TÜV-Report 2013 Jedes fünfte Auto fällt durch

Jedes fünfte Auto in Deutschland weist gravierende Mängel auf. Das geht aus dem TÜV-Report 2013 hervor. Erstmals tauchen in der Statistik auch die mit der Abwrackprämie gekauften Autos auf - und verhageln die Bilanz.
Hauptuntersuchung beim TÜV: Meistens die gleichen Mängel

Hauptuntersuchung beim TÜV: Meistens die gleichen Mängel

Foto: TÜV SÜD

Berlin - Der regelmäßige Check ist Pflicht: Alle zwei Jahre müssen Autobesitzer ihre Fahrzeuge untersuchen lassen, bei Neuwagen steht die Analyse nach spätestens drei Jahren an. Ist dabei alles in Ordnung, gibt es eine neue TÜV-Plakette. Weist der Wagen aber sogenannte erhebliche Mängel auf, fällt das Auto bei der Hauptuntersuchung durch. Im vergangenen Jahr war das laut TÜV bei 20 Prozent der Fahrzeuge der Fall.

Auch in diesem Jahr beanstandeten die Prüfer besonders häufig die Beleuchtungs-, Brems- und Auspuffanlagen. "Die über Jahre konstant hohen Mängelraten an der Beleuchtung sind erstaunlich", sagt TÜV-Geschäftsführer Klaus Brüggemann. "Eigentlich ist jeder Autofahrer dazu verpflichtet, sich vor der Fahrt von der Funktionstüchtigkeit wichtiger Fahrzeugkomponenten zu überzeugen." Beleuchtungsmängel wären schließlich einfach zu erkennen. "Selbst die Warnlampe im Cockpit scheint aber häufig nicht auszureichen", meint Brüggemann.

Mängelquote bei jungen Autos gestiegen

Für den Report hat der TÜV mehr als acht Millionen Hauptuntersuchungen im Zeitraum zwischen Juli 2011 und Juni 2012 ausgewertet. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln dabei leicht an, von 19,7 auf 20 Prozent. "Das bedeutet, dass hochgerechnet auf den Gesamtbestand in Deutschland rund acht Millionen Pkw den Anforderungen an die technische Sicherheit nicht genügen", sagt TÜV-Geschäftsführer Brüggemann.

Auch die 2009 mit der Abwrackprämie gekauften Autos, die erstmals zur Hauptuntersuchung kamen, hätten den Anstieg nicht stoppen können. Im Gegenteil: Gerade bei diesen Autos habe sich die Quote erheblicher Mängel deutlich erhöht, heißt es im TÜV-Report. Die Mängelquote der bis zu drei Jahre alten Fahrzeugen sei von 5,1 auf 6,1 Prozent gestiegen. Durch die Abwrackprämie sei die Zahl der Autos um 300.000 angewachsen, die im Untersuchungszeitraum bundesweit zur Hauptuntersuchung mussten.

Bei den fünfjährigen Wagen waren es 10,6 Prozent (2012: 10,3 Prozent) und bei den siebenjährigen hatten 17,2 Prozent (2012: 17,5 Prozent) Sicherheitsmängel. Mehr als ein Viertel (27,4 Prozent) aller elfjährigen Fahrzeuge mussten noch einmal in die Werkstatt, um die HU-Plakette zu bekommen (2012: 26,8 Prozent).

Der TÜV vermeldet aber auch einen positiven Trend. Der Anteil der insgesamt mängelfreien Fahrzeuge hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen: Waren es im Jahr 2007 noch 48,3 Prozent, so kamen im TÜV Report 2013 bereits 55,1 Prozent ohne Beanstandung durch die Hauptuntersuchung.

Eine detaillierte Auflistung der Gewinner und Verlierer des TÜV-Reports lesen Sie auf SPIEGEL ONLINE in Kürze.

cst/dpa/AFP
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