Weltpremiere Mercedes A-Klasse Unter Stars und Sternchen

Während BMW seinen 1er eher schlicht auf dem Münchner Flughafen präsentierte, bemüht sich Mercedes, zur Premiere der neuen A-Klasse auf der "Aida Aura" eine Glanz-und-Glitter-Show hinzulegen. Als Highlight sollte Christina Aguilera auftreten - doch weit gefehlt.

Von Frank Wald


Die neue A-Klasse: Präsentation auf der "Aida Aura" mit Stars und Sternchen
DPA

Die neue A-Klasse: Präsentation auf der "Aida Aura" mit Stars und Sternchen

Mit einem schwedischen "Hej" um den Hals begrüßte ein lebensgroße Plüschelch Journalisten aus der ganzen Welt an Bord, die Mercedes zur Weltpremiere nach Athen eingeflogen hatte. Bei ihrem Debüt vor sieben Jahren war Mercedes-Benz über das nordische Urvieh gestrauchelt. Nach dem legendären "Elchtest", der am 21. Oktober 1997 das völlig neu entwickelte Auto kippen ließ, "schien ein frühes Ende nahe", wie Mercedes-Chef Jürgen Hubbert sich erinnert. Doch mit dem serienmäßigen Einbau des Schleuderwächters ESP fuhr der Wagen zurück in die Erfolgsspur und wurde mit 1,1 Millionen verkauften Autos zum Bestseller im Modellprogramm.

Von der zweiten Generation, die ab 10. September beim Händler steht, sollen noch in diesem Jahr 50.000 Autos die Bänder in Rastatt verlassen. Im nächsten Jahr will Mercedes allein von den jetzigen Modellen (Drei- und Fünftürer) 180.000 Exemplare verkaufen. Mit weiteren Varianten soll die Produktion auf bis zu 300.000 Einheiten ausgeweitet werden.

Weil Hubbert "die neue A-Klasse besonders am Herzen" liegt, ließ es sich der bald 65-Jährige auch nicht nehmen, den neuen Star im Mercedes-Modellprogramm selbst auf das Oberdeck der "Aida Aura" zu fahren. Wie es aus Unternehmenskreisen heißt, war die aufwendige Kreuzfahrtschiff-Präsentation ursprünglich dazu gedacht, Mister Mercedes, dessen Vertrag im April 2005 ausläuft, gebührend zu verabschieden. Doch sein designierter Nachfolger Wolfgang Bernhard wurde im Mai kurz vor Amtsantritt wieder geschasst, weil er sich mit den Mercedes-Betriebsräten angelegt hatte. Die Staffel-Übergabe fiel damit buchstäblich ins Wasser. Die Premierenfeier für die neue A-Klasse nicht.

Auf dem Oberdeck der "Aida Aura": Nach der Enthüllung sticht die "Aida Aura" für eine Fahrt durch die Ägäis in See
AP

Auf dem Oberdeck der "Aida Aura": Nach der Enthüllung sticht die "Aida Aura" für eine Fahrt durch die Ägäis in See

Unter dem Marketing-Motto "Follow your own Star" schipperte das künftige deutsche Olympia-Schiff aus dem Hafen von Piräus, um Kurs auf die Insel Hydra zu nehmen. Dort angekommen, warteten die Journalisten auf den US-Pop-Star Christina Aguilera, die den eigens für die A-Klasse komponierten Song "Hello" zum Besten geben sollte. Doch wegen Terminschwierigkeiten kam die vom "Dirty Girl" zur erblondeten Vorstadtmädel mutierte Sängerin nur aus der Konserve. Live soll sie erst am 9. September in Mailand zu sehen und zu hören sein - als Gala- Abschluss der "Star Tour", bei der Mercedes eine Sternfahrt mit 400 neuen A-Klassen organisiert, an der 800 Autofahrer jeweils mit Partner aus 24 Ländern teilnehmen können.

Dafür rangelten sich andere Stars und Sternchen auf dem Präsentationsdeck der "Aida Aura", um, begleitet von Fotograf und Fernsehen, in der A-Klasse Platz zu nehmen: so etwa Uschi Glas mit Tochter, Teenie-Star "Blümchen", Musikproduzent Lesli Mandoki ("Dschingis Khan") und Lou Bega ("Mambo No.5"). Am Ende sahen die Gäste dann doch noch Sterne. Ein bombastisches Feuerwerk, musikalisch synchron mit der Vivaldi-Version der Pop-Geigerin Vanessa Mae, illuminierten den Nachthimmel über der Ägäis, wobei die letzten Raketen als Mercedes-Symbol zerplatzten. Damit auch von weitem zu sehen war, wer hier was zu feiern hat.



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