Biosprit Bahn zieht Diesel-Aus im Fernverkehr auf 2025 vor

Die Deutsche Bahn will ihre Loks im Fernverkehr nicht mehr mit Diesel betanken. Eine besonders beliebte, noch nicht elektrifizierte Strecke wurde bereits diese Woche umgestellt.
Lücke im elektrifizierten Fernbahnnetz: Intercity auf dem Hindenburgdamm zwischen der Insel Sylt und dem Festland

Lücke im elektrifizierten Fernbahnnetz: Intercity auf dem Hindenburgdamm zwischen der Insel Sylt und dem Festland

Foto: Chris Emil Janssen / IMAGO

Die Deutsche Bahn will auf den letzten Fernverkehrs-Strecken mit Dieselloks künftig Biosprit nutzen. »Bis 2025 stellen wir die letzten noch verbleibenden knapp zwei Prozent der dieselbetriebenen Strecken im Fernverkehr auf Biokraftstoff um und setzen damit ein weiteres Zeichen für den Klimaschutz«, sagte DB-Vertreterin Stefanie Berk am Mittwoch. Dabei handelt es sich um die Strecken Erfurt-Gera, deren Elektrifizierung bis 2028 geplant ist, sowie zwischen Immenstadt und Oberstdorf. Auf allen anderen Strecken im Fernverkehr wird den Angaben zufolge 100 Prozent Ökostrom genutzt.

Seit diesem Mittwoch werden die Dieselzüge des Sylt Shuttles und des Sylt Shuttle Plus zwischen Niebüll auf dem schleswig-holsteinischen Festland und Westerland auf Sylt mit Biokraftstoff betankt. Laut Bahn werden dadurch jährlich etwa 7500 Tonnen Kohlendioxid eingespart.

Um Kritikern zuvorzukommen, versichert die Deutsche Bahn, dass der eingesetzte Kraftstoff ausschließlich aus biologischen Rest- und Abfallstoffen produziert werde. Es werde keine extra angebaute Biomasse verwendet, eine Konkurrenz mit der Nahrungs- und Futtermittelproduktion sei ausgeschlossen.

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»Das ist vor allem ein wertvoller Beitrag für einen umweltfreundlichen Tourismus im Nationalpark Wattenmeer«, sagte Schleswig-Holsteins Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide (CDU). Der nächste wichtige Schritt sei die vollständige Elektrifizierung der sogenannten Marschbahn-Strecke nach Sylt. »Denn nur so werden wir langfristig komplett emissionsfrei unterwegs sein und obendrein die Fahrzeiten deutlich verkürzen.«

Die Bahn hat sich das Ziel gesteckt bis 2040 komplett klimaneutral zu sein. Dann sollen auch alle anderen Loks ohne fossilen Treibstoff auskommen, verspricht das Unternehmen. Da mit einer vollständigen Elektrifizierung des Netzes nicht gerechnet wird, setzt die Bahn auch auf neue alternative Antriebe: für Nebenstrecken im Nahverkehr etwa batterieelektrische oder mit Wasserstoff angetriebene Triebfahrzeuge, für die Güterbahn gelten zunächst diesel-elektrische Hybridloks als bevorzugtes Mittel. Komplett ohne Diesel auskommende Lösungen sind dort für die Elektrifizierungslücken noch nicht in Sicht, Biotreibstoffe kämen aber auch hier infrage.

sug/dpa
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