Deutscher Autobauer Opel will ab 2028 in Europa nur noch Elektroautos verkaufen

Opel will künftig nur noch E-Autos bauen, schon 2028 sollen keine Verbrenner mehr angeboten werden. Stattdessen kündigte der Autobauer eine elektrische Neuauflage des Manta an. Tesla bekommt damit ein Problem.
Ein Opel-Händler in Nordrhein-Westfalen: In Europa ab 2028 nur noch elektrisch

Ein Opel-Händler in Nordrhein-Westfalen: In Europa ab 2028 nur noch elektrisch

Foto: Christoph Hardt / imago images/Future Image

Der Autobauer Opel will bis zum Jahr 2028 in Europa nur noch elektrische Autos anbieten. Das Enddatum für Verbrennermotoren kündigte Opel-Chef Michael Lohscheller auf einer Präsentation des Mutterkonzerns Stellantis an. Zudem werde Opel als reine Elektro-Marke auf dem chinesischen Markt eingeführt, sagte Lohscheller.

Für die Mitte dieses Jahrzehnts sei zudem eine Neuauflage des Sportwagen-Klassikers Manta als E-Auto geplant. »Wir werden Mitte des Jahrzehnts den Manta neu erfinden«, sagte Lohscheller. Der Elektro-Manta hatte als Design-Studie bereits für Schlagzeilen gesorgt.

Der französisch-italienische Autokonzern Stellantis will bis 2025 mehr als 30 Milliarden Euro in Elektroautos und Hybridmodelle stecken. Bis dahin sollten fast alle Modelle des Konzerns mit seinen 14 Automarken elektrifiziert sein, erklärte Konzernchef Carlos Tavares.

Fünf neue Batteriefabriken geplant

Der Mutterkonzern will in Europa bis 2030 mehr als 70 Prozent seines Absatzes mit sogenannten Niedrigemissionsfahrzeugen bestreiten, in den USA mehr als 40 Prozent. Dafür will der Autokonzern fünf Batteriefabriken bauen. »Die Transformationsphase ist eine wunderbare Möglichkeit, die Uhr neu zu stellen und in ein neues Rennen zu starten«, sagte Tavares.

Auch in Deutschland geht die Zeit der Verbrenner zu Ende. Fünf Jahre habe die Technik noch, heißt es beispielsweise in Ingolstadt. Die Volkswagen-Tochter Audi will ab 2026 keine neuen Benziner und Diesel auf den Markt bringen. Auch die umstrittenen Hybridfahrzeuge, die elektrisch fahren können, es aber selten tun, sollen nicht mehr vom Band laufen.

Die letzte Premiere eines Verbrennermodells soll Medienberichten zufolge ein Modell der Q-Reihe im Jahr 2026 sein, das bis Anfang der 2030er-Jahre vertrieben werde. Aus globaler Sicht bewegen sich die deutschen Hersteller damit im Rahmen der Erwartungen. So will der schwedische Hersteller Volvo, der schon länger zu einem chinesischen Konzern gehört, ab 2030 nur noch Elektroautos bauen.

Bislang floss viel Geld an Tesla

Die Ankündigung der Opel-Mutter Stellantis kommt einer Strategiewende gleich. Bis vor kurzem setzte der neu geschaffene Weltkonzern darauf, dass der Wechsel weg von Verbrennern und hin zu Elektroautos noch länger dauert. Statt selbst Fahrzeuge mit Batterien zu bauen, kaufte der Konzern Klimapapiere beim Elektropionier Tesla, um Emissionen auszugleichen und EU-Anforderungen zu erfüllen. Tesla verdiente damit Milliarden und der Stellantis-Vorgänger Fiat-Chrysler entging Strafzahlungen.

Mit dem Mega-Zusammenschluss zwischen Fiat-Chrysler und dem französischen Autokonzern PSA, zu dem neben Peugeot und Citroën auch die deutsche Tochter Opel gehört, änderte sich die Ausgangslage. Die Franzosen und Deutschen brachten Elektroauto-Technologie in die amerikanisch-europäische Firmenehe ein. Damit kann der Gesamtkonzern auch ohne die Klima-Deals mit Tesla Strafzahlungen vermeiden.

Für Tesla waren diese Geschäfte stets gewinnbringend. Mehr als eine halbe Milliarde verdiente der Elektro-Autobauer teils in einem einzigen Quartal mit den Klima-Papieren, was auch Verluste im Tagesgeschäft ausglich. Seit 2020 gibt es CO2-Vorgaben in der Europäischen Union, wonach im Schnitt nur noch 95 Gramm pro Kilometer ausgestoßen werden dürfen – oder ein Ausgleich erfolgen muss. Da Elektroautos mit null Emissionen in die Bilanz eingehen, kann Tesla solche CO2-Gutschriften verkaufen.

Stellantis-Vorgänger Fiat-Chrysler zahlte zwischen 2019 und 2021 rund 2,4 Milliarden Dollar an Tesla. Auch andere Hersteller wie Honda und General Motors zählten zu den Kunden von Elon Musk. Medienberichten zufolge hätte der Elektro-Autobauer in den vergangenen Jahren ohne solche Zahlungen stets Verluste geschrieben.

fww/dpa/rtr
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