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29. November 2006, 15:30 Uhr

VW Concept Tiguan

Der Golf fürs Grobe

Wie lange wird nun eigentlich schon über eine SUV-Variante des VW Golf nachgedacht? Egal, denn nun scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Auf der Los Angeles Auto Show wurde die Studie Concept Tiguan enthüllt. In einem Jahr soll das Auto auf die Straße rollen.

Zwölf Monate vor dem Debüt bei den VW-Händlern gibt VW jetzt in Los Angeles einen Vorgeschmack auf ein Auto, von dem eigentlich jetzt schon klar ist, dass es die Buchhalter des Unternehmens in Verzückung versetzen wird. Denn die Nachfrage nach kompakten Geländewagen ist erheblich, nur hatte VW bislang in diesem Segement nichts zu bieten. Doch dass SUVs gefragt sind, dürfte nach dem Erfolg des großen Touareg auch in Wolfsburg durchgesickert sein. Und so wird der kommende Tiguan auch als "kleiner Bruder des Touareg" angekündigt.

Den 4,40 Meter langen Fünfsitzer - er ist damit 20 Zentimeter länger als ein VW Golf - wird es mit und ohne Allradantrieb geben, denn natürlich wissen die Produktstrategen, dass Kompakt-SUVs vor allem als Familienfahrzeuge unterwegs sind und nur in Ausnahmefällen als Geländewagen genutzt werden. Variabilität und Gepäckraum sind daher wichtiger als Sperrdifferenziale oder Untersetzungsgetriebe.

Der Concept Tiguan weist in die entsprechende Richtung. Die Rücksitzbank kann in Längsrichtung verschoben und auch umgeklappt werden, so dass eine Ladelänge von bis zu 2,50 Meter nutzbar ist. Der Innenraum der in Los Angeles gezeigten Studie trägt reichlich Schwarz, etwas Silber und ein wenig Orange. Dennoch wirkt er nicht düster, denn über den Sitzen spannt sich ein gläsernes Panoramaschiebedach. Das Leder auf Sitzen, Armaturen, Türverkleidungen und Lenkrad ist im sogenannten Vintage-Look gehalten - sieht also etwas vernarbt und gebraucht aus, aber das ist nun mal zur Zeit en vogue.

Dunkle Felgen und Reifen mit Orangenfüllung

Modisch schick kommen auch die Felgen daher, sie sind anthrazit, und VW vermeldet, dass man diese Tönung auch für das Serienfahrzeug anbieten wolle. Auf den dunklen 19-Zoll-Leichtmetall-Felgen wiederum sitzen von Continental speziell für das Konzeptauto hergestellte Reifen, in die eine Schicht aus orangefarbenem Gummi eingebacken ist. Offenbar schlummert hier noch Potenzial für künftige Designspielereien, vorerst aber wird es bei diesen Einzelstücken bleiben.

In die Zukunft weist auch der Motor des Concept Tiguan. Es handelt sich um einen von VW so genannten "Clean TDI", also einen besonders sauberen Dieselmotor. Einzelheiten zu der Maschine mögen die Wolfsburger noch nicht bekannt geben. Nur so viel: Die Abgase werden durch einen Stickoxid-Speicherkatalysator gereinigt, der den NOx-Ausstoß im Vergleich zu herkömmlichen Selbstzündern ohne Kat um 90 Prozent senkt. Die künftigen "Clean TDI"-Motoren sollen laut VW die "strengsten Abgasnormen der Welt erfüllen", also auch in den USA überall die Zulassung erhalten. Das im Concept Tiguan vorgestellte Aggregat ist ein erster VW-Bestandteil in der gerade mit Audi, Mercedes und Jeep geschlossenen "Bluetec-Allianz".

jüp

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