Autonomes Fahren Volvo übernimmt Haftung bei selbstfahrenden Autos

Wer hat Schuld, wenn ein autonom fahrendes Auto einen Unfall baut? Bisher der Fahrer. Doch bei Volvo soll die Technik verantwortlich gemacht werden können.
Entspanntes Reisen: Künftig sollen Autofahrer hinter dem Lenkrad lesen können

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Foto: Volvo

Der schwedische Autobauer Volvo will bei Unfällen mit seinen selbstfahrenden Fahrzeugen künftig die volle Haftung übernehmen. Das kündigte der Hersteller in einer Pressemitteilung an, die er im Vorfeld eines Auftritts von Firmenchef Hakan Samuelsson in Washington herausgegeben hat.

Die Frage der Haftung gilt bisher als ein zentrales Hindernis für einen breiten Einsatz autonom fahrender Autos. Aktuelle Gesetze sehen den Fahrer am Steuer in der Verantwortung. Die meisten Hersteller haben sich nicht klar dazu geäußert, wie sie sich in einem Haftungsfall verhalten würden. Volvo ist der erste Autobauer, der sich so deutlich nach vorn wagt.

Nahezu alle Pkw-Hersteller haben ein großes Interesse an der Zukunftstechnologie. Sie ermöglicht ihnen, neue Geschäftsmodelle zu etablieren. Muss der Fahrer nicht mehr selbst lenken, kann er die Zeit nutzen, um beispielsweise im Internet zu surfen. Zudem ermöglichen selbstfahrende Autos eine Verdichtung des Verkehrs - und damit potenziell mehr Absatz für die Hersteller.

Daimler schickt Truck mit Autopilot auf die Straße

Deshalb testen verschiedene Unternehmen bereits Autos und Lkw mit Autopilot im Straßenverkehr. Als besonders industriefreundlich gelten die Rahmenbedingungen in den USA. In Mountain View schickt beispielsweise der Internetriese Google Autos auf die Straße, die den Eingriff des Fahrers nicht mehr benötigen. Auch Volvo testet autonom fahrende Autos im Straßenverkehr. Im Rahmen von "Drive Me" sollen in Göteborg spätestens bis 2018 in etwa 100 solcher Fahrzeuge unterwegs sein.

Erst vor wenigen Tagen hatte Daimler den ersten Lkw mit Autopilot auf die Straße geschickt. Mit einer Ausnahmegenehmigung des Landes Baden-Württemberg darf der 40-Tonner bundesweit auf Autobahnen mit bis zu 80 km/h Geschwindigkeit fahren. Im Frühjahr hatte Daimler einen vergleichbaren Praxistest im US-Bundesstaat Nevada gestartet.

mhu/dpa
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