Unfallzahlen 2014
Traurige Trendumkehr bei Motorradunfällen
Das schöne Wetter zeigt seine Schattenseite: Im vergangenen Jahr sind erstmals seit zehn Jahren wieder mehr Motorradfahrer verunglückt als im Vorjahr. Vor allem ein Wochenende stach besonders negativ hervor.
Scheint die Sonne, schlängeln sich Motorradfahrer wieder durch kurvige Land- und Bergstraßen. Gleichzeitig steigen bei gutem Wetter aber auch die Unfallzahlen von motorisierten Zweirädern.
Nach Jahren des Rückgangs sind 2014 wieder mehr Moped- oder Motorradfahrer verunglückt. Die Polizei zählte laut vorläufigen Zahlen 45.500 Zweiradunfälle mit Personenschaden. Gut 4000 mehr als im Vorjahr. 675 Motorradunfälle endeten 2014 tödlich, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Vor allem am Pfingstwochenende verunglückten viele
"In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden deutlich zurückgegangen - im Straßenverkehr generell wie auch bei Zweiradfahrern", sagte Gerhard Kraski vom Statistischen Bundesamt. 2004 hatte die Polizei noch rund 51.000 Moped- und Motorradunfälle mit Personenschaden aufnehmen müssen. Inzwischen sind es elf Prozent weniger. "Zuletzt war allerdings eine Umkehr dieses Trends zu beobachten", sagte Kraski. Von 2013 auf 2014 stieg die Zahl der Moped- und Motorradunfälle um zehn Prozent.
Besonders unfallträchtig war 2014 das warme Pfingstwochenende: Von Freitag bis Montag zählte die Polizei durchschnittlich 258 Unfälle pro Tag. Im Jahresdurchschnitt krachte es mit 125 Mal nur halb so häufig. Die meisten Unfälle ereigneten sich bei schönem Wetter. Im Juni und Juli nahm die Polizei jeweils rund 5600 Unfälle auf, das war ein Viertel aller Unfälle des gesamten Jahres.
2014 war generell ein Jahr mit mehr Verkehrsunfällen
Ein Trend, der sich auch in den generellen Verkehrsunfallzahlen für 2014 widerspiegelt. Insbesondere die relativ milden Wintermonate und ein sehr warmer, trockener Frühling haben im vergangenen Jahr zu mehr Getöteten und Verletzten auf Deutschlands Straßen geführt, so die Statistiker. Denn bei günstigen Witterungsbedingungen werde mehr und häufig schneller gefahren. Zudem seien mehr ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Zweiradfahrer unterwegs. Dadurch steige die Schwere der Unfälle.
Auch mehr Radunfälle
Auch die Zahl der verunglückten Radfahrer nahm deutlich zu. Die Statistiker zählten demnach 78.653 Fahrradunfälle, fast zehn Prozent mehr als im Jahr davor. 405 Radler kamen ums Leben, wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) mitteilte.
Gründe seien auch hier der milde Winter und der trockene Frühling, die für mehr Betrieb auf den Straßen gesorgt hätten, hieß es. Bei gutem Wetter seien viele Verkehrsteilnehmer schneller unterwegs.
Häufigste Unfallursache waren den Angaben zufolge fahrlässig abbiegende Autos und Lastwagen. Aber auch Radfahrer verschuldeten viele Unfälle selbst. So sei vor allem das "Geisterradeln" - das Fahren auf der falschen Fahrbahn - besonders gefährlich.