Trabi-Kult auf der Oldtimershow Sperrbezirk in der Messehalle

Sandsäcke, Sperrbezirk-Schilder und ein Kübelwagen der DDR-Grenztruppen: Auf der Bremen Classic Motorshow wird die Mauer wieder aufgebaut. Ein Trabant-Fanclub hat die Kulisse eigens für den Messeauftritt entworfen.


Bremen - Oldtimer-Fans erwartet in Bremen demnächst eine mehr als drei Meter hohe Mauer - mitten in der Messehalle. Die Kulisse stammt nicht aus einem Wachsfigurenkabinett oder einem Museum, sondern wird für dieses Wochenende zur Bremen Classic Motorshow aufgebaut. Die Interessengemeinschaft "Wartburg Trabant Barkas" hat diese Präsentation zum Thema 20 Jahre Mauerfall über ein Jahr lang vorbereitet.

Etwa 300 Mitglieder zählt der Verein, in dem bundesweit Fans alter Autos aus den Fahrzeugschmieden der DDR organisiert sind. "Wir haben zwischen 300 und 500 Arbeitsstunden investiert für den Stand", sagt der Vereinsvorsitzende Frank Schwardtmann aus Schwanewede bei Bremen. "Wir haben viele Originalteile besorgt wie ein Sperrbezirk-Schild, Stempel, Uniformen und die Transit-Visa."

Mitglieder der Interessengemeinschaft "Wartburg Trabant Barkas" beim Aufbau: Mauer auf der Messe
Jan Rathke

Mitglieder der Interessengemeinschaft "Wartburg Trabant Barkas" beim Aufbau: Mauer auf der Messe

Zum Beginn der Oldtimermesse müssen die Vereinsmitglieder fünf Tonnen Material in die Hallen schaffen. Neben 30 Gehwegplatten, Bordsteinkanten, 50 Sandsäcken müssen auch ein 4,5 Meter hoher Lampenmast und die aus einem Holzgerüst, Rigipsplatten, Spachtelmasse und Farbe gebaute Nachbildung der Grenzmauer herangeschafft werden. Zur Probe baute die Interessengemeinschaft den gesamten Stand bereits einmal in einer Bremer Fabrikhalle auf.

Spezialisten fürs DDR-Dioram

Der Verein nimmt bereits zum sechsten Mal an der Classic Motorshow teil und hat mit Standbauten wie einer DDR-Dorftankstelle oder einer Unfallszene bereits Preise gewonnen. Die Faszination für die kleinen Autos aus DDR-Zeiten hat den 37 Jahre alten Schwardtmann bereits 1991 gepackt. Heute hat er 18 Fahrzeuge. "Die Leute, die sich im Westen damals so ein Auto gekauft haben, hatten entweder Spaß daran oder kaum Geld."

Für Schwardtmann liegt die Faszination woanders. "Ich brauche kein Radio, ich habe den Motor", schwärmt er von den PS-schwachen Fahrzeugen. Selbst sei er mit seiner Familie schon von Flensburg nach Barcelona gefahren, mit einem Dachzelt, wie im Film "Go Trabi Go", als Schauspieler Wolfgang Stumph mit seinem Trabant "Schorsch" auf den Spuren Goethes in Italien unterwegs war.

Die Autos aus Eisenach und Zwickau sind jedoch keineswegs die einzige Attraktion bei der siebten Auflage der Bremen Classic Motorshow vom 6. bis 8. Februar. Nach Angaben einer Messesprecherin kommen 550 Aussteller aus 13 Nationen. 34.000 Zuschauer werden zu Clubpräsentationen, Fahrzeughandel, Sonderschauen und den Ausstellungen zum Beispiel historischer Motorräder erwartet. Im Mittelpunkt steht diesmal die Geschichte des englischen Rennsports.

Oliver Pietschmann, dpa



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.