Abgasskandal Weitere 460.000 VW-Fahrer können ihre Autos nachrüsten lassen

Der Rückruf von VW-Dieselautos wird auf weitere Fahrzeuge ausgedehnt. Zudem sollen interne Prüfer zu dem Schluss gekommen sein, dass Ex-Konzernchef Winterkorn keine Schuld an dem Skandal trage.

Kraftwerk am VW-Werk in Wolfsburg
DPA

Kraftwerk am VW-Werk in Wolfsburg


Knapp eine weitere halbe Million vom VW-Abgasskandal betroffene Autofahrer können ihre Wagen bald in der Werkstatt umrüsten lassen. Wie der VW-Konzern am Sonntag in Wolfsburg mitteilte, erteilte das Kraftfahrt-Bundesamt grünes Licht für die Umrüstung von 460.000 VW-Dieselfahrzeugen mit einem 1,2-Liter-Motor. Dazu zählen die Modelle Volkswagen Polo und Seat Ibiza.

"Die Halter dieser Modelle werden sukzessive benachrichtigt und können dann kurzfristig einen Umrüsttermin mit einer Vertragswerkstatt ihrer Wahl vereinbaren", erklärte Volkswagen.

Andere Modelle waren bereits zuvor in die Werkstätten gerufen worden. Je nach Motortyp ist die Umrüstung unterschiedlich aufwendig. In den meisten Fällen reicht laut VW ein Software-Update.

Der Konzern will noch in diesem Jahr die Umrüstung aller manipulierten Dieselmodelle in Europa auf den Weg bringen. Ob VW es schafft, die Aktion wie ursprünglich geplant auch 2016 abzuschließen, ist ungewiss. VW muss weltweit Millionen Fahrzeuge zurückrufen und hat sich mit den US-Behörden bereits auf Strafen in Milliardenhöhe verständigt.

Der Autobauer hatte im September vergangenen Jahres eingeräumt, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine illegale Software eingesetzt zu haben. Diese drückt den Schadstoffausstoß bei Emissionstests.

Winterkorn angeblich unschuldig

Kurz nach Bekanntwerden der Manipulationen war VW-Chef Martin Winterkorn zurückgetreten. Nun berichtet die "Bild am Sonntag", die interne Untersuchung des Skandals habe bislang keine persönliche Schuld Winterkorns festgestellt. Die Untersuchung führt die US-Kanzlei Jones Day im Auftrag von VW durch.

Ein VW-Sprecher sagte am Sonntag: "Zu den laufenden Untersuchungen von Jones Day geben wir keinen Kommentar ab." Der Bericht der Kanzlei wird frühestens für das Jahresende erwartet.

wbr/AFP/dpa

insgesamt 30 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
tommahawk 14.08.2016
1. Beetle?
Wann wird denn nun der Beetle mit dem 140 PS TDI-Diesel repariert, so dass die Abgasreinigung endlich funktioniert? Kein Wort dazu. VW wird mich demnächst als Kunden abschreiben können. Cooles Fahrzeug übrigens!
franz.v.trotta 14.08.2016
2.
Piech und Winterkorn hatte keine Ahnung. Wirklich.
Teddy0 14.08.2016
3.
Wer hätte gedacht dass der ehemalige Chef entlastet wird....
birka12 14.08.2016
4. Interne Prüfer
Hört sich wie ein Witz an. Hat denn jemand etwas anderes erwartet? Logischer Schluss, auch der Urkundenfälscher darf sich demnächst selbst prüfen. Die interne Untersuchung bei VW wird damit enden die schuldige Putzfrau vorzuführen.
mattoregiert 14.08.2016
5. Bin endlich beruhigt
Winterkorn unschuldig ,laut interner Prüfung ! Wolfsburg ein Freilufttheater!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.