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Trend bei Reisemobilen: Klein campt besser

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Trend bei Reisemobilen Die Campingbusse schrumpfen

Reisemobile werden immer kompakter - trotzdem versprechen die Hersteller gleichbleibenden Wohnkomfort. Dabei hilft vor allem eine technologische Entwicklung.

Wohnen auf zehn Quadratmetern - was im Alltag undenkbar ist, wird in der Campingbranche derzeit immer beliebter. Um bei schrumpfender Fahrzeuggröße dennoch ausreichend Campingkomfort zu bieten, legen sich die Hersteller mächtig ins Zeug. So bieten die kompakten Camper trotz einer Länge von nur rund fünf Metern meist vier Schlafplätze, Kocher, Spülbecken, Kühlschrank und - das ist neu - sogar ein Bad mit Toilette und kleiner Dusche.

"Wir sehen, dass die Leute im Urlaub zusehends den Roadtrip-Charakter wollen und nicht mehr so lange an einem Ort bleiben", sagt Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer vom Caravaning Industrie-Verband (CIVD). "Dazu eignen sich vor allem kompaktere Fahrzeuge, die einfacher zu handlen sind." Mit einem Zehn-Meter-Wohnmobil durch enge Gassen in Süditalien zu fahren - das wollen viele Kunden offenbar erst gar nicht ausprobieren.

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Damit auf kleinem Raum trotzdem alles Notwendige für einen ausgedehnten Campingtrip vorhanden ist, arbeiten die Hersteller an immer ausgeklügelteren Lösungen und Grundrissen, bei denen sich Elemente beispielsweise wegklappen oder ausbauen lassen, wenn sie nicht benötigt werden. Beispielsweise kann der komplette Küchenblock in manchen Campern mit zwei Handgriffen ausgebaut werden. Das schafft Platz im Innenraum, und die Küche kann auch draußen genutzt werden.

Ein Bauteil, mehrere Funktionen

Andere Bauteile erfüllen hingegen gleich mehrere Funktionen. So vergrößert eine Abdeckung der darunterliegenden Kühlbox nicht nur die Arbeitsfläche, sondern lässt sich auch herausnehmen und als kleiner Tisch in eine Schiene im Innenraum einhängen. Hinzu kommen Zusatzböden und clevere Klapplösungen, die den Raum der Camper multifunktional nutzbar machen.

Den Herstellern kommt noch ein weiterer Trend zugute. Viele Komponenten im Innenraum sind durch die technische Entwicklung schlicht kleiner geworden. So benötigen LEDs weniger Bauraum als Glühbirnen, und auch die TV-Bildschirme sind längst flach und benötigen weniger Platz.

Kompakte Camper benötigen aber auch ein kompaktes Basisfahrzeug. War der Fiat Ducato bis vor wenigen Jahren noch der Platzhirsch der Basisfahrzeuge, dient immer häufiger auch der deutlich kleinere Kastenwagen Talento von Fiat als Reisemobil. Karmann Mobil beispielsweise bietet das Modell Danny als kurze Variante 490 oder in der Langversion 530 (dann mit Nasszelle und Toilette) auf Basis des Talento an.

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Immer mehr kompakte Camper

Längst haben auch andere Hersteller den Markt für sich entdeckt. "Im Vanbereich hat sich einiges getan", sagt Onggowinarso. So kommen immer mehr Basisfahrzeughersteller hinzu. Das zeigt auch der Pössl-Umbau des Citroën Spacetourer mit Aufstelldach, Campster getauft, als Alternative zum 7500 Euro teureren VW California.

Auch Nissan bietet mit dem fünf Meter langen Lieferwagen NV300 das campingtaugliche Modell Michelangelo mit Bettmodul und Küchenzeile an. Den mit gut 4,50 Meter ultrakompakten Nissan Evalia findet man als Umbau allerdings nur bei kleinen Spezialfirmen.

Einen Grund, aus dem sich die Wohnmobile auf Van-Basis wachsender Beliebtheit erfreuen, sieht Onggowinarso auch in ihrer doppelten Nutzbarkeit: "Sie taugen, anders als große Reisemobile, für den Alltagseinsatz - die Kinder von der Schule abholen, den Wochenendeinkauf erledigen."

Auch im Hochdachkombi kann man wohnen

Und es geht sogar noch ein wenig kleiner: VW bewirbt den 4,53 Meter kurzen Caddy Beach mit Liegen und Außenzelt als "kleine mobile Ferienwohnung". Nicht ganz so rudimentär und auf Basis des 30 Zentimeter längeren Caddy Maxi bekommt man mit dem Caddy Camp vom Ausbauer Reimo dann auch noch Kochgelegenheit, Waschbecken, Tisch und Schränke dazu.

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Wer schon einen Kleinbus oder Hochdachkombi hat, der kann ihn zudem relativ schnell selbst zum Camper umbauen. Dafür bieten Spezialfirmen Nachrüstsets mit Bett, Schränken und Kochmodulen für den Kofferraum von Minivans an, die sich leicht ein- und wieder ausbauen lassen. Pick-ups wiederum lassen sich mit absetzbaren Wohnkabinen zum Reisemobil umrüsten.

Stefan Weißenborn/dpa/cfr
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