US-Markt Deutsche Autobauer wollen gegen den Trend wachsen

In den USA werden immer weniger Autos verkauft – die deutschen Hersteller lassen sich von diesem Trend aber nicht beirren: Der Branchenverband VDA gibt sich zur Automesse in Detroit zuversichtlich, in diesem Jahr im US-Markt zu wachsen.


Detroit - "Wir werden uns Marktanteile nicht nur von den heimischen Herstellern, sondern auch von den Asiaten holen", sagte Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), zum Auftakt der Automesse in Detroit. Die deutschen Autobauer strebten für das für das laufende Jahr einen Anteil am US-Pkw-Markt von rund zehn Prozent an. Im zurückliegenden Jahr hatten sich die deutschen Hersteller einen Marktanteil von 9,8 Prozent gesichert.

Angesichts der schwächelnden Konjunktur erwartet der VDA für den US-Automarkt insgesamt einen Absatzrückgang von zwei bis drei Prozent auf 16,2 Millionen Fahrzeuge. Für dieses Jahr peilte er das Ziel an, mehr als eine Million Autos deutscher Fabrikate zu verkaufen. Vor allem beim Diesel sieht Gottschalk ein hohes Potenzial: diese Technologie werde in den kommenden Jahren in den USA angesichts hoher Kraftstoffpreise und strengerer Abgasvorschriften deutlich an Boden gewinnen.

Volkswagen teilte zugleich einen Absatzrekord mit: Weltweit verkaufte der Konzern 5,73 Millionen Autos und Nutzfahrzeuge – dies entspricht einem Anstieg um 9,3 Prozent zum Vorjahr. Auch die Mercedes Car Group des DaimlerChrysler- Konzerns 2006 mehr Autos verkauft als je zuvor. Wie das Unternehmen schon am Freitag mitgeteilt hatte, wurden weltweit insgesamt 1,26 Millionen Autos der Marken Mercedes-Benz, Maybach und smart verkauft. Das waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

BMW steigerte im vergangenen Jahr den Konzernabsatz weltweit um 3,5 Prozent auf 1,37 Millionen Stück und hob seine Verkaufsprognose für 2007 an. Der bayerische Autobauer erwartet nun einen Absatz von über 1,4 Millionen im laufenden Jahr, wie Vertriebsvorstand Michael Ganal mitteilte. "Wir sind ziemlich sicher, dass wir unser Ziel der 4 Milliarden Euro beim Ergebnis erreichen werden", sagte Ganal über den erwarteten Gewinn.

Ganal kündigte den Einstieg von BMW in den US-Dieselmarkt für das Jahr 2008 an. Dabei werde BMW sich nicht auf ausgewählte Modelle beschränken, sondern "eine breite Modellpalette" mit dem sparsamen Motor anbieten. Bisher sind Mercedes und VW in den USA führend bei der Diesel-Technik. "Der US-Markt wird langsam verbrauchsbewusst", sagte Ganal.

reh/dpa/AP/Reuters



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