Verbraucherschützer Autowerbung führt Konsumenten in die Irre

Die Verbraucherzentralen haben der Autoindustrie massive Irreführung bei der Werbung für ihre Produkte vorgeworfen. Hersteller nutzten zunehmend Worte wie etwa umweltfreundlich. Der CO2-Ausstoß spreche aber häufig eine andere Sprache. Jetzt fordern die Verbände klare Regeln für Autowerbung.


Leipzig - Autohersteller nutzten oft Worte, die den Eindruck vermitteln, ihre Pkw seien umweltschonend. Betrachtet man den CO2-Ausstoß der Modelle, ergibt sich ein anderes Bild, sagte der Vorstand des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes, Gerd Billen, am Freitag auf der Leipziger Automobilmesse AMI.

Seit 2009 gehe die Verbraucherzentrale gegen Autowerbung vor, die zu Unrecht mit Klimaschutzargumenten arbeite. Abmahnungen seien bereits an Opel und Volkswagen erteilt worden. Jetzt sei die Politik gefordert, klare Regeln aufzustellen, damit irreführende Begriffe nicht mehr verwendet werden dürfen. Außerdem sollen Autos künftig in Energieklassen eingeteilt werden - ähnlich wie Kühlschränke oder Waschmaschinen.

Der Verkehrsclub Deutschland VCD kritisierte, die Autobranche wecke zudem bei den Verbrauchern unrealistische Erwartungen zur Verfügbarkeit und Umweltverträglichkeit von Elektroautos. Bislang gebe es fast nur Prototypen, sagte der verkehrspolitische Sprecher des VCD, Gerd Lottsiepen. Wann Elektroautos auf den Markt kommen, wie teuer sie sein werden und welche Kosten anfallen, werde bislang meist offen gelassen. Diese Wagen seien zudem nur dann umweltfreundlich, wenn der Strom regenerativ erzeugt werde. "Das alles muss man den Menschen sagen", forderte Lottsiepen.

rom/dpa-AFX/DAPD



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steffets, 09.04.2010
1. "Das alles muss man den Menschen sagen"
Genau, denn die Menschen sind alle so grenzdebile sabbernde Individuen, die von Tuten und teilweise auch Blasen keine Ahnung haben und deshalb müssen wir schlauen Leute immer drauf aufpassen, was man unserer Schafherde aus Debilisten so verklickert, sonst kommen die noch auf dumme Gedanken und halten Fünfer-BMWs ernsthaft für umweltfreundlich. Himmelherrschaftszeiten, die pöhse Autoindustrie, da muss man doch die Verbraucher schützen und Gesetze erlassen, während man gleichzeitig den Opeletten und Opelanern Milliarden in den Popo schiebt, um weiter noch ein paar umweltsünderische Autos auf den satten Markt zu werfen. Prima!
weero, 10.04.2010
2. hoffnung=irrefuehrung?
Zitat von steffetsGenau, denn die Menschen sind alle so grenzdebile sabbernde Individuen, die von Tuten und teilweise auch Blasen keine Ahnung haben und deshalb müssen wir schlauen Leute immer drauf aufpassen, was man unserer Schafherde aus Debilisten so verklickert, sonst kommen die noch auf dumme Gedanken und halten Fünfer-BMWs ernsthaft für umweltfreundlich. Himmelherrschaftszeiten, die pöhse Autoindustrie, da muss man doch die Verbraucher schützen und Gesetze erlassen, während man gleichzeitig den Opeletten und Opelanern Milliarden in den Popo schiebt, um weiter noch ein paar umweltsünderische Autos auf den satten Markt zu werfen. Prima!
Da kann ich Ihnne nur zustimmen. Werbung fuer niedrigeren Verbrauch und die Hoffnung auf Elektroautos sind irrefuehrend??? Hier werden wohl einfach die Grenzen des sinnvoll Machbaren mit politischen Idealen verwechselt. Solange es Airlines und Telekommunikationsgesellschften gibt, ist sogar Raucherwerbung verhaeltnismaessig ehrlich. Aber mit den richtigen Gangstern geben sich die Verbraucherschuetzer nur ungern ab.
the_flying_horse, 10.04.2010
3. Verbraucher aufklären
Es ist falsch, immer auf die böse Werbeindustrie zu schimpfen; besser wäre es, den Verbraucher entsprechend aufzuklären, damit er die Sprüche nicht blind glaubt. Denn es ist ja nicht nur die Werbung bei Autos, die ein bestimmtes Klische erfüllt bzw. bestimmte Instinkte anspricht, es ist die Werbung allgemein bei allen Produkten. Hier werden jetzt plötzlich Autos als komplett umweltschonend dargestellt, in einem anderen Fall wird eine gesundheistschädliche Zuckerpampe als "extra Portion Milch" angepriesen. Wo wollen wir da anfangen und wo aufhören? Wenn man diese Volksverdummung stoppen wollte, müsste man Werbung genrell und total verbieten. Völlig illusorisch. Aber den Verbraucher aufklären, wie welche Werbeaussagen zu verstehen sind, damit er nicht alles blind glaubt und vielleicht Produkte mit einer irreführenden Werbung gezielt NICHT kauft, da wäre hier ein richtiger Weg.
andjessi 10.04.2010
4. Mein Auto ist gut für die Verdauung.
Zitat von the_flying_horseEs ist falsch, immer auf die böse Werbeindustrie zu schimpfen; besser wäre es, den Verbraucher entsprechend aufzuklären, damit er die Sprüche nicht blind glaubt. Denn es ist ja nicht nur die Werbung bei Autos, die ein bestimmtes Klische erfüllt bzw. bestimmte Instinkte anspricht, es ist die Werbung allgemein bei allen Produkten. Hier werden jetzt plötzlich Autos als komplett umweltschonend dargestellt, in einem anderen Fall wird eine gesundheistschädliche Zuckerpampe als "extra Portion Milch" angepriesen. Wo wollen wir da anfangen und wo aufhören? Wenn man diese Volksverdummung stoppen wollte, müsste man Werbung genrell und total verbieten. Völlig illusorisch. Aber den Verbraucher aufklären, wie welche Werbeaussagen zu verstehen sind, damit er nicht alles blind glaubt und vielleicht Produkte mit einer irreführenden Werbung gezielt NICHT kauft, da wäre hier ein richtiger Weg.
Das ist natürlich richtig, aber allein genauso wenig ausreichend wie die Hoffnung, allein durch Werbeverbote ein Verhaltensänderung zu bewirken. Man muss auf den aufgeklärten Verbraucher setzen und gleichzeitig verlangen, dass sich die Werbeaussagen von Anbietern (auch rechtlich) messen lassen müssen. Ein Begriff wie Umweltfreundlichkeit ist z.B. in Zusammenhang mit Autowerbung dann einfach eine platte Lüge, geanauso wie die heilende Wirkung bei einem Yoghurt oder der Herzschutz von billigen Pflanzenfetten. Bei einem Auto mag eine offensichtliche Falschaussage ja noch durchschaubar sein, es ist dem Konsumenten aber grundsätzlich einfach schlicht nicht zuzumuten, dass er sich in jedem Aspekt eines Produktes auskennen muss, um die irreführende Werbung zu durchschauen. Man muss sich doch darauf verlassen können, dass wenigstens die Basisaussagen zu einem Produkt stimmen. Das hat letztlich auch nichts mit Bervormundung zu tun, sondern aoll einfach ein sehr fragwürdigen Verhalten des Abieters (irreführende Werbung ist nichts anderes als ein Betrugsversuch) abstellen helfen. Flankiert werden muss dies aber mit rechtlich verbindlichen, normierten und ausführlicheren Angaben zu weiteren Produkteigenschaften. Beim Auto würde ich mir hier insbesondere wünschen, nicht nur auf den CO2-Ausstoß während des Verbrauchs anzugeben, sondern den CO2-Ausstoß des Gesamtproduktes (Produktion, Verbrauch, Entsorgung) zu betrachten. So manches Hybrid-Fahrzeug wird hier dann sicherlich deutlich schlechter abschneiden.
kommentar.h 10.04.2010
5. "Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose!"
*Autowerbung*: "Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose!" ... "Ja, stimmt!" - Wer hinter die Kulissen schaut erkennt: * STROM I kommt aus der Steckdose! * SPANNUNG U zwischen den Polen der Steckdose 'wartet' auf das Einstecken eines Steckers, auf das "EIN!"-Schalten eines Verbrauchers! ... * "Scotty! - Energie!" - Leistung P=U*I ... Hm, ... die Automobilindustrie steckt im Dilemma: 'Hybrid' ist eine Zwischenlösung. Wie lange 'tanken' wir noch Kraftstoffe? - Wann 'speichern' wir nur noch die Energie? - Oder doch: "Brennstoffzelle?"
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