Mehr Abstand in Coronakrise Linke schlägt Fahrradprämie vor

Je mehr Menschen Rad fahren, desto leichter können andere in leereren U-Bahnen Abstand halten. Die Linkenfraktion im Bundestag will das fördern, ähnlich wie Frankreich - die Union reagiert skeptisch.
Radfahrer in Halle: Mehr Menschen auf dem Rad, weniger in den öffentlichen Verkehrsmitteln

Radfahrer in Halle: Mehr Menschen auf dem Rad, weniger in den öffentlichen Verkehrsmitteln

Foto: Hendrik Schmidt/ dpa

Immer wieder ist von Prämien für den Autokauf die Rede - zur Unterstützung der Wirtschaft. Die Linke im Bundestag bringt nun eine Fahrradprämie ins Spiel - diese aber soll helfen, der Ausbreitung des Coronavirus vorzubeugen.

"Je mehr Menschen im Nahverkehr das Rad nutzen, desto leichter wird es, nach einer Lockerung der Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen den Mindestabstand von 1,50 Meter in Bus und Bahn einzuhalten", sagte der verkehrspolitische Sprecher der Linken, Andreas Wagner, der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei wichtig, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Radverkehr zu fördern. "Ich bin daher für eine Fahrradprämie oder Mobilprämie, die zur Finanzierung einer Reparatur oder Neuanschaffung eines Fahrrads genutzt werden kann", sagte Wagner.

Einen ähnlichen Plan kündigte zuvor die französische Umweltministerin Elisabeth Borne an. Mit einem 20-Millionen-Euro-Programm will sie den Radverkehr nach Ende der Ausgangsbeschränkungen ankurbeln.

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Demnach soll der Staat unter anderem die Reparaturkosten für gebrauchte Fahrräder in Höhe von 50 Euro pro Rad übernehmen. Es sei an der Zeit, eine neue Fahrradkultur zu beginnen, schrieb Borne auf Twitter. Ab wann das Programm gelten soll, war zunächst nicht bekannt. Die Beschränkungen sollen in Frankreich ab dem 11. Mai gelockert werden.

FDP: Mehr Investion in Radinfrastruktur nötig

Die Unionsfraktion im Bundestag sieht eine solche Kostenübernahme für Fahrradreparaturen skeptisch. "Ich halte diese Maßnahme nicht für sinnvoll", sagte der verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Alois Rainer.

"Sie kostet viel Geld - mehr als in Frankreich, da wir mehr Einwohner haben - und es ist nicht sicher, dass dadurch auch tatsächlich mehr Menschen als bisher regelmäßig das Fahrrad nutzen." Das Geld werde nun vor allem gebraucht, um Menschen in Kurzarbeit und in Not geratene Unternehmen zu unterstützen.

Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Oliver Luksic, forderte, der Staat solle allgemein mehr in die Radinfrastruktur investieren. "Das ist besser, als einzelne Verkehrsträger direkt zu subventionieren." Für den Ausbau von Radwegen müssten die Mittel aber auch abgerufen werden. "In den letzten Jahre wurden die Bundesmittel nicht immer alle verbaut, dies muss besser werden", sagte Luksic.

abl/dpa
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