"Gelber Engel" Autokonzerne planen Rückgabe aller ADAC-Preise

Jetzt ist der Imageschaden für den ADAC perfekt: VW, BMW und Daimler wollen alle Preise des Clubs zurückgeben, falls sich der Manipulationsverdacht beim Ranking des "Lieblingsautos der Deutschen" erhärtet. "Dann schicken wir dem ADAC eine ganze Ladung Preise zurück", sagt ein Konzernsprecher.
ADAC-Auszeichnung "Gelber Engel": Konzerne erwägen Rückgabe

ADAC-Auszeichnung "Gelber Engel": Konzerne erwägen Rückgabe

Foto: Tobias Hase/ dpa

Frankfurt am Main - Mehrere Autohersteller erwägen wegen des neuen Fälschungsverdachts beim ADAC weitreichende Konsequenzen. Laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" wollen sie alle Preise des ADAC zurückgeben, sollte sich der Verdacht auf Manipulationen bei der Platzierung bei der Wahl zum "Lieblingsauto der Deutschen" erhärten.

Eine entsprechende Erklärung der Firmen sei abgestimmt und vorbereitet, berichtet die "FAZ". Laut "Süddeutscher Zeitung" hat der Automobilclub bei der Wahl nicht nur die Zahl der Stimmen, sondern auch die Platzierung frisiert.

Bei der Publikumsabstimmung zum "Gelben Engel" 2014 sei demnach ein Modell von BMW nur auf dem siebten Platz gelandet. In der offiziellen Pressemittlung war dieser BMW dann aber auf Platz fünf zu finden. Das eigentlich fünftplatzierte VW-Modell Tiguan sei nicht erwähnt worden, schreibt die "SZ".

"Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, geben wir alle 'Gelben Engel' zurück", sagte ein BMW-Sprecher der "Bild"-Zeitung. Einen VW-Sprecher zitierte das Blatt mit den Worten: "Wenn das stimmt, schicken wir dem ADAC eine ganze Ladung Preise zurück." Autobauer Daimler teilte mit: "Wenn sich die Vorwürfe der Manipulation durch die Untersuchungen bestätigen, werden wir alle 'Gelben Engel' definitiv zurückgeben. Die Preise hätten dann jeden Wert verloren."

ssu/AFP/dpa