Umweltzonen EU beschließt strengere Feinstaub-Grenzwerte

Fahrverbote in versmogten Innenstädten rücken näher: Die neuen, strengeren Feinstaub-Grenzwerte der EU könnten etliche Großstädte in die Bredouille bringen - sie haben nur noch zwei Jahre Zeit, ihre Luftqualität deutlich zu verbessern.

Luxemburg - Ab dem Frühjahr 2010 gelten strengere Regeln zum Schutz der Bürger vor Feinstaub. Vertreter der 27 EU-Staaten verabschiedeten am Montag endgültig eine neue Richtlinie, wonach erstmals auch für Kleinstpartikel in der Luft ein Grenzwert eingeführt wird.

Die Belastung durch Feinstaub von bis zu 2,5 Tausendstel Millimeter Größe (PM 2,5) soll damit in städtischen Gebieten bis 2020 um durchschnittlich ein Fünftel gegenüber 2010 sinken. Die bereits geltenden Grenzwerte für gröberen Feinstaub bis zu zehn Tausendstel Millimeter (PM10) werden beibehalten.

Nach der für Mai geplanten Veröffentlichung des neuen Gesetzes im EU-Amtsblatt haben Deutschland und die anderen Mitgliedstaaten zwei Jahre Zeit zur Umsetzung in nationales Recht. Feinstaub gilt als Verursacher von Atemwegskrankheiten wie Asthma. Quellen sind neben dem Autoverkehr die Industrie, aber auch natürliche Stäube.

Hintergründe zum Thema Feinstaub

Die Feinstaubrichtlinie schreibt eine Tageshöchstgrenze von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter vor, die an höchstens 35 Tagen im Jahr überschritten werden darf. Im Jahresmittel soll die Belastung höchstens 40 Mikrogramm pro Kubikmeter betragen. In den vergangenen Jahren scheiterten zahlreiche Großstädte an diesen Vorgaben, Irland ist der einzige EU-Staat, der nachweislich keine Probleme mit der Richtlinie hat.

In Deutschland gelten etwa Stuttgart oder München als notorische Feinstaub-Sünder. Viele deutsche Großstädte haben bereits Umweltzonen eingeführt, in denen stark rußende Altfahrzeuge nicht mehr fahren dürfen. Nach Darstellung der EU-Kommission kostet die Feinstaubbelastung jährlich 350.000 Europäer das Leben.

hil/AP/AFP

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