Wenden auf Autobahnen Autofahrer wurden zu Geisterfahrern

Mehrere Autofahrer hatten Äußerungen des NRW-Innenministers Wolf über polizeiliche Maßnahmen wohl missverstanden: Kurzerhand wendeten sie am Stauende auf einer Autobahn im Münsterland und fuhren zur Ausfahrt zurück.


Bonn - Mit eindringlichen Warnungen haben Experten auf die riskanten Wendemanöver mehrerer Autofahrer auf einer Autobahn im Münsterland reagiert. "Das Wenden auf Autobahnen bleibt weiterhin strengstens verboten", betonte der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) am Freitag in Bonn. Wer sich nicht daran halte, könne "Unfälle mit allerschwersten Folgen" heraufbeschwören. Wer auf Autobahnen wende und entgegen der Fahrtrichtung fahre, müsse 50 Euro Bußgeld zahlen und bekomme vier Punkte im Flensburger Verkehrsregister.

Auf der Autobahn 31 zwischen Gescher und dem Verkehrskreuz Borken waren am Donnerstag gleich mehrere Fahrer zu Geisterfahrern geworden, weil sie das Wenden auf der Autobahn für neuerdings erlaubt hielten. Hintergrund waren offenbar Berichte über Pläne des Düsseldorfer Innenministeriums, wonach die Landespolizei bei gravierenden Staus häufiger das Wenden auf Autobahnen ermöglichen soll.

DVR-Hauptgeschäftsführer Christian Kellner beklagte, in den vergangenen Tagen sei "in den Medien ein falsches Bild zum Wenden auf Autobahnen entstanden". Das Auflösen von Autobahnstaus durch Wenden könne "nur eine Notfallregelung" sein - beispielsweise wenn Autoinsassen stundenlang bei Eiseskälte im Stau festsäßen. Dann könnte "ausschließlich unter Anweisung der Polizei" der Verkehr zur letzten Ausfahrt zurückdirigiert werden.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.