Unfallserie Nasa-Studie entlastet Toyota

Aufatmen bei Toyota: Die Unfallserie bei verschiedenen Modellen des Konzerns ist nicht auf Fehler in der Elektronik zurückzuführen. Dies ergab eine US-Studie, an der auch die Nasa beteiligt war. Schuld waren stattdessen rutschende Fußmatten und klemmende Gaspedale.
Toyota-Händler in Kalifornien: Elektronik der Autos fehlerfrei

Toyota-Händler in Kalifornien: Elektronik der Autos fehlerfrei

Foto: DAVID MCNEW/ AFP

Toyota

Washington - Im Skandal um angeblich ungewollt beschleunigende Fahrzeuge hat eine Studie der US-Regierung den japanischen Autobauer entlastet. Außer den bekannten Problemen, die durch Rückrufe bereits behoben werden konnten, seien keine neuen Defekte gefunden worden. Besonders in der Bordelektronik konnten keine Störungen nachgewiesen werden.

Dies ergab der Abschlussbericht, den die US-Verkehrssicherheitsbehörde am Dienstag vorlegte. Vorhergegangen war eine zehnmonatigen Untersuchung in Zusammenarbeit mit der Luft- und Raumfahrtbehörde NASA.

"Nachdem die Ingenieure die betroffenen Toyota-Fahrzeuge getestet haben, liegt nun das Ergebnis vor: Es gibt keine auf die Elektronik zurückzuführende Ursache für eine ungewollte Beschleunigung", sagte Verkehrsminister Ray LaHood.

"Toyotas Probleme waren mechanischer Natur, nicht elektronischer", so LaHood weiter. Es habe nur zwei Gründe gegeben, wegen denen die Autos des japanischen Herstellers ohne das Zutun der Fahrer beschleunigt hätten: rutschende Fußmatten und klemmende Gaspedale.

Dazu hätten die Fahrer in Stresssituationen oftmals schlicht das Gas- mit dem Bremspedal verwechselt, stellten die Nasa-Ingenieure fest. Die Experten hatten Dutzende Unfälle untersucht.

Toyota musste seit Ende 2009 wegen Qualitätsproblemen mehr als zwölf Millionen Autos zurückrufen und zahlte unter anderem wegen schlechter Informationspolitik über die Pannenserie eine Rekordstrafe von 32 Millionen Dollar. Kläger hatten dem Konzern vorgeworfen, dass Probleme mit dem Steuerungssystem zur unfreiwilligen Beschleunigung geführt hätten.

Das Unternehmen erklärte hingegen, dass keine Nachweise für diese Anschuldigungen erbracht werden konnten. Die Qualitätsprobleme seien vielmehr auf Fehlverhalten der Fahrer, störende Bodenmatten und klebrige Gaspedale zurückzuführen, hieß es.

An der Börse wurde der Bericht begrüßt, die Aktie stieg an der Wall Street um 4,4 Prozent. Dem Konzern drohen aber immer noch Schadensersatzklagen.

jok/dapd/AFP/dpa
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