Kampf gegen Corona Bogotá verwandelt Straßen in Fahrradwege

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, fördert die kolumbianische Hauptstadt Bogotá den Fahrradverkehr. Seit dieser Woche haben Radler eine eigene Spur auf vielen Straßen der Stadt.
In Kolumbien haben Fahrradfahrer jetzt eine Extraspur auf vielen Hauptstraßen

In Kolumbien haben Fahrradfahrer jetzt eine Extraspur auf vielen Hauptstraßen

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Fernando Vergara/ dpa

Die kolumbianische Hauptstadt Bogotá greift im Kampf gegen die Corona-Pandemie zu ungewöhnlichen Mitteln. Seit dieser Woche dürfen laut einem Bericht der "San Diego Union-Tribune " Fahrradfahrer auf vielen Hauptstraßen eine abgetrennte Spur nutzen. Doch das Virus ist längst nicht das einzige Problem für die Bewohner.

Bürgermeisterin Claudia López sagte, ihre Stadt sei derzeit einer "dreifachen Bedrohung" ausgesetzt: Schlechte Luftqualität, saisonale Atemwegserkrankungen und jetzt sei noch das Coronavirus hinzugekommen. "Wir können diesem Druck nicht standhalten", sagte López den Bewohnern in einem auf Twitter geposteten Video. Außerdem sei der städtische Linienbusverkehr TransMilenio chronisch überlastet.

Daher gab die Stadt 117 Kilometer Hauptverkehrsstraße für den Fahrradverkehr frei und hofft, dass viele Menschen auf das Rad umsteigen. Die Maßnahme soll verhindern, dass die Menschen dicht gedrängt in den Bussen stehen und sich dadurch mit dem Virus infizieren. Bogota verfügte bereits vorher über ein relativ großes Radwegenetz von etwa 550 Kilometern Länge.

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Bereits am ersten Tag sei die Anzahl der TransMilenio-Nutzer um 23 Prozent gesunken, heißt es aus dem Büro der Bürgermeisterin. Dies sei aber auch darauf zurückzuführen, dass die Regierung die Menschen aufgefordert habe, zu Hause zu bleiben.

Bogota ist stark auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen: 85 Prozent der Stadt mit rund 7,7 Millionen Einwohnern sind laut Regierungsangaben zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Bus unterwegs. Dennoch hat die Stadt regelmäßig mit Smog-Problemen zu kämpfen. Laut López sterben in Bogota jedes Jahr schätzungsweise 2000 Menschen an Atemwegserkrankungen.

Wie in vielen Ländern Lateinamerikas ist das kolumbianische Gesundheitssystem bereits überlastet und steht vor großen Herausforderungen. Es müssen genügend Krankenhausbetten, Atemschutzmasken und medizinisches Personal vorhanden sein, um einen plötzlichen Zustrom von Corona-Patienten bewältigen zu können.

Anmerkung: In Bogotá gilt inzwischen eine Ausgangssperre. Die Menschen dürfen nur noch in medizinischen Notfällen oder zum Einkaufen das Haus verlassen. Ab dem 24. März gilt die Ausgangssperre landesweit und soll laut des kolumbianischen Präsidenten Ivan Duque Marquez bis zum 13. April andauern.

cfr