US-Muscle-Cars Amis lassen Muskeln spielen

Legenden leben länger. Auf der Autoshow in Detroit erleben gleich drei amerikanische Autoikonen ihre Fortsetzung respektive Auferstehung. General Motors präsentiert die sechste Generation der Chevrolet Corvette, Ford eine Neuauflage des Ur-Muscle-Car Mustang sowie eine neue Interpretation des Roadster-Klassikers Shelby Cobra.


Chevrolet Corvette: Verwandtschaft mit Vorläufer in die Karosse gestanzt

Chevrolet Corvette: Verwandtschaft mit Vorläufer in die Karosse gestanzt

Die Verwandtschaft mit ihren Vorläufern ist dabei allen dreien deutlich in die Karosse gestanzt. Am deutlichsten zu sehen bei der neuen Corvette. Die lange Motorhaube, ein bootartiges Stummelheck mit großen runden Rückleuchten und der charakteristische Hüftknick in der Flanke erinnern stark an die dritte und erfolgreichste Corvette-Generation (1963 bis 1982). Dagegen schrumpfte die Kunststoff-Karosserie der C6 genannten Neuauflage in der Länge um 13 Zentimeter und in der Breite um 2,5 Zentimeter. Gleichzeitig wuchs aber der Radstand um 3,5 Zentimeter, und der Wagen rollt auf größeren Rädern (vorne 18 statt 17, hinten 19 statt 18 Zoll) ab.

Angetrieben werden diese nach wie vor von einem V8-Motor, der von 5,7 auf 6 Liter Hubraum vergrößert wurde. Es leistet 405 PS und stemmt ein maximales Drehmoment von 543 Newtonmeter an die Kurbelwelle. Alternativ zur Viergang-Automatik wird ein Sechsgang-Schaltgetriebe angeboten, mit dem die Corvette in 4,3 Sekunden von null auf 100 km/h sprinten und eine Höchstgeschwindigkeit von 290 km/h erreichen soll.

Gestartet wird das Triebwerk nicht mehr per Zündschlüssel, sondern auf Knopfdruck. Hinter den Passagieren befindet sich unter der Glaskuppel der Heckklappe ein großes Abteil, das Platz für das Gepäck zweier Personen bereithält - selbst wenn darin noch das neun Kilogramm wiegende Hardtop verstaut wird. Auch die Türen lassen sich schlüssellos elektrisch öffnen und schließen. Als Extra gibt es ein Head-up-Display, dessen Anzeige sich individuell konfigurieren lässt sowie erstmals auch ein DVD-Navigationssystem.

Ford Mustang GT: So traditionell die Aufmachung, so modern das Innenleben

Ford Mustang GT: So traditionell die Aufmachung, so modern das Innenleben

Die Produktion der Coupé-Version mit herausnehmbarem Hardtop soll im Sommer beginnen. In Deutschland ist der Verkaufsstart für Herbst geplant. Die Cabrio-Version wird auf dem Genfer Autosalon im März präsentiert.

Auch der Ford Mustang orientiert sich mit seiner langen Motorhaube, dem kurzen Heck und der coupéförmig gespannten Dachlinie an die Tradition der amerikanischen Muscle Cars. Dazu gehört selbstverständlich ein entsprechender Antrieb. In Galopp setzen den Mustang 300 Pferdestärken (221 kW) aus einem 4,6 Liter großen Achtzylinder. Wahlweise steht auch ein 200 PS (147 kW) starker V6 mit 4,0 Liter Hubraum zur Verfügung. Übertragen wird die Kraft auf die Hinterräder per Fünfgang-Schaltgetriebe, optional erstmals aber auch über auch eine Fünfstufen-Automatik.

So traditionell die Aufmachung, so modern das Innenleben. Ein neu entwickeltes Fahrwerk mit Mehrlenker-Hinterachse, vergrößerten Scheibenbremsen und Vierkanal-ABS helfen dem Fahrer dabei, den Mustang im Zaum zu halten, zweistufige adaptive Frontairbags und optionale Sidebags sorgen für seine passive Sicherheit. Hightech auch im Cockpit: Eine neue Beleuchtungstechnologie erlaubt dem Fahrer die Instrumente per Knopfdruck in über hundert verschiedenen Hintergrundfarben zu illuminieren.

Shelby Cobra Concept: Mehr zum Streicheln als zum Starten

Shelby Cobra Concept: Mehr zum Streicheln als zum Starten

Ganz ohne solchen Ausstattungs-Schnickschnack, dafür mit Leistung pur glänzt die Replik der legendären Shelby Cobra. Auf Basis des Ford GT, der in Detroit ebenfalls in der endgültigen Serienversion zu sehen ist, schneiderten die Ford-Ingenieure einen knapp vier Meter langen und 1,90 Meter breiten Zweisitzer ohne Dach und Seitenscheiben, der mit seinem bulligen Kühlergrill, den massigen Kotflügeln und den wuchtigen 345er Antriebswalzen Kraft ohne Ende signalisiert. Die entsteht in dem 6,4 Liter großen Zehnzylinder unter der Fronthaube, der 605 PS (445 kW) und 800 Newtonmeter Drehmoment an die Hinterräder leitet. Angeblich soll der Roadster damit weit über 400 km/h laufen und den Sprint unter vier Sekunden absolvieren. Ausprobiert hat und wird es wohl vorerst niemand. Der Wagen ist eine so genannte Show-Studie - mehr was zum Streicheln als zum Starten.



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