Insolventer Sportwagenbauer Wiesmann hofft auf Neuanfang

Für den insolventen Kleinserienhersteller Wiesmann ist Rettung in Sicht: Die Sportwagenmanufaktur soll in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Der Plan hat allerdings noch nicht alle Hürden genommen.

Wiesmann Roadster MF5: Der Hersteller exklusiver Flitzer soll saniert werden

Wiesmann Roadster MF5: Der Hersteller exklusiver Flitzer soll saniert werden


Münster/Dülmen - Wie es mit Wiesmann weitergeht, entscheidet sich am 10. Januar 2014. Dann stimmen die Gläubiger des insolventen Herstellers von exklusiven Sportwagen über einen möglichen Neustart ab. Ziel ist es laut Angaben von Insolvenzverwalter Norbert Küpper, das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln.

Ein Sanierungsvertrag sei bereits unterzeichnet worden. Auf wie viel Prozent ihrer Forderungen die Gläubiger verzichten müssen, steht noch nicht fest.

Vor fünf Monaten hatte das Unternehmen einen Insolvenzantrag eingereicht. Bei der nun anstehenden Sanierung sollen die Aktiva auf ein neues Unternehmen übertragen werden. Wirksam werden kann der Vertrag über eine sogenannte übertragende Sanierung aber erst, wenn der Kaufpreis bis zum 7. Januar überwiesen ist und die Gläubiger ihre Zustimmung geben.

Die Hauptgesellschafter des bisher als GmbH geführten Unternehmens wollen sich auch an der Aktiengesellschaft beteiligen - wer die mehrheitlichen Teile hält, dazu wollte sich ein Wiesmann-Sprecher auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE nicht äußern. Wiesmann hat in den vergangenen 25 Jahren rund 1600 Sportwagen gebaut. Die Firma beschäftigt gut 100 Angestellte.

cst/dpa



insgesamt 19 Beiträge
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gsfx 18.12.2013
1. Ingo Lenßen als Werbefigur taugt halt nicht... :D
Das schreckt eher ab...
Pless1 18.12.2013
2. Das wird nichts mehr
Selbst wenn der Plan so umgesetzt wird: ich glaube nicht mehr an den Erfolg dieser Idee - eigentlich schon nicht mehr, seit ich vor ein paar Jahren die Firma besichtigt und eine Probefahrt gemacht habe. Warum nicht: Die Technik ist allesamt zugekauft, eigentlich ein schön verpackter BMW. Käufer besonders teurer Autos wollen aber oft mehr als ein anders verpacktes Standard-Produkt. Die Fahrleistung ist zwar sehr gut (soweit ich das beurteilen kann) aber eben auch nicht viel anders als bei jedem entsprechend ausgerüsteten BMW. Die GFK-Hülle, von innen mit Leder beklebt, wirkt zumindest auf mich eher billig. Mankommt sich ein bisschen vor wie damals beim Seifenkistenrennen. Viel Geld steckt in der aufwendigen Produktionshalle in Form des Geckos - darin gearbeitet wird aber wie in einer Manufaktur des 19. Jahrhunderts. Ich hatte damals einen Aha-Effekt: Wie benal ist es doch, ein Auto zusammenzubeasteln. Nach der Besichtigung blieb bei mir vom "Mythos Sportwagen" nichts mehr übrig. Wiesmann steckt in einer Design-Falle. ich mag das Design zwar, aber letztlich sind MF3, MF4 und MF 5 ja fast identische Autos, was das Design betrifft. Wer einen will, hat einen. Neue Kunden wachsen zu wenige nach, um auch nach vielen Jahren noch vom einzigen Produkt zu leben. Meine Frage nach einem 4-Türer wie dem Panamera wurde mit blankem UNverständnis verneint. Man muss sich aber deutlich breiter aufstellen. Dazu bräuchte man aber jede Menge frisches Geld. Ich kann mir zudem nicht vorstellen, dass die Insolvenz selbst keine Spuren hinterlässt. In den notwendigen Kundenkreisen setzt man nicht auf Verlierer - und genau das Image hat man nun. Das Beste wäre wohl, wenn BMW das Unternehmen übernimmt, um hier in Kleinserie spezielle Kundenwünsche bedienen zu können und dann und wann extravagente Designelemente auf ihre Kundenwirkung testen zu können, dann kann man Probleme wie den "Bangle-Crash" zukünftig vermeiden.
hairforce 18.12.2013
3. Was sagt uns das
Ein Kfz-Hersteller, der in 25 Jahren mit 100 Mitarbeitern 1600 Fahrzeuge herstellt, muss seine Fahrzeuge derart überteuert verkauft haben da er ansonsten niemals 25 Jahre überlebt hätte selbst mit den bis dato angehäuften Schulden.
wakaba 18.12.2013
4.
Zitat von hairforceEin Kfz-Hersteller, der in 25 Jahren mit 100 Mitarbeitern 1600 Fahrzeuge herstellt, muss seine Fahrzeuge derart überteuert verkauft haben da er ansonsten niemals 25 Jahre überlebt hätte selbst mit den bis dato angehäuften Schulden.
Nö. Die haben ein Retroprodukt mit Kleinwagentechnik aus dem BMW Regal gebaut. Herausgekommen ist ein verwurstelter Austin Healey mit Kitcar Charme. Angeboten werden die Dinger bei Pseudo BMW Händlern und Ihren kopierten BMW Erlebnisswelten. Das geht nicht auf da die meisten BMW und Mini an Einkommens- und Vermögenschwache vermietet werden. Da nimmt keiner noch schnell einen Wiesmann mit. Die Leute sind schon weiter, gekauft wird was auf dem Track Spass macht. Mittelmotor- und/oder leichter Racecar. Wiesmann versagt da komplett. BMW hat dafür auch keine Teile im Program. Die Konkurrenz von TVR, Ginetta, Lotus, McLaren oder 2.Hand Renner kanns besser. Für den Drift- und Streetrace ungeeignet. Da geht auch nichts. Irgendwann war die Kapitaldecke so dünn dass nichts mehr entwickelt werden konnte. Für BMW könnt der Namen interessant sein - kann man auf die Einer-Holzklasse kleben...
SeasickSteve 18.12.2013
5. ...
Zitat von sysopFür den insolventen Kleinserienhersteller Wiesmann ist Rettung in Sicht: die Sportwagenmanufaktur soll in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Der Plan hat allerdings noch nicht alle Hürden genommen. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/wiesmann-insolventer-sportwagenbauer-soll-aktiengesellschaft-werden-a-939802.html
… mit 100 Mitarbeitern praeter propter 1 Fahrzeug pro Woche zu produzieren, das wird auch in Zukunft (betriebswirtschaftlich) nicht funktionieren (egal, wie viel frisches Geld dem Vorhaben noch zugeführt werden wird). An anderer Stelle schafft man das zu fünft … http://www.cav.co.za/home.html
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