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09. Mai 2019, 15:32 Uhr

Fahrräder statt Autos

Taxischreck Uber vermietet E-Bikes in Berlin

Der US-Mobilitätskonzern Uber agierte in Deutschland bisher glücklos, er konnte sich nicht als Taxi-Alternative durchsetzen. Nun versuchen die Amerikaner es auch mit Fahrrädern. Und sie haben weitere Pläne.

Der Fahrdienstvermittler Uber verleiht in Berlin ab sofort E-Bikes. Die 1000 roten Pedelecs der Tochterfirma Jump seien über die App buchbar, kündigte das US-Unternehmen in Berlin an. Bislang bot Uber über seine App nur Taxis und Mietwagen mit Fahrern an.

Die mit einem Einkaufskorb aus Metall ausgestatteten Räder sollen ohne feste Stationen in zwölf Stadtteilen bereitstehen. Wer volljährig ist, kann sich Räder im Umkreis anzeigen lassen und sie buchen. Das kostet einen Euro zum Reservieren und Aufschließen des Fahrrads und dann zehn Cent pro Minute.

Flotte soll wachsen

Eine mehrmonatige Testphase habe die Nachfrage nach einem derartigen Angebot gezeigt, teilte Uber mit. Nach Berlin sollen weitere Städte folgen. Die Flotte soll außerdem aufgestockt werden.

Uber hatte das Start-up Jump Anfang April 2018 übernommen. Der E-Rad-Vermittler hatte seit 2010 mehr als 12.000 E-Bikes in 40 Städten in sechs Ländern auf die Straße gebracht.

Im Video: Die Zweirad-Revolution - E-Bikes auf der Überholspur

Auf dem Mietfahrradmarkt tummeln sich bereits mehrere Anbieter aus dem In- und Ausland. Erst im vergangenen Jahr musste das Unternehmen Obike aus Singapur Konkurs anmelden. Uber hofft nun, mit seinem "Premiumfahrrad" und dem umfassenden Mobilitätskonzept in einer einzigen App punkten zu können.

Auch andere Verkehrsmittel rücken in den Fokus

Der Fahrdienstvermittler treibt mit dem Zukauf von Jump seine Strategie voran, Transportwege nicht nur mit Autos abzudecken. Das Unternehmen will über seine App Verkehrsmittel wie Mietwagen, Roller, Taxen und eben Räder anbieten und diese verstärkt auch mit dem öffentlichen Nahverkehr verknüpfen.

Uber sieht sich immer wieder Kritik ausgesetzt. Kurz vor dem für Freitag geplanten Börsengang haben Fahrer am Mittwoch in Australien und Großbritannien gegen schlechte Arbeitsbedingungen demonstriert. Auch in den USA waren Streiks geplant.

In Deutschland steht der Fahrdienstvermittler vor allem mit dem Taxigewerbe auf Kriegsfuß. Die Taxifahrer werfen den Uber-Fahrern vor, gegen Auflagen zu verstoßen. Uber bestreitet das.

nis/dpa/afp

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