VW Passat Alltrack Ein Hauch von SUV

Das Straßennetz war noch nie dichter geknüpft, dennoch boomen Geländewagen und Autos mit Allradantrieb. Eine Mixtur beider Erfolgsrezepte ist der neue VW Passat Alltrack: ein Kombi mit vier angetriebenen Rädern und üppiger Bodenfreiheit. Nächste Woche feiert der Wagen Premiere.

Volkswagen

VW trimmt den Passat jetzt auf Abenteuermobil. Für das Familienauto war zwar bisher schon ein 4motion genannter Allradantrieb erhältlich, doch die aufwendige Technik war nur allzu diskret verpackt. Mit dem neuen Typ Alltrack wird das anders. Dank eines höhergelegten Fahrwerks und der daraus resultierenden größeren Bodenfreiheit tendiert der Familienkombi in Richtung Geländewagen - und wirkt deutlich trendiger und auffälliger als ein normaler VW Passat Variant.

Erstmals gezeigt wird der Alltrack in der kommenden Woche auf der Motorshow in Tokio, auf den Markt kommen soll der Wagen ab März 2012. Neu ist nicht nur das Fahrwerk, neu sind auch die wuchtigen Stoßfänger, die - ganz im Stile eines robusten Offroaders und nach dem Vorbild der Allroad-Versionen von Audi - sogar einen Unterfahrschutz andeuten. Dazu gibt es an den Flanken eine Art Bauchbinde aus Kunststoff, die den Lack vor Kratzern schützen soll, sowie weiter ausgestellte Radhäuser, die ebenfalls von Plastikleisten umrandet werden.

Vortrieb hauptsächlich über die Vorderachse

Die wichtigste Änderung betrifft aber die Freiheit über Grund. Zwischen Asphalt und Bodenblech bleiben nun 16,5 statt 13,5 Zentimeter Luft, so dass man mit dem Alltrack auch über ausgefahrene Feld-, Wald- und Wiesenwege rumpeln könnte. Die sogenannten Böschungswinkel, an denen man ablesen kann, wie steil die Rampe sein darf, damit man berührungfrei vorwärts oder rückwärts hinauf fahren kann, sind beim neuen Auto ebenfalls größer. Vorne beträgt dieser Winkel 16 Grad, hinten 13,6. Und die Kuppe, über die der Alltrack gerade so noch hinüber kommt, ohne aufzusetzen, darf maximal einen Winkel von 12,8 Grad haben (der sogenannte Rampenwinkel).

Damit der Passat solche Hürden überhaupt in Angriff nehmen kann, gibt es das Auto serienmäßig mit Allradantrieb - mit einer Ausnahme: Beim Basismodell mit dem 140 PS starken TDI-Motor unter der Haube kostet der Allradantrieb Aufpreis. Das 4motion-System übrigens leitet auf normalen Straßen zugunsten eines niedrigeren Spritverbrauchs das Antriebsmoment ausschließlich an die Vorderachse; erst und bei mangelnder Traktion der Vorderräder wird über eine elektrohydraulische Allradkupplung Schritt für Schritt die Hinterachse dazugeschaltet.

Geländegimmicks für den höhergelegten Familienkombi

Neben der elektronischen Kraftverteilung gibt es noch eine Reihe anderer Geländegimmicks. So bremst eine Bergabfahrhilfe den Wagen auf extrem steilen Gefällstrecken automatisch auf Schritttempo herunter, und auf Knopfdruck aktiviert der Passat in ein Offroad-Fahrprogramm. Dann stimmt bis Tempo 30 nicht nur das Automatikgetriebe die Schaltpunkte speziell auf den Geländeeinsatz ab, auch die Stabilitätssysteme passen ihre Regelung an.

In Fahrt bringen den Alltrack neben dem 140-PS-TDI wahlweise ein Dieselmotor mit 170 PS Leistung oder zwei Benziner mit 160 und 210 PS. Alle Aggregate sind Direkteinspritzer und werden mit einer Doppelkupplungsautomatik (DSG) kombiniert. Noch unklar ist der exakte Preis. Inoffiziell spricht man in Wolfsburg von einem Aufpreis von etwa 1500 bis 2000 Euro gegenüber einem entsprechenden Variant mit Allradantrieb.

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insgesamt 26 Beiträge
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Leser161 23.11.2011
1. Ajo
Naja so ein Auto mit Geländeoptik strahlt halt Solidität und Sicherheit aus, das kommt vor allem bei Familien gut an. Auch ich kann das nachvollziehen. Ich habe mir deshalb kürzlich einen 7 Jahre alten Gebrauchten gekauft. Aller Airbags die man braucht sind drin rosten tun Autos der auch nicht mehr und wenn mal was kauptt geht bezahl ichs von der Kohle die ich am Wertverlust gespart habe. So entspannt wie im Moment bin ich noch nie Auto gefahren, kann ich jedem nur empfehlen!
TylerD. 23.11.2011
2. ...
Wegen meiner Hobbies und meines Hundes war ich schon oft in Situationen in denen ich etwas mehr Bodenfreiheit und Allradantrieb sehr geschätzt hätte, ohne direkt einen SUV Panzer zu brauchen. Daher finde ich solche Konzepte garnicht so verkehrt, obwohl ich den optischen Schnickschnack nicht haben müsste. Vor dem Passat wäre aber der Audi A6 Allroad oder der Volvo XC70 meine Wahl.
rudenz 23.11.2011
3. Ist ja doll.
Das gibt es von Subaru seit über 30 Jahren.
UluKay 23.11.2011
4. Subi
Zitat von TylerD.Wegen meiner Hobbies und meines Hundes war ich schon oft in Situationen in denen ich etwas mehr Bodenfreiheit und Allradantrieb sehr geschätzt hätte, ohne direkt einen SUV Panzer zu brauchen. Daher finde ich solche Konzepte garnicht so verkehrt, obwohl ich den optischen Schnickschnack nicht haben müsste. Vor dem Passat wäre aber der Audi A6 Allroad oder der Volvo XC70 meine Wahl.
Nicht zu vergessen den Subaru Outback. Wesentlich besserer Allradantrieb. Gruß Kay
starsnake 23.11.2011
5. endpreis
Interessant wird der Endpreis sein. Dann wird sch zeigen, ob es ein " Familienauto " sein kann. Bei Preisen um die 40.000 Euro für die etwas besser ausgestatteten Passats kann ja von einem Familienauto nicht mehr die Rede sein , geschweige denn von einem Volkswagen... es sei denn man ist VW Mitarbeiter und freut sich über günstige Konditionen und 6000 Euro Bonus am Jahresende. gruß
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