TÜV, Dekra und Co. Kfz-Prüfern droht Verlust der Zulassung

Deutschlands Prüfgesellschaften sollen sich nach SPIEGEL-Informationen bei der Hauptuntersuchung nicht an die Vorgaben gehalten haben. Ihre Zulassung als Kfz-Prüfer steht auf dem Spiel.
Hauptuntersuchung: "Akkreditierung ausgesetzt"

Hauptuntersuchung: "Akkreditierung ausgesetzt"

Foto: Jörg Carstensen/ picture alliance / dpa

Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) mit Sitz in Berlin bemängelt die Hauptuntersuchungen von TÜV, Dekra, GTÜ und allen anderen Prüforganisationen.

"Die DAkkS teilt mit, dass sie mit Datum vom 10. Dezember 2015 für alle amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen die Akkreditierung ausgesetzt hat", heißt es in einem internen Dokument, das dem SPIEGEL vorliegt. Hintergrund der Entscheidung sind Vorwürfe, die Prüfer hätten ihre Arbeit mit Messgeräten nicht ordnungsgemäß dokumentiert. Die betroffenen Prüfgesellschaften erhielten in den vergangenen Wochen entsprechende Bescheide. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Die Entscheidung der DAkkS bringt das gesamte System der Hauptuntersuchungen in Gefahr. Sobald die Bescheide Bestandskraft haben, seien die zuständigen Behörden der Länder "gezwungen", den Prüfern die Anerkennung zu entziehen, heißt es in dem Kurzprotokoll eines Arbeitskreistreffens von Vertretern der DAkkS und der Verkehrsministerien von Bund und Ländern. "Ein Widerruf der amtlichen Anerkennung für alle in Deutschland anerkannten Überwachungsorganisationen würde das System der Hauptuntersuchung in Deutschland zusammenbrechen lassen", heißt es in dem Papier.

Messgeräte sollen falsch kalibriert sein

Im Sommer hatte DAkkS-Chef Norbert Barz zahlreiche Verkehrsminister der Länder in einem Brief auf die Probleme hingewiesen. Unter dem Betreff "Keine zuverlässigen Hauptuntersuchungen gewährleistet" teilte er mit, Besuche bei den Prüfdiensten hätten ergeben, dass "in erheblichem Umfang" Messgeräte eingesetzt werden, die nicht nach den "einschlägigen Anforderungen" und dem "Stand der Technik kalibriert sind".

Die betroffenen Prüfgesellschaften wiesen dies später zurück. Der Vorwurf, die Zuverlässigkeit der Hauptuntersuchung sei nicht mehr gewährleistet, entbehre "jeglicher Grundlage". Alle Messgeräte seien ordnungsgemäß "kalibriert, geeicht oder stückgeprüft", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

In der folgenden Animation erklären wir, was und wen der TÜV prüft und wie er dabei vorgeht:

DER SPIEGEL, Alexander Epp
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