Überhöhte Preise Diesel laut CDU-Mittelstand 18,5 Cent zu teuer

Heftige Schelte für Mineralölkonzerne: Die CDU-Mittelstandsvereinigung übt harsche Kritik an der Branche wegen der Preisgleichheit von Diesel und Benzin. Der Dieselpreis sei mindestens 18,5 Cent zu hoch.

Osnabrück - Bis zu 6,5 Milliarden Euro könnten die Mineralölkonzerne Günter Reisner zufolge an Zusatzgewinn machen - wegen der ungewöhnlichen Preisgleichheit zwischen Benzin und Diesel. Wirtschaftlich jedenfalls lässt sich der Zustand nicht begründen, findet der Energieexperte der CDU-Mittelstandsvereinigung. In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" erklärt er, Diesel sei mindestens 18,5 Cent zu teuer. Die Mineralölsteuer betrage schließlich bei Ottokraftstoff 65,5 Cent und bei Diesel nur 47 Cent pro Liter.

Lege man den deutschen Dieselverbrauch für 2007 zugrunde, würden die Mineralölkonzerne bei anhaltender Preisgleichheit so auf den zusätzlichen Gewinn von 6,5 Milliarden Euro kommen, sagt Reisner.

Doch auch der Staat profitiert nach Berechnungen des CDU-Mittelständlers, indem er auf die überhöhten Preise auch noch die Mehrwertsteuer aufschlägt: Dies brächte ihm bei anhaltender Preisgleichheit 1,2 Milliarden Euro Steuermehreinnahmen jährlich zusätzlich.

In Deutschland mussten Autofahrer für Diesel am vergangenen Mittwoch erstmals so viel bezahlen wie für Superbenzin. Beide Produkte lagen im Bundesschnitt an Markentankstellen bei etwa 1,52 Euro je Liter.

Nach Einschätzung von Handelskammerpräsident Ludwig Georg Braun werden die Spritpreise auch in Zukunft dauerhaft hoch bleiben. Der Benzinpreis werde nicht mehr unter 1,30 Euro pro Liter sinken, sagte Braun der "Bild"-Zeitung. "Die Zeiten günstigen Sprits sind wegen der weltweit hohen Ölnachfrage vorbei", fügte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hinzu.

Der ADAC rechnet damit, dass dieses Jahr das "teuerste aller Zeiten" für die Autofahrer wird. Die Pkw-Kosten hätten bereits in den ersten drei Monaten des Jahres um 10,4 Prozent höher als 2005 gelegen, sagte ADAC-Sprecher Andreas Hölzel der "Bild". Die Kosten fürs Auto stiegen derzeit fast doppelt so schnell wie die sonstige Lebenshaltung.

ase/AP/AFP

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