Plan für neue Subvention 1000 Euro für ein Lastenrad? Grüne ernten Kritik und Spott

Wenn es nach den Grünen geht, sollen Lastenräder stärker gefördert werden – mit 1000 Euro pro Anschaffung. CDU und FDP reagieren empört, das Internet kreativ.
Lastenrad (Symbolbild): Eine Milliarde Euro an neuen Fördermitteln?

Lastenrad (Symbolbild): Eine Milliarde Euro an neuen Fördermitteln?

Foto: Viaframe / Getty Images

Wie sinnvoll wäre es, wenn der Bund den Kauf eines Lastenrads mit 1000 Euro bezuschussen würde? Für die Grünen könnte das ein wichtiger Baustein zur Verkehrswende sein. Das konservative Lager sieht das anders und kritisiert den Vorstoß. Bei Twitter wiederum diente die Diskussion als Vorlage für witzige Beiträge.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler hatte sich gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) für eine Förderung von einer Million Lastenfahrrädern ausgesprochen. Seiner Meinung nach sollte dafür in der kommenden Legislaturperiode eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt werden. Anders als bisher sollten auch privat genutzte Lastenräder Anspruch auf einen Zuschuss haben.

Das sieht auch Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock so. »Eine Förderung für Lastenräder halte ich für sehr richtig«, sagte sie am Sonntag im Online-Programm von Tagesschau24 nach der Aufzeichnung des ARD-Sommerinterviews. Es solle keine »absolute Ungleichheit« geben zu einer Förderung von 6000 Euro für Elektroautos. Damit könnten auch Menschen, die keinen Führerschein hätten oder nicht Auto fahren wollten oder könnten, zum Beispiel ihre Einkäufe nach Hause bringen. Derzeit können nur Firmen, Kommunen oder Vereine eine Förderung beantragen.

Eine bessere Förderung der Radinfrastruktur findet sich auch im Wahlprogramm der Grünen zur Bundestagswahl – da allerdings noch ohne konkrete Summe: »Wir verstärken die Bundesförderung und Beratungsangebote für den Ausbau und die Modernisierung der Radinfrastruktur, schaffen ein schlagkräftiges Kompetenzzentrum Radverkehr und bezuschussen die Anschaffung von Job- und Lastenrädern sowie S-Pedelecs«, heißt es da.

»Lastenrädern, insbesondere wenn sie mit E-Motor ausgestattet sind, kommen in der Verkehrswende eine wesentliche Bedeutung zu«, sagte nun Kindler.

Kritiker sprechen von »Förderdschungel«

Unionsfraktionsvize Ulrich Lange (CSU) sieht das anders. Nur im innerstädtischen Bereich könnten Lastenfahrräder ein sinnvolles Instrument sein, sagte er der »Welt« . Ein Großteil lebe aber auf dem Land. »Die Mehrheit der Menschen hat von dem Vorschlag der Grünen gar nichts, außer dass sie dafür zahlen soll.«

Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Oliver Luksic, sagte demselben Medium: »Es gibt bereits circa 100 Fördertöpfe von Bund, Ländern und vor allem Kommunen mit Subventionen für den Kauf eines Lastenfahrrads, die Grünen wollen diesen Förderdschungel nun aber noch ausweiten, statt endlich gezielter zu fördern.«

Die Linken-Fraktionsvorsitzende Amira Mohamed Ali sagte der »Welt«, Lastenfahrräder könnten in einigen Städten eine Hilfe sein, »in den ländlichen Regionen helfen sie praktisch niemandem«. Wer glaube, mit einer staatlichen Förderung von Lastenfahrrädern die Verkehrswende einleiten zu können, der befinde sich auf dem Holzweg. »Stattdessen sollte der öffentliche Nahverkehr konsequent ausgebaut werden, und die Ticketpreise müssen sinken.«

Bierbike als Lastenrad?

In den sozialen Netzwerken wurde der Vorstoß des Grünenpolitikers ebenfalls intensiv diskutiert. Es ging unter anderem um die Frage, was nun besser sei: die Förderung von E-Autos oder Transporträdern.

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Manch einer wollte es lieber wesentlich kostengünstiger angehen lassen:

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Gestellt wird auch die Frage: Zählt eigentlich ein Bierbike ebenfalls als Lastenrad?

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Bierbike geht auch so:

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Mit einem Lastenrad ist alles möglich:

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Ob Zuschuss oder nicht, die Fahrradindustrie boomt – insbesondere der Markt für E-Bikes. Der Run auf Räder in der Coronakrise hat deutliche Folgen für die Branche: Lager sind leer, Ersatzteile fehlen. Wer sich ein Lastenrad kaufen will, muss sich derzeit auf lange Lieferzeiten einstellen.

kah/AFP/dpa
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