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Messe-Blog Auto-Salon Genf: Der Zenvo ST1

Foto: Jürgen Pander

Messe-Blog Auto-Salon Genf Danish Dynamite

Brems gibt es nicht mehr, Erla und Jan auch nicht, Flac ist ebenfalls verschwunden: Über die Jahre hat in Dänemark ein Autohersteller nach dem anderen dichtgemacht. In Genf präsentiert sich jedoch die Firma Zenvo Automotive - und dort herrscht alles andere als Untergangsstimmung.

"Wir sind zu hundert Prozent dänisch", sagt Amaury de Lussigny, Marketingchef des Unternehmens mit Sitz in Kopenhagen. Zwei flache, bullige Sportwagen präsentiert Zenvo, der eine pechschwarz lackiert, der andere in grellorangefarbenem Lack.

Für das Design ist der Däne Christian Brandt verantwortlich, doch es hat nichts zu tun mit der reduzierten Eleganz, die skandinavische Gestaltungskunst für gewöhnlich kennzeichnet. Das Zenvo-Modell sieht verwegen und rassig aus. Es wirkt vor allem eigenständig, was nicht einfach ist bei einer Fahrzeuggattung, in der fast jede Linie und nahezu jeder Schwung an einen Klassiker des Genres von Porsche, Ferrari oder Jaguar erinnern.

Mit Rücksicht auf die Reifen

Den 6,8-Liter-V8-Motor kauft Zenvo vermutlich von General Motors zu, es gibt dazu kein offizielles Statement. De Lussigny erklärt lediglich, dass auch der Antrieb bei Zenvo von Grund auf überarbeitet wurde. Der Hecktriebler lässt sich in drei Fahrmodi bewegen, bei denen die Maschine jeweils unterschiedliche Maximalleistungen abgibt: "Wet" (650 PS), "Sport" (850 PS) und "Race" (1104 PS). Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 375 km/h elektronisch begrenzt. "Wegen der Reifen", sagt de Lussigny.

Auf der Dubai Motorshow im vergangenen Herbst wurden bereits zwei Zenvo ST1 verkauft, ein drittes Auto ist nach Angaben der Firma ebenfalls ausgeliefert. Jetzt wartet die Firma auf neue Aufträge. "Unsere sieben Mechaniker sind in der Lage, ein Auto in weniger als drei Monaten fertigzustellen", sagt de Lussigny. Man könne auf vorproduzierte Teile zurückgreifen, denn mitunter schätze es die Kundschaft nicht besonders, wenn sie allzu lange auf ihr neues Spielzeug warten müsse.

Luxusobjekt mit Schönheitsfehlern

Der Zenvo ST1 kostet 800.000 Euro. Ein stolzer Preis, vor allem, wenn man einen Blick in den Innenraum des Wagens wirft. Dieser wirkt uninspiriert und nicht besonders modern. Den bisherigen Kunden war das offenbar egal. Und dem Eigner - derzeit gehört die Firma einem russischen Investor - ist es scheinbar auch schnuppe.

Außerdem gilt: Wenn 1104 PS an der Hinterachse gebändigt werden müssen, kommt es garantiert nicht auf hübsche Schalter oder schicke Ziernähte an.

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