Vision GST Geburt eines Autos

"Die Entwicklung dieses Autos ist beschlossen." Mercedes-Chef Jürgen Hubbert gibt grünes Licht für den Bau eines sechssitzigen Kombifahrzeugs. Die Studie Vision GST (Grand Sports Tourer) wird damit Realität.

Offenbar gibt es einen Konsens unter den Marktbeobachtern einiger Edelmarken, was die Zukunft der Oberklasse anbetrifft: Als künftige Karosserieform wird der Kombi favorisiert. Audi hatte bereits auf der IAA im Frankfurt im September ein entsprechendes Signal gesetzt mit der Studie Avantissimo. Der mächtige Schlitten mit der Extraportion Platz im Heck war aber nur der Vorgeschmack der neuen Pkw-Spezies, die Luxus und Laderaum vereinen soll.

In Detroit zeigte der Daimler-Chrysler-Konzern gleich zwei Fahrzeuge, die der Oberklasse in Zukunft zu mehr Innenraum verhelfen sollen. Einer davon ist der Chrysler Pacifica, der im Frühjahr 2003 erstmals auf die Straßen rollen soll. Das andere Modell ist die Studie Vision GST von Mercedes. Die Stuttgarter schwärmten von ihrem Konzeptauto, er vereine Merkmale einer Reiselimousine, eines Kombis, eines Großraumautos und eines sportlichen Geländewagens (SUV) in einem neuen Gewand. Der Vision GST solle viel Platz für Familie, Freizeit, Reise und Beruf bieten, hieß es weiter.

Nun steht fest: Mercedes wird dieses Auto bauen. "Der Vision GST ist eine unserer Auto-Ideen, mit der wir die Erwartungen unserer Kunden befriedigen wollen", sagt Mercedes-Chef Jürgen Hubbert. Der neue Fahrzeugtyp biete sechs komfortable Sitzplätze und sei darüber hinaus so flexibel, dass auch Sportgeräte wie Fahrräder oder Skier im Wageninnern transportiert werden können.

Mit 5,15 Meter Länge deutlich länger als die durchschnittliche europäische Parklücke

Mit 5,15 Meter Länge deutlich länger als die durchschnittliche europäische Parklücke

Sechs komfortable Sitzplätze oder genügend Platz für ein Fahrrad

Sechs komfortable Sitzplätze oder genügend Platz für ein Fahrrad

Klarer Trend zu neuen Karosserieformen

Klarer Trend zu neuen Karosserieformen


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Es wird also in absehbarer Zukunft, vermutlich in zwei bis drei Jahren eine neue Mercedes-Klasse geben. Ob sie, wie das Konzeptauto, GST heißen wird, ist wohl noch nicht endgültig entschieden. Und auch über andere Kennzeichen ist vermutlich noch nicht das letzte Wort gefallen. Die Studie zum Beispiel steht auf 22-Zoll-Rädern, die kaum in die Serienproduktion Eingang finden dürften. Dagegen ist das Prinzip der "Schmetterlingstüren" realistisch: Die vordere Tür ist vorne, die hintere Tür ist hinten angeschlagen, die B-Säule entfällt. Das Glasdach, dessen Tönung sich per Knopfdruck verändern lässt, um so die Sonneneinstrahlung ins Wageninnere zu dosieren, wird möglicherweise als Extra beim zukünftigen GST angeboten.

Der Motor, den das Konzeptauto unter der Haube trägt, könnte man sich als eine der möglichen Topmotorisierungen des Serienautos vorstellen: Es handelt sich um das 5,5-Liter-V8-Triebwerk von AMG, das 360 PS (265 kW) leistet und seine Kraft über einen Allradantrieb auf die Straße bringt.

Vielleicht wird der Wagen in seiner endgültigen Form noch etwas kompakter. Die 5,15 Meter Länge des Vision GST sind schließlich ein Maß, das weit über jenes hinausgeht, das für die Parkgelegenheiten in europäischen Städten ideal erscheint.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Autos wie der Audi Avantissimo, der Chrysler Pacifica oder der Mercedes GST den Trend zu neuen Karosserieformen noch verstärken werden. Mit dem Eindringen von Luxuskombis in die Oberklasse wird ein weiteres Hoheitsgebiet der Limousine beschnitten. Und angesichts dieser Aussichten wirken klassisch geschnittene Fahrzeuge wie der VW Phaeton, der erst in wenigen Wochen auf den Markt kommt, schon jetzt überholt.

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