Fahrräder statt Autos Taxischreck Uber vermietet E-Bikes in Berlin

Der US-Mobilitätskonzern Uber agierte in Deutschland bisher glücklos, er konnte sich nicht als Taxi-Alternative durchsetzen. Nun versuchen die Amerikaner es auch mit Fahrrädern. Und sie haben weitere Pläne.

Elektrofahrräder der Uber-Tochter Jump
Wolfgang Kumm/ DPA

Elektrofahrräder der Uber-Tochter Jump


Der Fahrdienstvermittler Uber verleiht in Berlin ab sofort E-Bikes. Die 1000 roten Pedelecs der Tochterfirma Jump seien über die App buchbar, kündigte das US-Unternehmen in Berlin an. Bislang bot Uber über seine App nur Taxis und Mietwagen mit Fahrern an.

Die mit einem Einkaufskorb aus Metall ausgestatteten Räder sollen ohne feste Stationen in zwölf Stadtteilen bereitstehen. Wer volljährig ist, kann sich Räder im Umkreis anzeigen lassen und sie buchen. Das kostet einen Euro zum Reservieren und Aufschließen des Fahrrads und dann zehn Cent pro Minute.

Flotte soll wachsen

Eine mehrmonatige Testphase habe die Nachfrage nach einem derartigen Angebot gezeigt, teilte Uber mit. Nach Berlin sollen weitere Städte folgen. Die Flotte soll außerdem aufgestockt werden.

Uber hatte das Start-up Jump Anfang April 2018 übernommen. Der E-Rad-Vermittler hatte seit 2010 mehr als 12.000 E-Bikes in 40 Städten in sechs Ländern auf die Straße gebracht.

Im Video: Die Zweirad-Revolution - E-Bikes auf der Überholspur

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Auf dem Mietfahrradmarkt tummeln sich bereits mehrere Anbieter aus dem In- und Ausland. Erst im vergangenen Jahr musste das Unternehmen Obike aus Singapur Konkurs anmelden. Uber hofft nun, mit seinem "Premiumfahrrad" und dem umfassenden Mobilitätskonzept in einer einzigen App punkten zu können.

Auch andere Verkehrsmittel rücken in den Fokus

Der Fahrdienstvermittler treibt mit dem Zukauf von Jump seine Strategie voran, Transportwege nicht nur mit Autos abzudecken. Das Unternehmen will über seine App Verkehrsmittel wie Mietwagen, Roller, Taxen und eben Räder anbieten und diese verstärkt auch mit dem öffentlichen Nahverkehr verknüpfen.

Uber sieht sich immer wieder Kritik ausgesetzt. Kurz vor dem für Freitag geplanten Börsengang haben Fahrer am Mittwoch in Australien und Großbritannien gegen schlechte Arbeitsbedingungen demonstriert. Auch in den USA waren Streiks geplant.

In Deutschland steht der Fahrdienstvermittler vor allem mit dem Taxigewerbe auf Kriegsfuß. Die Taxifahrer werfen den Uber-Fahrern vor, gegen Auflagen zu verstoßen. Uber bestreitet das.

nis/dpa/afp



insgesamt 52 Beiträge
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brooklyner 09.05.2019
1.
Ach, diese unfassbar hässlichen Neon Bikes gehören zu Uber? Vor ein paar Monaten standen die plötzlich am Prenzlauer Berg rum und sind schon längst wieder verschwunden. Wie viele andere auch, nur die mit den orangenen Felgen sieht man noch, allerdings so gut wie nie jemanden, der darauf fährt (ausser rund um das Soho House). Uber hat durch seinen Gründer auch ein erhebliches Schmuddelkind Image. Interessant war, wie vor einiger Zeit ein großer Aufschrei durch Berlin ging, als Uber den Markt aufrollen wollte mit der Folge, dass Uber Taxis nicht billiger sein durften, als normale Taxis. Alle waren zufrieden. Neulich musste ich feststellen, dass diese Regelung anscheinend wieder klammheimlich aufgehoben wurde und dies von niemandem bemerkt wurde. Wir fuhren mit einem Freund im Uber Wagen nach Charlottenburg und der war um einiges billiger, als ein Taxi. Auch völlig lächerlich ist der Plan in Berlin, die Taxipreise enorm zu verteuern, um (und jetzt kommt es) der steigenden Konkurrenz durch Uber entgegenzutreten - durch Preiserhöhungen, hallo??? Aber wenigstens hat die BVG in Berln nachgezogen und bietet den durchaus guten Berlkönig Shuttle an, dessen Preis zwischen Taxi und öffentlichen liegt und einen von Tür zu Tür bringt.
TrumpIstDonnie 09.05.2019
2. Wie dürfen gespannt sein
ob den Uber Fahrrädern ein anderes Schicksal zuteil wird als den OBikes, nämlich Vandalismus, Sabotage, Zerstörung, Versenkung. Ich wünsche es mir als Taxifahrer natürlich nicht...
Das Pferd 09.05.2019
3.
und wieder ein Angebot innerhalb des S-Bahn Rings Abstellen ausserhalb €25,- Was soll das, alle modernen Mobilitätsangebote werden nur auf einem Bruchteil der Stadtfläche angeboten, Berlkönig, Lidl-Bike, car2go,Jump...... Die konkurieren sich im Zentrum tot, und bearbeiten die Ränder gar nicht. Da wohnen aber die Berliner überwiegend. Und alternativer Verkehrsangebote wollen wirklich nicht nur die Hipster aus Schwaben, das interessiert inzwischen auch normale Leute. Aufwachen, ihr lasst 2/3 vom Markt brach liegen, und verbrennt in einem Drittel Geld um Marktanteile zu erkämpfen.
sonnemond 09.05.2019
4. Hier in München braucht sich Uber gar nicht erst sehen zu lassen
Der MVG hat seine tolle Bike- und E-Bike-Flotte grade erst erweitert. Während der O-Bike-Müll teilweise immer noch herum liegt. Und Uber hat weltweit fast so einen schlechten Ruf wie Monsanto. Wir sollten diese miese Firma von Anfang an boykottieren.
antelatis 09.05.2019
5.
Zitat von sonnemondDer MVG hat seine tolle Bike- und E-Bike-Flotte grade erst erweitert. Während der O-Bike-Müll teilweise immer noch herum liegt. Und Uber hat weltweit fast so einen schlechten Ruf wie Monsanto. Wir sollten diese miese Firma von Anfang an boykottieren.
Echt, in München ist alles voller O-Bikes? In meiner Stadt stehen überall Autos rum und blockieren alles oder verpesten die Luft mit Abgasen und Lärm. Dann habt ihr in München ja echt noch Glück gehabt, dass es nur ein paar Fahrräder sind.
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