Kfz-Versicherung Wechseln und sparen, aber flott

Es bleibt nicht mehr viel Zeit: Wer seine Autoversicherung wechseln will, muss sich beeilen. Die Stiftung Finanztest hat jetzt ermittelt, welche Anbieter besonders günstig sind. Aber nicht nur der Preis ist für den richtigen Schutz entscheidend.
Kfz-Versicherung: "Man kann sich die Tarife sehr gut maßschneidern"

Kfz-Versicherung: "Man kann sich die Tarife sehr gut maßschneidern"

Foto: Martin Gerten/ picture alliance / dpa

Bis Ende November haben die meisten Autofahrer noch die Chance, ihre Kfz-Versicherung zu wechseln. Ein Vergleich von verschiedenen Anbietern lohnt sich, denn zum Teil lassen sich dabei mehrere 100 Euro bei den jährlichen Beitragszahlungen einsparen. Eine Analyse der Stiftung Finanztest kann dabei helfen, sich einen ersten Überblick zu verschaffen.

Die Tester haben über 150 Tarife von mehr als 70 Versicherern  unter die Lupe genommen und die preisgünstigsten Angebote ermittelt. Autofahrer sollten aber selbst gut abwägen, welche Versicherung sie abschließen - denn die Kosten spielen bei der richtigen Wahl längst nicht die einzige Rolle.

Am einfachsten fällt die Entscheidung bei der Kfz-Haftpflichtversicherung. Sie ist als Mindestversicherung vom Gesetzgeber vorgeschrieben und der Leistungsumfang ist bei den meisten Versicherern gleich. In der Regel deckt er bei einem selbstverschuldeten Unfall den Schaden am anderen Fahrzeug sowie ein Schmerzensgeld oder Vermögensschäden ab. Hier kann also nach dem Preis entschieden werden.

Grundsätzlich bieten laut Stiftung Finanztest die Versicherungen Admiral-Direkt, Direct Line und DA Deutsche Allgemeine günstige Haftpflicht-Policen. Wie hoch der Beitrag im Einzelfall ist, hängt jedoch über 40 verschiedenen Faktoren ab. Am meisten fällt dabei ins Gewicht, welches Automodell man fährt  und wie lange man schon unfallfrei unterwegs ist.

Maßgeschneidert sitzt besser

Soll zur Kfz-Haftpflicht noch eine Teil- oder Vollkaskoversicherung gebucht werden, fällt die Auswahl schwerer. Sowohl die Stiftung Finanztest als auch Verbraucherschützer raten dazu, in diesem Fall nicht nur auf die Kosten zu achten. "Bei den Kaskoversicherungen sollte man die Leistungen in den Vordergrund stellen und nicht den Beitrag", sagt Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Wenn ein Marder beispielsweise ein Kabel anknabbert, decken fast alle Teilkaskoversicherungen den Schaden ab - sollten durch den Biss aber Folgeschäden am Motor entstehen, kann dieser nicht bei jeder Police geltend gemacht werden.

Bei den Kaskoversicherungen lohnt es sich laut Sittig, einen sogenannten Werkstatttarif zu buchen. Dann muss der Wagen bei einem Schaden zwar zu einer von der Versicherung vorgeschriebenen Werkstatt gebracht werden - aber weil die Versicherer mit ihren Vertragspartnern günstige Reparaturpauschalen vereinbart haben, bieten sie auf solche Tarife bis zu 20 Prozent Rabatt.

"Man kann sich die Tarife sehr gut maßschneidern", meint Grieble. Finanztest-Redakteur Michael Sittig ist gleicher Meinung: "Wenn ich hauptsächlich in der Stadt fahre, kann ich beim Versicherungsumfang abspecken und zum Beispiel auf die Abdeckung von Wildschäden verzichten." Als preisgünstige Anbieter empfiehlt er DA Deutsche Allgemeine, Direct Line und Hannoversche.

Joker inklusive - der Rabattretter

Teuer, aber dafür besonders umfangreich sind Vollkaskoversicherungen. Sie decken auch solche Schäden ab, die bei selbstverschuldeten Unfällen entstehen oder von Randalierern verursacht werden. "Autofahrer sollten sich die Frage stellen, ob man den Verlust finanziell verkraftet, wenn man das Auto zu Schrott fährt", sagt Sittig. Sei dies nicht der Fall, lohne sich die Investition in den Vollkaskoschutz. Stiftung Finanztest zählt hier die Versicherer DA Deutsche Allgemeine, Admiral-Direkt und Huk 24 zu den vergleichsweise preiswerten Anbietern.

Je länger man unfallfrei bleibt, desto günstiger wird der Beitrag für den Vollkaskoschutz. Am billigsten fährt man in der Schadensklasse 25. Bisher boten die Versicherer in dieser Klasse eine zusätzliche Belohnung: den sogenannten Rabattretter. Er ist eine Art einmaliger Joker - verursacht ein Fahrer mit Schadensklasse 25 einen Schaden, behält er trotzdem seinen alten Beitragssatz.

Mittlerweile ist dieser "Freischuss" laut Stiftung Finanztest aber häufig nicht mehr im Versicherungsbetrag enthalten, sondern kostet 10 bis 20 Prozent Aufpreis. Kunden, die in der Schadensklasse 25 oder kurz davor sind und eine Versicherung inklusive Rabattretter haben, sollten dies bei einem geplanten Wechsel berücksichtigen, rät Sittig. Ansonsten könne die angestrebte Ersparnis sinken.

Worauf man bei Online-Vergleichsportalen achten sollte

Um das richtige Angebot zu finden, kann man sich gegen Bezahlung von Honorarberatern oder Dienstleistern eine persönliche Analyse erstellen lassen. Oder man greift auf die Hilfe eines der vielen kostenlosen Vergleichsportale im Internet zurück. "Bei den Onlinerechnern sollte man darauf achten, dass sie eine detailgenaue Abfrage ermöglichen", sagt Verbraucherschützer Peter Grieble. Der Rechner kann nur dann ein maßgeschneidertes Ergebnis ausspucken, wenn er sich mit möglichst vielen Infos füttern lässt.

Die aufgeführten Beispiele machen eins deutlich: Es ist nicht einfach, eine passende und gleichzeitig preiswerte Kfz-Versicherung abzuschließen. Spätestens beim nächsten Auffahrunfall kann sich die Mühe aber schon auszahlen.

cst
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