Weniger Einnahmen in Coronakrise Ver.di fordert Notfallprogramm für öffentlichen Nahverkehr

Vielen Nahverkehrsunternehmen fehlen derzeit Fahrgäste und damit auch Einnahmen. Die Gewerkschaft Ver.di fordert nun ein Notfallprogramm, damit die Kommunen deren Verluste auch künftig ausgleichen können.
Fehlende Fahrgäste könnten der Gewerkschaft Ver.di zufolge zum finanziellen Risiko für die Kommunen werden. Ein Notfallprogramm soll ihnen dabei helfen, die fehlenden Einnahmen auszugleichen

Fehlende Fahrgäste könnten der Gewerkschaft Ver.di zufolge zum finanziellen Risiko für die Kommunen werden. Ein Notfallprogramm soll ihnen dabei helfen, die fehlenden Einnahmen auszugleichen

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Die Gewerkschaft Ver.di fordert ein Notfallprogramm für Busse, U- und Straßenbahnen, weil viele Kommunen die Verluste des öffentlichen Nahverkehrs in der Krise nicht ausgleichen können. "Durch die Schließung der Schulen und Fahrgastrückgänge zum Schutz der öffentlichen Gesundheit kommt es inzwischen zu Einnahmeverlusten zwischen 60 und 90 Prozent", teilte die Gewerkschaft mit.

Hinzu kämen höhere Kosten für die Reinigung der Fahrzeuge sowie für den Gesundheitsschutz. "Zudem werden mehr Fahrzeuge für weniger Fahrgäste benötigt, um die Einhaltung des Distanzgebotes von 1,5 Metern zu ermöglichen."

Gelder sollen an den Erhalt der Arbeitsplätze geknüpft sein

Der ÖPNV müsse außerdem ausreichend und verlässlich Personal vorhalten, um für die Bevölkerung eine verlässliche Mobilität zu garantieren, erklärte die stellvertretende Vorsitzende Christine Behle. "Dies gilt insbesondere für Beschäftigte der systemrelevanten Berufe wie Gesundheitswesen, Rettungskräfte, Handel und Gütertransport, aber auch für alle anderen Menschen, die auf den ÖPNV angewiesen sind." 

Der ÖPNV finanziere sich zur Hälfte über die Erlöse aus dem Fahrkartenverkauf. Die notwendige Kompensation könnten Kommunen in der Coronakrise nicht allein aufbringen. Das Förderprogramm, das die Gewerkschaft nun fordert, soll sich demnach "aus allen für den ÖPNV vorgesehenen Mitteln der Länder und des Bundes speisen". Dazu gehörten etwa Fördermittel, die bislang nicht abgerufen oder verwendet worden seien. Die Nutzung der Gelder aus dem Notfallprogramm müsse jedoch an Bedingungen wie den Erhalt der Arbeitsplätze der Beschäftigten geknüpft sein.

ene/dpa
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