Abgasaffäre KBA lässt Volkswagen weiter zappeln

Der Passat-Rückruf von Volkswagen wegen der Schummelsoftware verzögert sich erneut. Das KBA verweigert der VW-Nachbesserung die Freigabe - angeblich wegen unschöner Nebenwirkungen.
Kraftfahrtbundesamt in Flensburg

Kraftfahrtbundesamt in Flensburg

Foto: DPA

Eigentlich hätte Anfang März die erste große Rückrufwelle im Abgasskandal um Volkswagen beginnen sollen. 160.000 VW Passat sowie knapp 90.000 Fahrzeuge von Audi und Skoda mit 2,0-Liter-Motoren sollten ein Update verpasst bekommen und von der Betrugssoftware befreit werden. Doch der Start verzögert sich weiter, weil das zuständige Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) noch immer kein grünes Licht gegeben hat.

"Die Gespräche und Messungen werden nach Ostern fortgesetzt", sagte ein Konzernsprecher von VW am Donnerstag. Das KBA wollte dies zunächst nicht kommentieren.

Trotz zahlreicher Nachprüfungen verweigert die Behörde die Freigabe seit Wochen. Dem Vernehmen nach sind mögliche höhere Kraftstoffverbrauchswerte beim Passat der Grund für die Verzögerungen. Grundsätzlich sollen sich die Eigenschaften des Fahrzeugs mit dem Update der Motorsoftware nicht ändern. Selbst ein minimal höherer Verbrauchswert würde als nicht zulässig gelten, weil bei den Nachrüstungen eine "Null-Toleranz-Linie" gilt.

Gestiegene Verbrauchswerte beim Amarok

Mitte Februar hatte eine Messung der Fachzeitschrift "Auto Motor und Sport" das KBA auf den Plan gerufen. Das Blatt hatte berichtet, dass bei ersten Tests mit zwei Amarok - mit denen der VW-Rückruf losging - zwar die Motorleistung gleich geblieben, der Verbrauch aber gestiegen sei. Vom Amarok waren lediglich 8500 Stück in die Werkstätten gerufen worden.

Volkswagen hatte für die 2,5 Millionen VW-Modelle in Deutschland, die von der Abgasmanipulation betroffen sind, bereits einen Zeitplan für den Rückruf festgelegt. In einem Kundenbrief nannte der Konzern für die Wagen mit dem kleinsten betroffenen Motor mit 1,2 Litern Hubraum einen Beginn der Werkstattaktion ab dem 30. Mai (Kalenderwoche 22). Die mittelgroßen Motoren mit 1,6 Litern Hubraum sind ab dem 5. September (Kalenderwoche 36) an der Reihe.

Weltweit müssen in den kommenden Tagen ungeachtet dessen 117.000 VW Passat in die Werkstätten, davon 63.000 in Deutschland - Grund für den Rückruf sind hier aber eine womöglich nicht korrekt sitzende Steckverbindung, die zum Ausfall des Motors führen kann.

Ein persönliches Protokoll des VW-Rückrufs
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