Autonomes Fahren Uber bricht Test mit Roboterwagen ab

Ohne offizielle Erlaubnis hatte Uber selbstfahrende Autos in San Francisco eingesetzt. Jetzt hat die Behörde eingegriffen.

Roboterwagen von Uber in San Francisco
AP

Roboterwagen von Uber in San Francisco


Zum Zwist mit der kalifornischen Verkehrsbehörde war es vergangene Woche gekommen, als Uber ohne offizielle Erlaubnis eine Flotte von autonom fahrenden Testwagen losschickte. Nun bediente sich das Amt einer einfachen und effizienten Methode, um die 16 Autos des Modells Volvo XC90 von der Straße zu kriegen: Es annullierte deren Kennzeichen.

Zugleich erklärte Behördenchefin Jean Shiomoto in der Nacht zu Donnerstag, sie werde Uber persönlich helfen, beschleunigt eine Erlaubnis für Fahrten mit Roboterwagen zu bekommen. Die Befugnis könne innerhalb von drei Tagen ausgestellt werden.

Tests in San Francisco laufen schon länger

Der zuständige Projektleiter Anthony Levandowski hatte die fehlende Erlaubnis bisher damit begründet, dass in den Autos immer auch ein Mitarbeiter am Steuer sitze, der die Fahrt überwache und bei Bedarf eingreifen könne. Die Behörde entgegnete jedoch, dass die Autos zeitweise durchaus autonom fahren - und verwies darauf, dass 20 andere Unternehmen wie Google, Mercedes oder die chinesische Internetfirma Baidu sich solche Genehmigungen für ihre Roboterwagen besorgt hätten.

Video: Autonomes Uber-Auto überfährt rote Ampel

Kamera One

Das Entgegenkommen der Behörde bringt Uber nun unter Zugzwang: Mit der Erlaubnis einher geht auch die Pflicht, Unfallsituationen und Zahlen zur Abschaltung der Roboterwagen-Software offenzulegen. Geht Uber nicht auf das Angebot Shiomotos ein, vermittelt das Start-up den Eindruck mangelnder Transparenz.

Uber erprobt bereits seit dem Spätsommer Roboterwagenfahrten mit Passagieren an Bord in der US-Stadt Pittsburgh (Pennsylvania), wo die Regeln anders sind. Die Ausweitung der Tests auf San Francisco hatte Uber am Mittwoch vergangener Woche bekannt gegeben. Die Wagen seien zu diesem Zeitpunkt bereits einen Monat in der kalifornischen Stadt unterwegs gewesen, erklärte Levandowski.

cst/dpa/Reuters

insgesamt 98 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sonnemond 22.12.2016
1. Unglaublich, was sich diese Firma herausnimmt
Gut, dass sie hier in Europa fast überall verboten ist. Nur ein paar rückständige Länder erlauben sie.
Abel Frühstück 22.12.2016
2.
Im Artikel lese ich nichts darüber, wer nun wo was "abgebrochen" hat, wie die Überschrift andeutet. Vielmehr geht es um die Behörde, deren Eingreifen und gleichzeitigem Entgegenkommen. Kann das noch mal überarbeitet werden? Danke.
Flo&Eddie 22.12.2016
3. Es wird nie nie nie nie
selbstfahrende Autos geben ! Jedes selbstfahrende Auto benötigt Sensoren die die Umwelt sehen. Und das Wetter wird diese Sensoren ausser Kraft setzen, sei es durch regen der die optik verändert oder Schnee, match und Dreck der die Sensoren komplett zu macht. Diese ganze Forschen daran ist rausgeschmissenes Geld. es mag auf der sonnenbestrahlten testsrecke funktionieren aber im echten Leben Nie nie nje !
Vorsteuernachzahlung 22.12.2016
4. Hybris
Mag sein, dass es irgendwann mal solche Fahrzeuge geben wird. Auch wenn sie heute rein technisch halbwegs möglich sind, sind sie in unserer Zeit nichts als Hybris.
Frequent Traveller 22.12.2016
5. Hackeruebernahme autonomer Fahrzeuge
wenn schon das Erkennen roter Ampeln ein Problem ist, Geheimdienste, Telekommunikationunternehmen, Banken etc. etc.immer wieder kriminellen IT-Zugang zu ihren Systemen einraeumen muessen, wer erklaert und garantiert uns dann, dass zu 100% ausgeschlossen sein wird, mit einem gehackten, dann eben nicht mehr autonomen Fahrzeug, einen Terroranschlag zu verueben? Naja VW hat pfiffige Softwareentwicker auf anderem Gebiet, vielleicht koennen die's?.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.