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IAA-Blog: Schöner Schwede!

Foto: Jürgen Pander

IAA-Blog Volvo zaubert und zaudert

Wenn man von gelungenem Design spricht, denkt man zuerst an Italien - doch die wahre Avantgarde kommt derzeit aus Skandinavien, wo die Formensprache aufs Wesentliche reduziert ist. Auch Volvo zeigte einst klare Kante, war zwischenzeitlich aber davon abgerückt. Eine Studie besinnt sich jetzt wieder auf die Anfänge.

Die Limousinen und Kombis der 40er- und 70er-Reihe fielen ebenso durch barocke Formen auf, wie die Semi-Geländegänger. Dass die Schweden ihr Handwerk nicht verlernt haben, zeigt die neue Coupé-Studie, die auf dem Volvo-Stand in Halle 5 rotiert. Schon der Name ist kühl und schlicht: Volvo Concept Coupé.

Die metallic-blaue Karosse gilt als einer der Favoriten für den Schönheitspreis auf der diesjährigen IAA. Die Front ziert ein mächtiger Kühlerschlund, doch anders als der viel geschmähte sogenannte Singleframe-Grill von Audi wirkt er nicht aufgesetzt, und spricht eher für Selbstbewusstsein als für Größenwahn.

Anders als bei vielen Coupés der Moderne besticht auch die zauberhafte Seitenansicht. Die Linie von der Heckscheibe bis zum Kofferraum verläuft nicht eintönig flach, sondern mit einem leichten Knick, so dass das Heck nicht zu einem kurzen Stummel verkommt. Da gibt es kaum etwas zu verbessern. Wenn überhaupt, dann könnte man über die Heckansicht meckern, die auf den ersten Blick allzu kastenförmig wirkt. Doch beim zweiten Blick erkennt man sofort, dass auch dort keine Fläche aus Versehen entstanden ist.

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Doch jetzt kommt der Hammer: Volvo denkt nicht einmal daran, die Schönheit tatsächlich zu bauen. Nur einzelne Elemente würden in die Serienfertigung einfließen, ließ Chefdesigner Thomas Ingenlath wissen. Dabei darf man eigentlich nicht wirklich überrascht sein ob solcher Mutlosigkeit. Schon einmal, im Jahr 2011, machten die Schweden mit einer spektakulären Studie von sich reden - einer großen Limousine namens You. "Sofort bauen", riefen die Fans der Marke. Sie blieben ungehört. Stattdessen laufen weiter die Barockengel vom Band.

Aber auch das ist im Grunde durchaus konsequent, wenn man die skandinavische Mentalität in Rechnung stellt. Auffallen will dort nämlich niemand. Ein Designjuwel wäre da nur fehl am Platze. Aber es ist ein großer Verlust.

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