DeLorean plant Elektroauto Zurück in die Zukunft?

Ein Kino-Blockbuster der Achtzigerjahre verwandelte den DeLorean DMC-12 in eine Ikone – obwohl das echte Auto spektakulär floppte. Mit einem Elektroauto soll nun offenbar der Neustart der Marke gelingen.
Erster Versuch: Der DeLorean DMC 12 wies viele Mängel auf

Erster Versuch: Der DeLorean DMC 12 wies viele Mängel auf

Foto: Italdesign

Die Silhouette zweier Flügeltüren leuchtet auf, eine v-förmige Lichtsignatur blitzt über die Vorderseite des schemenhaft angedeuteten Fahrzeugs – nur wenige Sekunden dauert dieser Clip. Doch die reichten bereits aus, um weltweit für Verzückung bei Autofans zu sorgen. Das lag am Absender des Clips.

DeLorean. Ein vor 40 Jahren untergegangener Sportwagenhersteller, der aber noch immer die Fantasie vieler Autofans anregt wie kaum ein zweiter. Bekannt wurde DeLorean durch die Filmtrilogie »Zurück in die Zukunft«, mit dem dort zur Zeitmaschine umgebauten DMC-12. Jetzt plant die Marke einen Neustart: Ein Elektroauto soll DeLorean neues Leben einhauchen.

Wieder mit Flügeltüren: Mit dieser Ansicht eines möglichen neuen DeLorean versucht die Designfirma Italdesign, Aufmerksamkeit für das avisierte Comeback zu erzeugen

Wieder mit Flügeltüren: Mit dieser Ansicht eines möglichen neuen DeLorean versucht die Designfirma Italdesign, Aufmerksamkeit für das avisierte Comeback zu erzeugen

Foto: Italdesign Official / youtube

Bislang sind nur wenige Details über das neue Auto bekannt. Die wahrscheinlich wichtigste Nachricht in diesem Zusammenhang: Die stilprägenden Flügeltüren bleiben dem neuen Modell erhalten. Unter dem Hashtag #DeLoreanEVolved wurde der neue Wagen jetzt in den sozialen Netzwerken angekündigt. Ob das auch der Name des neuen Modells ist? Unklar.

Was klar ist: Der neue DeLorean wird elektrisch fahren. Auf Twitter heißt es, der Retro-Newcomer werde noch in diesem Jahr vorgestellt. Mit an Bord ist abermals die Designfirma Italdesign. Deren Gründer, Giorgetto Giugiario, verpasste dem DeLorean DMC-12 schon vor mehr als 40 Jahren das so außergewöhnliche Design.

DeLorean selbst begann bereits vor einigen Jahren, einen eigenen Elektro-Antriebsstrang zu entwickeln. Italdesign gab im vergangenen Jahr zudem bekannt, gemeinsam mit der britischen Firma Williams Advanced Engineering eine flexible Plattform für Elektroautos zu entwickeln, die den Namen EVX trägt. Italdesign selbst könnte als Auftragsfertiger etwa 500 Autos pro Jahr bauen. Ob die Plattform EVX beim neuen DeLorean zum Einsatz kommt, ist nicht bekannt.

Zurück in die Zukunft – 1985 im DeLorean

Zurück in die Zukunft – 1985 im DeLorean

Foto: Courtesy Everett Coll / ddp images

Ein elektrischer DeLorean? Insbesondere Fans der Filmtrilogie »Zurück in die Zukunft« dürften hoffen, dass das elektrische Comeback gelingt. Denn die Rolle als futuristisch aussehende Zeitmaschine in der Filmreihe (1985 bis 1990) verschaffte dem Auto eine Fangemeinde, die die automobile Bedeutung des Wagens deutlich übersteigt.

Die Geschichte der Marke

Rückblende: Mit dem Ziel, einen günstigen und langlebigen Sportwagen zu konstruieren, gründete der US-Amerikaner und ehemalige General-Motors-Vizepräsident John DeLorean im Jahr 1974 die DeLorean Motor Company (DMC).

Obligatorisch: Flügeltüren

Obligatorisch: Flügeltüren

Foto: Heritage Images / Getty Images

Die Produktionsstätte wurde nahe dem nordirischen Belfast errichtet. Sie war damals die modernste Autofabrik der Welt. Auch das dort produzierte Auto, der DeLorean DMC-12, stach heraus. Flügeltüren, Kunststoffkarosserie mit Edelstahlbeplankung, V6-Motor. Doch den eigenen Ansprüchen und denen der Käufer konnte John DeLoreans Sportwagen nie gerecht werden. Die Qualitätsmängel an den Autos, die Anfang der Achtziger gefertigt wurden, waren teils so eklatant, dass die zurückgegebenen Fahrzeuge nicht mal mehr repariert werden konnten.

Lediglich 8583 Autos wurden in den Jahren 1981 und 1982 in Nordirland gebaut. Dann war das Kapital aufgebraucht. Um liquide zu bleiben, ließ sich Gründer John DeLorean auf einen Kokaindeal ein, wurde jedoch von Drogenfahndern des FBI festgenommen. Die Firma ging Pleite, die Pressformen für die Karosseriebleche des vermeintlichen Traumautos wurden in der Nordsee versenkt. Die DeLorean Motor Company löste sich im Jahr 1983 auf.

Zwölf Jahre später sicherte sich der britische Ingenieur Stephen Wynne die Namensrechte. Nordöstlich von Houston, Texas, baut er unter dem Namen DeLorean Motor Company das größte Lager für Ersatzteile der alten Modelle auf. Der DeLorean entpuppte sich – nicht zuletzt aufgrund seiner prägenden Rolle in »Zurück in die Zukunft« – als gefragtes Sammlerstück. Nur wenige Modelle landen hin und wieder auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Selbst für nicht fahrbare Restaurationsobjekte werden auf der Plattform mobile.de mehr als 50.000 Euro verlangt.

Das ewige Comeback

Gerüchte um ein mögliches Comeback gehören inzwischen ebenso zum Mythos von DeLorean wie die bewegte Vergangenheit. Das zeigte sich zuletzt vor rund zwei Jahren, als der ehemalige Rimac-Designer Ángel Guerra eine Skizze veröffentlichte, in der er zeigte, wie er sich einen neuen DeLorean vorstellte. Schon dieses Modell war als E-Auto konzipiert. Die Idee sorgte in diversen Foren für Begeisterung – und weltweit für Schlagzeilen.

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Auch der neue DeLorean-Eigner Stephen Wynne tüftelte immer wieder an einer Neuauflage der ursprünglichen Auto-Idee. Einmal stand eine elektrisch angetriebene Studie auf der Autoshow in New York, später kündigte Wynne an, er wolle Replikate des Ur-DeLorean fertigen – zu Stückpreisen von etwa 100.000 US-Dollar. Dazu kam es allerdings nie.

Dem Mythos der Marke tat das keinen Abbruch. Bei jeder noch so kleinen Meldung ist die Fangemeinde elektrisiert. Dass diesmal mit Italdesign ein echter Kooperationspartner mit an Bord ist, spricht dafür, dass die Hoffnung auf ein »Comeback to the Future« im aktuellen Fall vielleicht nicht ganz unberechtigt ist. Wobei die Reanimierung ehemaliger Automarken ein heikles Unterfangen ist. Die Comebacks von Maybach, Trabant oder Borgward missglückten.