Winterreifen-Test Fünfmal "nicht empfehlenswert"

Monatelang geht es rund in der Testabteilung des ADAC, dann, pünktlich zum Herbstanfang, wird das Resultat der mühevollen Arbeit bekannt gegeben. Der Winterreifentest des Automobilclubs gilt als weltweit aufwendigste Prozedur, um die Stärken und Schwächen der schwarzen Rundlinge herauszufinden.


Das Mantra der Reifenexperten lautet: im Oktober Winterreifen aufziehen, denn Sommerreifen bedeuten nicht nur auf Schnee und Eis, sondern bereits bei niedrigen Temperaturen ein Sicherheitsrisiko. Aber wenn man nun gewillt ist, die Reifen zu tauschen - welcher Winterreifen soll es denn sein? Bei der Beantwortung der Frage helfen die Ergebnisse des ADAC-Winterreifentests. In diesem Jahr wurden 35 Fabrikate geprüft, bewertet und schließlich benotet. Die Tests wurden auf Schnee im Oberengadin, auf Glatteis im Eisstadion Grefrath, auf Nässe im Contidrom in Hannover und für die Schnelllaufeigenschaften beim TÜV Bayern absolviert.

ADAC-Winterreifentest: Auto-Wedeln in der Eissporthalle Grefrath
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ADAC-Winterreifentest: Auto-Wedeln in der Eissporthalle Grefrath

Die einzelnen Werte flossen am Ende in acht Kriterien zusammen, aus denen mit unterschiedlicher Gewichtung eine Gesamtnote errechnet wurde. Die Prüfkriterien im Einzelnen: trockene Fahrbahn (15 Prozent Gewichtung), nasse Fahrbahn (30 Prozent), Schnee (20 Prozent), Eis (10 Prozent), Komfort (3 Prozent), Außengeräusch (2 Prozent), Rollwiderstand (10 Prozent) und Verschleiß (10 Prozent). Die Gesamtnote wird - ähnlich wie bei Schulnoten - nicht durch eine Zahl, sondern vielmehr durch eine Beurteilung ausgedrückt, wobei "besonders empfehlenswert" die Bestnote ist, während vom Kauf eines Reifens mit der Beurteilung "nicht empfehlenswert" abzuraten ist.

Getestet wurden Winterreifen (und ein Ganzjahresreifen) in den Dimensionen 165/70 R14 T (Klein- und Kompaktwagen) sowie der Dimension 205/55 R16 H (Mittel- und Oberklasse). In der kleineren Klasse erreichten drei Reifen die Höchstnote, nämlich der Continental Wintercontact TS 780, der Michelin Alpin A2 und der Semperit Winter Grip. Vier Winterreifen wurden mit "empfehlenswert" beurteilt, vier weitere erhielten die Bewertung "bedingt empfehlenswert". Gleich fünf Pneus jedoch fielen durch, die Tester stuften sie als "nicht empfehlenswert" ein: Dunlop SP Wintersport M3, Fulda Kristall Montero, Yokohama Winter TF 601, ESA+Tecar Supergrip 6 sowie der Ganzjahresreifen Goodyear Vector 5.

In der größeren Dimension war die Qualität der Winterreifen durchweg besser. Hier erzielten fünf Reifen das Höchstergebnis ("besonders empfehlenswert"): Continental Wintercontact TS 810, Michelin Pilot Alpin PA2, Bridgestone Blizzak LM 25, Pirelli W 210 Sottozero und Uniroyal MS plus 55. Neun Pneus schnitten mit der Bewertung "empfehlenswert" ab, lediglich zwei Winterreifen bekamen die Note "bedingt empfehlenswert". Die beiden einzigen runderneuerten Winterreifen im Test - Ihle Rigdon MS 179 und Respa Ökon MS 790 - wurden als "empfehlenswert" eingestuft, was umso bemerkenswerter ist, als die Preise für diese Reifen bei etwa 50 bis 75 Euro liegen. Für Winterreifen von Markenherstellern sind dagegen Preise von bis zu 180 Euro pro Pneu durchaus üblich.



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