San Francisco Google-Schwester startet Robotaxi-Service

Zwölf Jahre Testphase waren nötig – nun können in San Francisco mehr Menschen mit dem Robotaxi-Dienst Waymo fahren. Einfach heranwinken kann man die Autos aber nicht.
Wagen von Waymo auf einer Automesse in den USA

Wagen von Waymo auf einer Automesse in den USA

Foto: Jim West / imago images

Wer in die Taxis der Tech-Firma Waymo steigt, der muss kein Freund von Small Talk sein. Denn die Waymo-Wagen haben keinen Fahrer, mit dem man sich unterhalten müsste – sie fahren autonom. Ziel der Firma ist, diesen Dienst langfristig in vielen Städten anzubieten.

Nun will Waymo auch in San Francisco in größerem Stil Robotaxi fahren lassen. Nach mehr als zwölfjähriger Testphase  in der kalifornischen Metropole werde der Service für ein breiteres Publikum geöffnet, teilte das Unternehmen mit. Es gehört genau wie der Onlineriese Google zum US-Konzern Alphabet.

In Zukunft kann man sich kostenlos im selbstfahrenden Elektro-SUV vom Typ Jaguar I-Pace durch San Francisco befördern lassen. Dafür muss man sich aber als Tester bewerben. Und im Gegenzug müssen Nutzer eine Geheimhaltungserklärung abgeben und die Firma mit Daten und Feedback versorgen. Obwohl die Wagen vollautonom unterwegs sind, bleibt zunächst ein Sicherheitsfahrer mit an Bord.

Auch wenn Waymo von einem Durchbruch im Massenmarkt weit entfernt bleibt, ist das Pilotprojekt in Kalifornien ein wichtiger Meilenstein. Bislang testet die Firma den Service lediglich in einem Vorort von Phoenix – dort auch ohne Sicherheitsfahrer. Allerdings sind Wetterverhältnisse, Verkehrsaufkommen und Infrastruktur rund um die Wüstenstadt im Bundesstaat Arizona deutlich günstiger für selbstfahrende Autos als in der verkehrsreicheren Metropole San Francisco.

In Waymo ging 2016 Googles Roboterwagen-Programm auf – die Firma gilt als besonders weit bei der Entwicklung von Systemen zum autonomen Fahren. Auch in Europa und Asien will das Unternehmen auf den Markt und kündigte 2019 eine Kooperation mit Renault und Nissan an. Neben Taxis sollen die Autos in Frankreich und Japan auch als Lieferdienste fahren.

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Andere Unternehmen machen der Firma aber Konkurrenz: In San Francisco testen auch Wettbewerber wie die zum größten US-Autobauer General Motors gehörende Rivalin Cruise schon seit Jahren selbstfahrende Elektroautos. Im Oktober 2020 kündigte Cruise an, dort erste Autos ohne Sicherheitsfahrer am Steuer auf die Straßen zu schicken.

joe/dpa
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