reiselimousine konzipiert", so der Firmensprecher.

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Fotostrecke: Deutlich zurückgenommen

Nach einer Reiselimousine sieht der Wagen nun auch für das europäische Auge aus: Denn nicht nur die Haube des Konzeptfahrzeugs ist länger als die des Vorgängers, der Mirai ist nun auch breiter, etwas flacher - und hat Heck- statt Frontantrieb. "Ansonsten ist die Formensprache des zweiten Mirai der des ersten ähnlich - einige Designelemente wurden übernommen", sagt Toyota-Sprecher Heidbrink und nennt die große Kühleröffnung in der Front und die schmalen, langgezogenen Scheinwerfer. "Das Design der hinteren Radkästen und des Hecks enthält ebenfalls viele Elemente des Vorgängers", so Heidbrink. Nur die Motorhaube sei eben jetzt länger. Ein bisschen Zukunft steckt also auch im neuen, konservativen Mirai.



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