Unfallstatistik Zahl der Verkehrstoten in der EU auf Rekordtief

In Europa sind im vergangenen Jahr jeden Tag im Schnitt 72 Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben. Die Zahl klingt dramatisch - doch seit Einführung der Statistik war sie nie so niedrig. Die Unfallquote nach Mitgliedstaaten ist dabei höchst unterschiedlich.

Holzkreuz an einer Straße: Sicheres Schweden, gefährliches Griechenland
DPA

Holzkreuz an einer Straße: Sicheres Schweden, gefährliches Griechenland


Brüssel - Auf den Straßen in der Europäischen Union gibt es immer weniger tödliche Unfälle. Die Zahl der Verkehrstoten sank im vergangenen Jahr gegenüber 2012 um acht Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit Beginn der aktuellen Datenerhebung im Jahr 2001, wie die EU-Kommission am Montag in Brüssel mitteilte. Insgesamt kamen demnach im vergangenen Jahr in der EU aber immer noch 26.200 Menschen ums Leben - im Schnitt fast 72 jeden Tag.

Die wenigsten Verkehrstoten gemessen an der Bevölkerung gab es der Statistik zufolge in Schweden mit 28 Todesfällen je eine Million Einwohner. Mehr als 80 Fälle zählten mehrere Länder, darunter Griechenland, Polen und Luxemburg.

Deutschland meldete 41 Verkehrstote pro eine Million Einwohner 2013 - vor zwölf Jahren waren es den EU-Zahlen zufolge hierzulande noch 85 Tote gewesen. EU-weit sank die Zahl in diesen zwölf Jahren von im Schnitt 113 auf 52.

Die Menschen sind rationaler geworden, glaubt der EU-Kommissar

Die EU-Statistik spiegelt die Unfallgefahr in den einzelnen Ländern jedoch nur unzureichend wider, sagte Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Um die Verkehrssicherheit in den Mitgliedstaaten wirklich vergleichbar zu machen, müsse auch die jeweilige Fahrleistung berücksichtigt werden.

EU-Verkehrskommissar Siim Kallas führte den Rückgang auf ein Bündel von Ursachen zurück. Die Staaten kümmerten sich um bessere Straßen, bessere Ausbildung der Autofahrer und bessere Durchsetzung der Verkehrsregeln. Auf EU-Ebene werde dafür gesorgt, dass Verstöße in einem Land auch in einem anderen Land verfolgt werden. Zudem verstünden wohl immer mehr Autofahrer, "dass es rationaler ist, die Regeln einzuhalten", sagte Kallas.

cst/AFP



insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
kenterziege 31.03.2014
1. Der Verkehrskommissar Siim Kallas irrt gewaltig....
....wenn er die zurückgehenden Opferzahlen mit der Einhaltung der Verkehrsregeln und der grenzüberschreitenden Ahndung von Verstößen begründet. So eine dilettantische Begründung ist schon gemeingefährlich, weil sie von den wirklich wirksamen Ursachen ablenkt, die wiederum künftige Verbesserungen beeinflussen sollten. Ob nun ein grenzüberschreitendes Verfolgen von Parkvergehen oder Geschwindigkeitsüberschreitungen zu weniger Unfällen führt darf getrost bezweifelt werden. Meines Erachtes ist es die älter werdende Gesellschaft, die zu "erfahrenerer" Fahrweise führt. Dazu ABS und Airbags, sowie eine schnelle Rettung nach einem Unfall. Das hat alles nichts mit Europa zu tun. Aber einem Kommissar ist ja die Selbstbeweihräucherung nicht weiter übel zunehmen.
Tevje 31.03.2014
2. Was hat diese Statistik
bzw. Verlautbarung mit seriöser Analyse zu tun? Richtig, nichts. Wenn man die Verkehrsdichte, die gefahrenen Kilometer sowie die beteiligten Kfz / LKW und die Unfallursachen mit erwähnte, dann könnte man sich ein Bild machen. Das Verlautbaren solch unausgegorenen Mists führt dann wieder zu Spekulationen, warum nichts offengelegt wurde. Der wahrscheinlichste Grund: die Fakten stehen im Gegensatz zu zuvor gemachten Aussagen, deren Wahrheitsgehalt nicht durch Fakten beeinträchtigt werden soll. Naja, bals ist Europawahl ...
_thilo_ 31.03.2014
3. Aber Immerhin ... noch ein paar Zahlen
-> WHO Global status report on road safety 2013, Verkehrstote pro jeweils 100'000 Einwohner und Jahr, Auszugsweise (willkürliche Auswahl): Dominikanische Republik: 41.7 Suedafrika: 31.9 Brasilien: 22.5 China: 20.5 Bosnien und Herzegowina: 15.6 Tuerkei: 12.0 USA: 11.4 Italien: 7.2 Frankreich: 6.4 Deutschland: 4.7 Schweden: 3.0
sasaa 31.03.2014
4.
Zitat von kenterziege....wenn er die zurückgehenden Opferzahlen mit der Einhaltung der Verkehrsregeln und der grenzüberschreitenden Ahndung von Verstößen begründet. So eine dilettantische Begründung ist schon gemeingefährlich, weil sie von den wirklich wirksamen Ursachen ablenkt, die wiederum künftige Verbesserungen beeinflussen sollten. Ob nun ein grenzüberschreitendes Verfolgen von Parkvergehen oder Geschwindigkeitsüberschreitungen zu weniger Unfällen führt darf getrost bezweifelt werden. Meines Erachtes ist es die älter werdende Gesellschaft, die zu "erfahrenerer" Fahrweise führt. Dazu ABS und Airbags, sowie eine schnelle Rettung nach einem Unfall. Das hat alles nichts mit Europa zu tun. Aber einem Kommissar ist ja die Selbstbeweihräucherung nicht weiter übel zunehmen.
da haben Sie wohl Recht
roterrauch 31.03.2014
5.
Ist diese Entwicklung vielleicht nicht auch ein erfreulicher Nebeneffekt aus unseren dauerverstopften Straßen? Wenn's nur im Schritttempo vorangeht, hat ein Crash ja glücklicherweise auch nur eine kleine Beule zur Folge ....
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.