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VW XL1: Unterwegs Richtung Zukunft

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Volkswagens XL1 Ein-Liter-Auto zum Porsche-Preis

Teurer als ein Porsche 911: Volkswagens Ein-Liter-Auto XL1 Volkswagen soll über 100.000 Euro kosten - und wird damit wohl ein reines Nischenprodukt bleiben.

Hamburg - Europas größter Autobauer Volkswagen plant keine größere Serienfertigung für sein Hightech-Ökomobil XL1. "Das Auto ist eher ein Leuchtturm als ein Geschäftsmodell", sagte VW-Markenvorstand Ulrich Hackenberg der "Wirtschaftswoche". Wie das Blatt am Samstag online berichtete, soll das per Mini-Diesel und Batterie angetriebene Ein-Liter-Auto 111.000 Euro kosten. VW plant zunächst den Bau von 250 XL1-Exemplaren, erste Modelle sind derzeit auf Testfahrten unterwegs. Laut "Wirtschaftswoche" sollen die Fahrzeuge vom nächsten Frühjahr an zu kaufen sein.

Der Projektcharakter des XL1, der radikal auf Spritsparen getrimmt ist, und seine geringe Stückzahl sind eine Erklärung für den stolzen Preis. Für eine Bestätigung der Preisangabe war ein VW-Sprecher zunächst nicht zu erreichen. Zum Vergleich: Ein Porsche-911 aus der Konzernfamilie ist ab etwa 90.000 Euro zu haben.

Wirtschaftlich hat der XL1 offenbar keine Bedeutung für den VW-Konzern - gemessen an dessen gesamtem Absatz von rund 9,3 Millionen Fahrzeugen 2012. Weitaus wichtiger für die Zukunft sind die batteriebetriebenen Elektroversionen des Kleinstwagens Up und des Verkaufsschlagers Golf.

Hoher Preis auch für den Elektro-Golf

VW stellt beide E-Modelle Mitte September auf der Messe IAA vor. Der viersitzige E-Up startet bei 26.900 Euro, wie VW bereits selber bekanntgab. Das Basismodell mit Verbrenner ist für unter 10.000 Euro zu haben. Der E-Up konkurriert etwa mit Daimlers zweisitzigem E-Smart, der inklusive Batterie bei 23.680 Euro beginnt. Eine Miete des teuren Akkus drückt den Startpreis auf rund 19.000 Euro. Der Preis des E-Golf soll laut "Wirtschaftswoche" bei 35.000 Euro anfangen. Der Golf als herkömmlicher Verbrenner beginnt bei 17.175 Euro Listenpreis.

Bei der IAA in Frankfurt ist die E-Mobilität eines der zentralen Themen. So zeigt beispielsweise auch BMW seinen i3, der in der Einstiegsvariante knapp 35.000 Euro kostet.

In Deutschland sollen nach dem Willen der Bundesregierung schon im Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge unterwegs sein. Doch teure Batterien und geringe Reichweiten sorgen für Anlaufschwierigkeiten. So sieht etwa VW-Chef Martin Winterkorn keinen schnellen Schub für die Stromer. "Die reinen Elektrofahrzeuge wie der E-Up oder der E-Golf werden zunächst wohl eher Zweitwagen bleiben oder in Fuhrparks eingesetzt", hatte er vor einigen Wochen der "Automobilwoche" gesagt.

ric/dpa