VW-Ausstellung Rasseln im Heck

Der VW-Transporter gehört zu den Nutzfahrzeug-Klassikern der Bundesrepublik. Unter dem Titel "Aller Laster Anfang" zeigt die Wolfsburger Stiftung Auto-Museum von Volkswagen ab Donnerstag eine Ausstellung zu dem Tausendsassa mit luftgekühltem Motor.


Das waren noch Zeiten, als Fahrzeugideen nicht von Ingenieuren und Entwicklern stammten, sondern durchaus auch von Geschäftsleuten. Ben Pon nämlich, ein Holländer, der später den Volkswagen-Import in die Niederlande in seine Hände nahm, zeichnete im Jahre 1947 einen Kleinlaster in sein Notizbuch, aus dem später der VW-Transporter mit luftgekühltem Motor wurde. Pon inspirierte die VW-Entwickler, er selbst wiederum war von den ulkigen Transportautos im VW-Werk inspiriert worden, die vorn einfach eine große Ladefläche hatten und dahinter ein schlichtes Fahrerhäuschen.

Diese sogenannten Plattenwagen, auf denen bei Volkswagen in Wolfsburg Autoteile hin- und hergefahren wurden, erhielten jedoch außerhalb des Werksgeländes keine Verkehrszulassung. Vor allem die niederländischen Behörden erachteten das Minimal-Gefährt als nicht verkehrstauglich, was wiederum Mijnher Bon anregte, seine inzwischen berühmte Skizze anzulegen, die einen Transporter mit vorne integrierter Fahrerkabine und hinten angeordnetem Motor zeigt. Das Original-Notizbuch mit eben dieser Zeichnung wird jetzt im Automuseum in Wolfsburg im Rahmen der Ausstellung gezeigt.

Der Prototyp des daraus entstandenen Transporters wurde 1949 vorgestellt - und in den folgenden 28 Jahren baute VW mehr als viereinhalb Millionen Exemplare - und zwar der unterschiedlichsten Art. Es gab Kastenwagen, Pritschenwagen, Transporter mit Doppelkabine, Modelle mit Schiebe- oder Klapptür, Feuerwehr- und Krankenwagen-Ausführungen, Wohnmobile und sogar Schienenbusse, die im Auftrag der Deutschen Bundesbahn unterwegs waren.

25 PS mussten erst einmal reichen

Die erste Generation des VW-Transporters trat mit dem typischen Vierzylinder-Boxermotor an, der so herrlich im Heck rasselte und stets so klang, als müsse er dringend in die Werkstatt. Die Maschine verfügte über einen Hubraum von 1131 Kubikzentimeter und leistete 25 PS. Ab 1954 bekamen die Motoren etwas mehr Hubraum und leisteten 30 PS, ab 1960 waren es gar 34 PS. Bis 1967 wurden 1,8 Millionen Exemplare gebaut, darunter auch Modelle, die 42 oder 44 PS auf die Straße brachten.

Das stetige Leistungswachstum setzte sich bei der zweiten und dritten luftgekühlten Transporter-Generation fort. Hinzu kamen technische Fortschritte wie Scheibenbremsen (1970), Automatikgetriebe (1972) oder Sicherheitsgurte (1973). Details der Entwicklung sind in einer Broschüre zur Entwicklung des Fahrzeugs zusammengefasst, die speziell für die Ausstellung aufgelegt wurde. Die Transporter-Schau ist täglich von 10 bis 18 Uhr in im Auto-Museum in der Dieselstraße in Wolfsburg zu sehen.

jüp



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