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27. September 2018, 16:16 Uhr

Abgasskandal

VW lenkt im Streit über Diesel-Nachrüstungen ein

Durchbruch im Dieselskandal: Bislang wehrten sich deutsche Autobauer gegen Hardware-Nachrüstungen. Nun hat Volkswagen nach SPIEGEL-Informationen zugesagt, manipulierte Diesel mit besseren Katalysatoren auszustatten.

Als erster deutscher Autokonzern lenkt Volkswagen in der Frage von Hardware-Nachrüstungen für manipulierte Dieselfahrzeuge ein. In einer Videokonferenz mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) versprach VW-Vorstandsvorsitzender Herbert Diess am Mittwoch nach Informationen des SPIEGEL, sich an Nachrüstungen von älteren Dieselautos finanziell zu beteiligen. Außerdem will Diess ein großes Umtauschprogramm für Autos der Schadstoffklassen Euro 4 und 5 auflegen. Man werde "maßgeschneidert für jeden Kunden das richtige Angebot zum Umstieg vorlegen", heißt es aus dem VW-Konzern.

Beim Einbau von Stickoxid-Katalysatoren bestand Diess jedoch mit Blick auf die Aktionäre seines Unternehmens darauf, nur 80 Prozent der Kosten der Hardware-Nachrüstung zu übernehmen, die pro Fahrzeug bei durchschnittlich etwa 3000 Euro liegen. Damit lehnt er den Plan Scheuers ab, dass die Hersteller die gesamten Kosten tragen sollen. Ursprünglich hatte auch Scheuer nur eine anteilige Kostenübernahme vorgesehen, war nach einer Intervention des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) kurzfristig umgeschwenkt.

VW lehnt Rückkauf von Autos ab

Diess hat bei der Nachrüstung insbesondere das Massenmodell Passat im Blick, das über den nötigen Bauraum verfügt. Er lehnt es allerdings ab, dem Kunden neben dem Umtausch und dem Umbau auch eine Option für den Rückkauf eines Autos einzuräumen.

Derzeit verhandelt Scheuer mit den Vorstandschefs der drei deutschen Autohersteller einzeln, um sie für die Unterstützung seines Konzepts gegen Dieselfahrverbote zu gewinnen. Am Sonntag hatte er dieses Konzept gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin unterbreitet. Bis zum Freitag soll er die Konzernchefs nun zu Zugeständnissen bewegen. Dann setzen sich Scheuer und die Kanzlerin mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Finanzminister Olaf Scholz und Umweltministerin Svenja Schulze (beide SPD) zusammen, um eine Lösung zu vereinbaren.

Insbesondere Hardware-Nachrüstungen hatten die Chefs von BMW, Daimler und VW bislang abgelehnt. Scheuer hofft, dass nach dem Einlenken eines Herstellers die anderen Konzerne nachziehen.

gt

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