Mercedes 300 SL mit Totalschaden Die 650.000-Euro-Probefahrt

Das Gegenteil von Reparatur: Bei einer Probefahrt hat der Angestellte einer auf hochkarätige Mercedes spezialisierten Fachwerkstatt bei Pleidelsheim einen 300 SL Flügeltürer in den Graben gesetzt. Der Wagen erlitt einen Totalschaden.
Totalschaden: Der Mercedes 300 SL nach dem Überschlag

Totalschaden: Der Mercedes 300 SL nach dem Überschlag

Foto: DPA/ Polizeidirektion Ludwigsburg

Pleidelsheim - Der Mercedes 300 SL ist eine automobile Ikone, vermutlich sogar der Mercedes schlechthin. In den fünfziger Jahren war er der Abgesandte des Silberpfeil-Mythos für die Straße, seine Flügeltüren haben eine ganze Generation von Autofans betört. Lediglich 1400 Stück wurden davon gebaut, wer heute einen besitzt, kann einen Schatz sein eigen nennen. Die meisten Eigner hegen und pflegen ihren Flügeltürer entsprechend.

Problematisch wird es offensichtlich dann, wenn die in der Regel nicht selbst schraubenden Kenner den Wagen in die Werkstatt geben - wie sich jetzt bei einem Unfall in Pleidelsheim gezeigt hat. Dort nämlich hat der Angestellte der auf hochkarätige Mercedes spezialisierten Werkstatt Mechatronik den Flügeltürer eines Kunden zerlegt, der dort zur Wartung abgegeben worden war.

Wenn Leidenschaft daneben geht

"Perfektion, Qualität und Leidenschaft" ist der Slogan des edlen Restaurationsbetriebs, und den hat der Angestellte wohl missverstanden, zumindest den letzten Teil: Nach Angaben der Polizei vom Mittwoch kam der 26-Jährige wegen überhöhter Geschwindigkeit in einer Kurve von der Straße ab. "Dort ist eine Geschwindigkeit von 80 k/h vorgeschrieben, die wurde offensichtlich nicht eingehalten", sagte Peter Widenhorn, Sprecher der Polizeidirektion Ludwigsburg.

Der Mercedes 300 SL Flügeltürer überschlug sich und wurde total zerstört. Der Fahrer blieb unverletzt, ebenso der 19 Jahre alte Azubi der Fachwerkstatt, der auf dem Beifahrersitz saß. Der Schaden am Fahrzeug beläuft sich auf 650.000 Euro, der Besitzer nahm es aber laut Widenhorn gelassen. "Am Telefon wirkte er ganz entspannt, sowohl der Wagen als auch die Werkstatt sind gegen solche Fälle natürlich versichert."

Geschmerzt hat wohl eher der ideelle Verlust, der Unternehmer aus Gemünden nahm mit dem Wagen regelmäßig an Oldtimer-Rallyes teil. Der Wagen ist nämlich durchaus fähig, schnell durch die Kurven zu fahren - wenn man es richtig anstellt.

mhe/dpa