Kippe aus Belgien beschließt Rauchverbot im Auto

Ab 2021 darf in Belgien nicht mehr im Auto geraucht werden, wenn Kinder oder Schwangere im Wagen sitzen. Auch in Deutschland wird ein solches Verbot gerade diskutiert.
Rauchverbot: In Belgien darf bald nur noch der Auspuff qualmen, zumindest wenn Kinder im Auto sitzen

Rauchverbot: In Belgien darf bald nur noch der Auspuff qualmen, zumindest wenn Kinder im Auto sitzen

Foto: Westend61/ imago images

Schluss mit der Qualmerei am Steuer: In Belgien darf man ab dem 1. Januar 2021 nicht mehr im Auto rauchen, wenn Minderjährige im Wagen sitzen. Das, und ein allgemeines Werbeverbot für Tabakprodukte, wurde nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga am Dienstag im Gesundheitsausschuss des belgischen Parlaments einstimmig beschlossen.

In anderen europäischen Ländern wie Österreich, Frankreich und Italien gilt schon länger ein Rauchverbot im Auto mit Strafen von bis zu 3000 Euro und drohendem Fahrverbot bei Verstößen. Auch in Deutschland werden entsprechende Maßnahmen diskutiert: Ein Gesetzentwurf wurde vom Bundesrat  auf den Weg gebracht und soll im Bundestag verhandelt werden.

Im Oktober 2019 sprach sich der Bundesrat für eine Änderung des Bundesnichtraucherschutzgesetzes aus und erstellte einen entsprechenden Gesetzesentwurf. Verstöße sollen demnach mit 500 bis 3000 Euro geahndet werden. Mit dem Rauchverbot sollen Minderjährige und Schwangere vor den Gefahren des Passivrauchens geschützt werden.

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Fenster auf hilft auch nicht

Derzeit sind rund eine Million Minderjährige in Deutschland Tabakrauch im Auto ausgesetzt, so eine Schätzung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), die im Beschluss des Bundesrates zitiert wird. "Weltweit sterben jährlich 166.000 Kinder an den Folgen von Passivrauchen”, heißt es dort weiter. Selbst bei geöffnetem Fenster steige die Konzentration der Tabakrauchpartikel im Fahrzeuginneren so rapide an wie in einer Raucherkneipe, fand das DKFZ in einer Untersuchung  heraus.

Bevor ein Rauchverbot im Auto auch in Deutschland in Kraft treten könnte, muss das Parlament über den Gesetzesentwurf entscheiden. Laut Bundestag ist das frühestens im März möglich, allerdings gebe es keine gesetzten Fristen.

In einer Stellungnahme begrüßt die Bundesregierung  grundsätzlich und uneingeschränkt einen Rauchverzicht im Auto bei Anwesenheit von Kindern. Eine Befragung im Jahr 2018 habe gezeigt, dass sich seit Start einer Rauchfrei-Kampagne die Zahl der Personen, die in Fahrzeugen in Anwesenheit von Minderjährigen rauchen, von vier Prozent auf zwei Prozent halbiert habe. Ob es darüber hinaus Handlungsbedarf gebe, soll nun geprüft werden.

len/dpa

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