Baden-Württemberg Kommunen fordern Maßnahmen gegen laute Motorräder

Laute Motorräder sind für Anwohner beliebter Biker-Strecken ein Ärgernis. Mehr als 80 Kommunen in Baden-Württemberg verlangen nun wirksame Maßnahmen gegen Motorradlärm.
Foto: Oliver Berg/ picture alliance / Oliver Berg/dpa

Anwohner beliebter Motorradstrecken leiden im Sommer oft unter dem Lärm mancher Bikes. 74 Städte und Gemeinden sowie sieben Landkreise in Baden-Württemberg fordern deswegen gemeinsam ein härteres Vorgehen gegen die Lärmbelastung.

Nach Angaben der Initiative ist Motorradlärm vor allem in den bergigen Regionen Baden-Württembergs ein Problem, gegen das die Kommunen nun mit vorgehen wollen. Mehrere Maßnahmen  sollen helfen, die Lärmbelastung zu reduzieren:

  • Motorräder sollen leiser werden: Zu laute, aber genehmigte Zubehörauspuffe sowie Klappenauspuffe, die je nach Gang, Drehzahl und Geschwindigkeitsprofil stärker geöffnet oder geschlossen werden, machen Motorräder nach Ansicht der Initiative unnötig laut. Künftig sollen Motorräder bei der Typgenehmigung deshalb in allen Betriebszuständen einen Wert von 80 Dezibel nicht überschreiten dürfen. Dies vereinfache auch die Kontrollen durch die Polizei.

  • Wer absichtlich lärmend fährt oder wessen Motorrad zu laut ist, soll künftig deutlich höhere Bußgelder bezahlen. So werden bei einem Bike, das wegen eines verschlissenen Auspuffs zu laut ist, heute nur 20 Euro fällig.

  • "Sound-Design", das störende Geräusche erzeugt, soll verboten werden. Stattdessen sollen Hersteller die Möglichkeiten dieser Technologie nutzen, um gezielt laute Geräusche und hohe Frequenzen zu vermeiden.

  • Bei Polizeikontrollen soll nicht nur das Standgeräusch geprüft werden, sondern auch ein weiterer Betriebszustand, zum Beispiel bei einer festgelegten Drehzahl, um Manipulationen besser entdecken zu können. Fällt dabei ein Motorrad auf, soll es an Ort und Stelle stillgelegt werden.

  • Geschwindigkeitsbegrenzungen und zeitlich beschränkte Fahrverbote sollen künftig leichter möglich sein. Auch Lärmspitzen durch Motorräder sollen ausreichen, um beispielsweise Durchfahrtsverbote an bestimmten Wochentagen anordnen zu können. Bisher gelte hier nur der jährliche Mittelungspegel. Elektromotorräder sollen von den Fahrverboten ausgenommen werden.

"Während sich 'Genussbiker' an unserer Landschaft erfreuen, toben sich einzelne Motorradfahrer auf Kosten unserer Bürger und Gäste aus", erklärte die Sprecherin der Initiative, Sonja Schuchter. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann und der Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung Thomas Marwein unterstützen die Forderung. Nun soll ein entsprechender Antrag im Bundesrat  folgen.

Michael Lenzen, Vorsitzender des Bundesverbands der Motorradfahrer, sagte gegenüber dem "SWR ", er könne den Ärger der Anwohner verstehen: "Wie laut ein Motorrad ist, ist gesetzlich geregelt. Es kommt sehr darauf an, wie man damit fährt." Das Gefühl auf dem Motorrad sei außerdem nicht abhängig von der Lautstärke, so Lenzen: "Das merkt jeder, der mal auf einem Elektromotorrad gefahren ist - das macht genauso viel Spaß wie ein Verbrenner. Aber es ist deutlich leiser."

ene
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