Verkehrsrecht Hersteller macht Fehler - Autohändler muss haften

Tritt an einem Fahrzeug ein Defekt auf, der auf einen Konstruktionsfehler des Herstellers zurückzuführen ist, muss der Autohändler haften. Das gilt auch für Gebrauchtwagen. Der Käufer kann sogar vom Vertrag zurücktreten.


München - Glück für den Kunden: Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Thüringen musste ein Autohändler für einen Schaden am Zylinderkopf eines gebrauchten Geländewagens aufkommen, der bei diesem Modell häufig auftritt.

Laut Angaben des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) hatte der Käufer das fünf Jahre alte Auto mit einer Laufleistung von etwa 85.000 Kilometern erworben. Nachdem der Kunde knapp 10.000 Kilometer damit gefahren war, wurde ein Riss am Zylinderkopf festgestellt.

Ein Gerichtsgutachter bestätigte, dass der Motor nicht überhitzt wurde und dass der Defekt bei dieser Modellreihe häufig bei Tachoständen zwischen 80.000 und 120.000 Kilometern auftritt. Außerdem lag eine Herstellerinformation vor, nach der der Zylinderkopf wegen der bisher aufgetretenen Probleme neu entwickelt wurde. Für die Richter stand damit fest, dass es sich nicht um Verschleiß, sondern um einen Herstellerfehler handelte.

Der ADAC wies jedoch darauf hin, dass nicht jede Funktionsbeeinträchtigung zu einem Mangel im Sinne der gesetzlichen Sachmängelhaftung führt. Für normalen Verschleiß müsse ein Autohändler nicht haften.

smv/AP



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.